Gemeinsam für Flüchtlinge

In der Bekaa-Ebene im Osten des Libanons leben viele Flüchtlinge, die vor den Kämpfen in Syrien geflohen sind. Der Geigenvirtuose Ara Malikian, der selbst aus dem Libanon stammt, besuchte kürzlich die Arbeit von Aktion gegen den Hunger.

„Ich war beeindruckt, dass keines der Kinder, die unter diesen harten Lebensbedingungen leben müssen, weinte. Doch der Ausdruck in ihren Augen zeugte von schweren Erlebnissen. Mit meiner Geige konnte ich mich mit ihnen austauschen. Es gibt keine richtigen Worte, die man finden kann. Man kann sie nicht fragen, wie es ihnen geht oder wie lange sie schon dort sind – all das wirkt oberflächlich. Doch als ich anfing zu spielen, kamen die Kinder neugierig heran und freuten sich über die Musik“, erzählt Ara Malikian.

„Ich war auch ein Flüchtling als ich gerade 14 Jahre alt war. Aber es gab einen großen Unterschied: Ich kam legal nach Deutschland, wo man mir geholfen hat. Ich konnte studieren und arbeiten. Das hat alles verändert.“ Malikian erkennt den Wert der Nothilfe: „Flüchtlinge, aus Syrien oder aus jedem anderen Kriegsland, brauchen dort, wo sie Zuflucht finden, Nahrung und Wasser. Aktion gegen den Hunger hilft diesen Menschen und rettet durch diesen Einsatz Leben. Doch die Flüchtlinge brauchen auch Zukunftsperspektiven. Nach fünf Jahren des Krieges ist diese allerdings nicht in Aussicht.“

Zahlen zur Syrien-Krise

  • 4,8 Millionen Menschen aus Syrien sind bereits in die Nachbarländer geflohen.
  • 6,6 Millionen Menschen befinden sich innerhalb Syriens auf der Flucht.
  • Die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder.
  • 13,5 Millionen Menschen in Syrien benötigen humanitäre Hilfe.
  • Die Türkei (3 Millionen Menschen) und der Libanon (1,1 Millionen Menschen; die Zahl steigt auf 1,6 Millionen Menschen, wenn man die nicht registrierten Flüchtlinge berücksichtigt) haben bislang die meisten syrischen Flüchtlinge aufgenommen.
  • Nur eine Million Menschen aus Syrien haben in der Europäischen Union Zuflucht gesucht.
  • 600.000 Syrer/innen leben in für die humanitären Organisationen schwer zugänglichen Regionen.
  • 9 von 10 Flüchtlingsfamilien im Libanon sind verschuldet.
  • Seit Beginn des Krieges leben im Libanon immer mehr Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Waren es 2011 noch 49 Prozent der Bevölkerung, sind es heute bereits 70 Prozent.

Foto: Florian Seriex

31. OKTOBER 2019
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