Helfer untersuchen im Südsudan ein Kind.

Hungerkrise im Südsudan spitzt sich zu

Zahl der Menschen in Not hat sich verdoppelt

Die Hungerkrise im Südsudan hat sich weiter zugespitzt. Nun sind auch Regionen betroffen, die bislang als stabil galten. Insgesamt leiden 1,4 Millionen Menschen mehr unter Nahrungsmittelunsicherheit als noch vor einem Jahr. „Es kommt vor, dass die Zahl der Hungernden je nach Saison und Region stark schwankt, aber das, was wir jetzt sehen, ist wirklich verheerend“, sagte Guy Halsey, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger im Südsudan. „Die Verbreitung akuter Mangelernährung hat im ganzen Land einen kritischen Wert erreicht. Der bewaffnete Konflikt hat die Lebensgrundlagen zerstört, die Wirtschaft liegt am Boden, und auch der Klimawandel macht den Menschen schwer zu schaffen. Millionen Frauen, Männern und Kindern blieb nichts anderes übrig als zu fliehen.“

Alarmstufe vier ausgerufen

Erst vor wenigen Tagen haben der Südsudan, mehrere Agenturen der Vereinten Nationen und humanitäre Organisationen – darunter Aktion gegen den Hunger – Alarmstufe vier für das Land ausgerufen. Das ist die zweihöchste Stufe. Demnach könnten etwa 45 Prozent der Bevölkerung bereits während der Erntezeit unter Nahrungsmittelunsicherheit leiden. Dabei ist die Zeit zwischen Oktober und Dezember eigentlich die ertragreichste, in der Vorräte angelegt werden müssten. Ist dies nicht möglich, droht 2018 eine neue Hungersnot.

Der Bedarf ist umfassend

Nur mit vereinten Kräften bekamen humanitäre Helferinnen und Helfer die im Februar dieses Jahres in Teilen des Südsudans ausgerufene Hungersnot in den Griff. Betroffen waren die Staaten Unity, Jonglei und Northern Bahr el Ghazal. Auch jetzt ist die Lage dort angespannt. „Wir brauchen mehr Ressourcen. Es geht nicht nur darum, akut mangelernährte Kinder zu behandeln und lebensrettende Medikamente zu verabreichen – wir müssen auch die Ursachen von Mangelernährung bekämpfen“, so Halsey. „Wir müssen den Menschen dabei helfen, sich neue Lebensgrundlagen aufbauen zu können. Sie brauchen Zugang zu bezahlbaren Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Außerdem muss wieder Handel stattfinden. Die Menschen brauchen auch Zugang zu Märkten.“

Politische Lösung gefordert

Aktion gegen den Hunger ruft dazu auf, eine politische Lösung des Konflikts zu finden. Das sei die Grundvoraussetzung dafür, den Hunger im Südsudan dauerhaft zu besiegen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der humanitären Organisation unterstützen die Bevölkerung in Jonglei, Northern Bhar el Ghazal und Warrap. Sie versorgen sie mit Medikamenten, lebensrettender Aufbaunahrung, Lebensmitteln und sauberem Wasser und sorgen für hygienische Lebensbedingungen. 580.400 Menschen konnte so schon geholfen werden. In den Bezirken Ayod und Pagiur ist Aktion gegen den Hunger die einzige dort tätige humanitäre Organisation.

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