Ländliche Idylle mit Herausforderungen für die BewohnerInnen

Allen Widrigkeiten zum Trotz: Wie die Menschen im Südsudan mit der aussichtslosen Situation umgehen

Seit Dezember 2013 herrscht im Südsudan Bürgerkrieg. Politische Umwälzungen, kämpferische Auseinandersetzungen, Unsicherheit, Inflation, Nahrungsmitteldefizite und die instabile Wirtschaft haben das Land in den Ruin getrieben. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Ein Großteil der Bevölkerung wurde vertrieben; viele flohen in andere Regionen im Südsudan, andere flohen über die Landesgrenzen hinweg, um Zuflucht zu suchen.

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Heute, fast vier Jahre nach Beginn des Konfliktes, leiden Menschen in vielen Regionen des Landes unter Hunger. Sechs Millionen Menschen sind dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Noch nie wurde im Südsudan eine höhere Anzahl an Menschen verzeichnet, die hungrig zu Bett gehen.

Doch trotz der anhaltenden Not und der lebensbedrohlichen Situation geben die Menschen nicht auf. Wir möchten ihnen vier Menschen vorstellen, die danach streben, den Hunger zu überwinden und Veränderungen zu bewirken.

Vier Jahre des Konflikts: Vier Kräfte für Veränderung

Wir wollen uns gegenseitig helfen und unsere Situation verbessern. Wir tun das nicht um Profite zu machen. Agawol, Mutter und freiwillige Helferin im Bereich Ernährung

Agawol gibt alles, um ihre Familie zu ernähren und ihre Gemeinde wiederaufzubauen. Sie hat die nötige Entschlossenheit, um durchzuhalten.

Im letzten Jahr wurde Agawols sechste Tochter schwer krank. Überrascht hat sie das nicht. Die Ernten waren schlecht ausgefallen, die Preise in schwindelerregende Höhen gestiegen. Das einzige, was sie ihren Kindern zu essen geben konnte, waren gekochte Blätter. "Mein Kind weinte und weinte, aber ich hatte nichts Anderes, um sie zu füttern", sagt Agawol. Als ihre Tochter immer kraftloser und schwächer wurde, brachte sie das Mädchen in das Gesundheitszentrum von Aktion gegen den Hunger. Die Mitarbeiter diagnostizierten akute Unterernährung.

"Mir wurde gesagt, ich solle ihr eine spezielle Erdnusspaste geben", erklärt Agawol. Diese spezielle Zusatznahrung enthält viele Proteine und Mikronährstoffe und trägt entscheidend dazu bei, akut unterernährte Kinder aufzupäppeln. "Wir gingen jede Woche zu einer Untersuchung und ich konnte beobachten, wie mein Kind immer weiter zunahm, bis es einen Monat später entlassen werden konnte“, berichtet Agawol überglücklich.

Nachdem ihre Tochter gerettet wurde, meldete sich Agawol freiwillig im ambulanten Ernährungszentrum von Aktion gegen den Hunger, um das Team bei der Arbeit zu unterstützen. Sie half den Angestellten und lernte die Warnsignale für Unterernährung zu erkennen. Seitdem hat sie nicht aufgehört, sich freiwillig zu engagieren.

Ich habe acht Monate als Freiwilliger in den vom Konflikt am stärksten betroffenen Gebieten gearbeitet. Die Situation erfordert jede erdenkliche Hilfe und ich unterstütze mit meinem medizinischen Wissen. David Guy Zakaio, Doktor bei Aktion gegen den Hunger

Dr. David Zakaio arbeitet erst seit kurzem als humanitärer Helfer. Früher war er in der südsudanesischen Hauptstadt Juba tätig. Obwohl der Bürgerkrieg und die Kämpfe weit von seinem Wohnort entfernt stattfanden, entschloss er sich seinen Job und die Sicherheit seiner gewohnten Umgebung zu verlassen. Er wollte seine Fähigkeiten als Arzt nutzen, um den Menschen in seinem Land zu helfen.

Er begann bei Aktion gegen den Hunger als ambulanter Arzt zu arbeiten: "Ich bilde Gesundheitspersonal in lokalen Gesundheitszentren aus, um Kinder mit den schwerwiegendsten Fällen von Unterernährung zu behandeln", sagt er. "Mangelernährung schwächt das Immunsystem des Kindes und erhöht das Risiko, an Durchfall, Atemwegsinfektionen und Malaria zu sterben."

Ich wollte der Gemeinschaft nützlich sein. Es ist wichtig für mich, mein Wissen an die neuen Generationen weiterzugeben. Sie sind die Zukunft dieses Landes. Regina, Mutter und Gruppenleiterin

Regina lebt in einem Dorf in der Provinz Malualkon im Norden von Bahr el Ghazal. Im Juli 2017 waren dort rund 435.000 Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung betroffen.

Regina wurde vom Ernährungsteam von Aktion gegen den Hunger als Leiterin der Mütter-Selbsthilfegruppen ausgewählt. Diese ist Teil des Programms zur Vorbeugung von Mangelernährung bei Kindern. Mütter und Betreuer werden dabei über gesunde Pflege- und Ernährungspraktiken aufgeklärt.

Regina leitet die Unterstützungsgruppe ihrer Gemeinschaft. Ihre Geschichte ist einzigartig: Reginas einziges Kind starb 14 Tage nach der Geburt. Daraufhin übernahm sie die Verantwortung für sechs Kinder ihrer Verwandten. Sie kümmert sich um sie, als wären es ihre eigenen. Als das jüngste Kind krank wurde, brachte Regina den kleinen Jungen zum Zentrum von Aktion gegen den Hunger, wo seine akute Unterernährung behandelt wurde.

Mein Kind war krank und wollte nicht gestillt werden. Also brachte ich ihn zum Zentrum von Aktion gegen den Hunger in meinem Dorf. Während des Aufenthaltes erzählte mir das Personal viel über Hygiene. Achoc, Mutter und Baumeisterin

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