Leben mit Wetterextremen: Frau im Senegal

821 Millionen Menschen sind mangelernährt

Zahl der Hungernden weltweit steigt zum dritten Mal in Folge

Die steigende Zahl der globalen Konflikte hat auch die Zahl der Hungernden weiter in die Höhe getrieben: Aktuell sind weltweit 821 Millionen Menschen mangelernährt, das sind noch einmal sechs Millionen mehr als 2017. Fast 500 Millionen benötigen humanitäre Hilfe. „Die neuen Zahlen der Vereinten Nationen sind erschreckend“, sagte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director bei Aktion gegen den Hunger. „Der Bericht zeigt, dass Gewalt eine der Hauptursachen für den Anstieg von Mangelernährung ist. Weitere Faktoren sind der Klimawandel und schlechte Regierungsführung in vielen Ländern.“

Mehrheit der Hungernden lebt in Konfliktgebieten

Den Zusammenhang zwischen Konflikten und Hunger hatten die Vereinten Nationen im Mai mit einer Resolution offiziell anerkannt. Jahrelang war die Zahl der Hungernden weltweit zurückgegangen. Inzwischen leben sechs von zehn Hungernden in Konfliktgebieten. Viele der Kriege und bewaffneten Auseinandersetzungen dauern schon Jahre, eine Lösung ist oftmals nicht in Sicht. Dies betrifft beispielsweise Syrien, den Jemen, Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, Somalia, Nigeria, die Tschadseeregion und die Demokratische Republik Kongo.

Hunger als Kriegswaffe

Mehr als 70 Millionen Menschen leiden so massiv unter den Folgen von bewaffneten Konflikten, dass ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen akut bedroht sind. „Hunger wird zunehmend als Mittel der Kriegsführung benutzt“, sagte Manuel Sanchez-Montero, Direktor für Advocacy und institutionelle Beziehungen bei Aktion gegen den Hunger. „Zivilsten werden belagert, lebenswichtige Infrastruktur zerstört, Helferinnen und Helfern wird der Zugang verwehrt. So wird Hunger zur Kriegswaffe.“

Abwärtsspirale muss durchbrochen werden

Wir rufen die Weltgemeinschaft dazu auf, deutlich mehr zu tun, um eine Trendwende einzuleiten. Die Mittel für Ernährung müssten in den nächsten Jahren stark steigen. Gleichzeitig ist langfristige Hilfe nötig, um die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden zu stärken. „Wir müssen verhindern, dass der Hunger neue Konflikte auslöst, die den Hunger wiederum verstärken. Dies mündet in einer Abwärtsspirale“, so Sanchez-Montero. Die Sahelzone ist dabei eine Schlüsselregion, um Nahrungsmittelkrisen wie in diesem Jahr zu vermeiden, von denen mehr als 30 Millionen Menschen betroffen sind.

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Mit unseren Hilfsprojekten erreichen wir jährlich mehr als 20 Millionen Menschen in rund 50 Ländern:

  • Wir versorgen Menschen mit sauberem Wasser und verteilen Lebensmittel.
  • Wir behandeln akut mangelernährte Kinder.
  • Wir ermöglichen Familien, ihre Existenzgrundlagen (wieder-)aufzubauen.
  • Wir bilden Menschen darin aus, sich besser auf Naturkatastrophen und Notsituationen vorzubereiten.

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