2016 – Ein Jahr in Bildern

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Ein Rückblick auf die Momente, die uns im Jahr 2016 herausforderten, schmerzten, unsere Stärken zeigten und uns motivierten.


Jemen

Aufgrund des seit März 2015 andauernden Konflikts im Jemen leiden Tausende Kinder und Erwachsene an Mangelernährung. Die Ernährungssituation zählt zu einer der schlimmsten der Welt. Zwei von drei Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Aktion gegen den Hunger ist in der Stadt Hodeidah, im Westen des Jemen im Einsatz, um den betroffenen Familien zu helfen. Auf unsere Frage, welche Nachricht sie der Welt übermitteln möchten, erhielten unsere Mitarbeiter folgende Antwort: „Wir essen nur einmal am Tag. Und meistens nur das Brot, das uns der Bäcker umsonst gibt. Bitte, sag den mächtigen Leuten, dass sie den Krieg beenden und uns helfen sollen.” Wir geben unser Bestes, damit die Welt ihnen zuhört.


Nigeria

Boko Haram hat unser Dorf niedergebrannt. Uns bleibt nichts außer der Kleidung, die wir am Körper tragen. Jegliche Einnahmequellen wurden uns weggenommen. Wir möchten wieder arbeiten und nach Hause gehen. Wir sind keine Bettler.“

Die Familien, die in dieser verlassenen Schule in Monguno leben, entkamen der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram. Ihre Heimatdörfer im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias wurden zerstört. Aktion gegen den Hunger leistet in dieser Schule Nothilfe. Seit 2009 terrorisiert Boko Haram Gemeinden und zerstört Ernten, Dörfer und Gesundheitseinrichtungen. Aktion gegen den Hunger versorgt Familien, die durch den Konflikt vertrieben wurden, mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln, Wasser, einer Unterkunft und Gesundheitsversorgung.


Irak

„Wir wohnen jetzt seit 18 Monaten hier. Es geht uns besser als zuvor. Jeden Morgen gehe ich ins Gewächshaus und kann arbeiten. Ich kann frische Produkte essen und dank meines Einkommens kann meine Familie überleben.“

Muhammad ist weit weg von seinem Hof in Syrien. Er befindet sich im Flüchtlingslager Gawilan im irakischen Kurdistan. Hier gibt es vier Gewächshäuser, die Aktion gegen den Hunger betreibt und in denen Flüchtlinge täglich arbeiten können. Die Auswirkungen des Projekts sind vielseitig: Neben der Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Einkommens der Flüchtlinge sind die Preise der Lebensmittel im Flüchtlingslager gesunken.


Zentralafrikanische Republik

Dieser Vater hat alles in seiner Macht stehende getan, um sein Kind zu versorgen. Doch in der Zentralafrikanischen Republik herrscht ein verheerender Konflikt. Es ist für Eltern sehr schwierig, genug Essen zu finden, um ihre Familien zu ernähren. Dieses Kind litt an lebensgefährlicher Mangelernährung und wurde in einer Gesundheitsstation von Aktion gegen den Hunger aufgenommen.

Die Station ist voll von Kindern, die an akuter Mangelernährung leiden: Sie sind zu krank, um zu spielen, und zu schwach, um zu weinen. Doch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sie erfolgreich behandeln. Im vergangenen Jahr wurden 80 Prozent der Kinder wieder gesund, die in unsere Behandlungszentren in der Zentralafrikanischen Republik eingeliefert wurden. Sie konnten wieder nach Hause zurückkehren.


Syrien

Die Syrienkrise ist die schwerste humanitäre Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Mehr als 150.000 Menschen haben ihr Leben verloren. 4,8 Millionen Menschen sind vor dem Krieg in die Nachbarländer geflohen. Über 13,5 Millionen Menschen sind weiterhin der Gewalt in ihrem Heimatland ausgesetzt.

Aktion gegen den Hunger ist in der gesamten Region im Einsatz: In Syrien, in Jordanien, im Libanon und im Irak versorgen wir Familien mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Maßnahmen zur Nahrungsmittelsicherheit. Zusätzlich leisten wir psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen.

Auf dem Foto sieht man einen älteren Mann, der aus Syrien geflüchtet ist. Einer unserer Mitarbeiter unterstützt ihn dabei, eine sichere Unterkunft in Jordanien zu erreichen.


Senegal

Landwirtinnen produzieren weltweit mehr als die Hälfte aller Nahrungsmittel und verdienen dennoch lediglich 10 Prozent des globalen Einkommens. Wenn wir den Hunger bis 2030 beenden und damit eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen wollen, dann müssen wir in kleine Betriebe von Landwirtinnen investieren. So erhalten sie einen besseren Zugang zu Bildung und Saatgut sowie das nötige Kapital, um gesunde Nahrungsmittel zu produzieren.

Aktion gegen den Hunger führt in Matam, im Nordosten Senegals, ein Programm zur Nahrungssicherheit durch. Das Projekt investiert in Landwirtinnen und ermöglicht ihnen Fortbildungen. Auf diese Weise können sie ihre Ernteerträge steigern, ihre Ernährung verbessern und ein Einkommen erwirtschaften.


Südsudan

2013 brach im Südsudan, dem jüngsten Land der Welt, ein Krieg aus. Die Gewalt hat 2,3 Millionen Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben. Und auch Familien, die dem Krieg nicht direkt ausgesetzt sind, leiden unter den Folgen. Das Land erlebt eine beispiellose Nahrungsmittelkrise. Mütter wie Aguwol (auf dem Foto) führen einen manchmal aussichtslosen Kampf, um ihre Familien zu ernähren.

„Die Krise verschlimmert sich immer weiter. Wir sind schon extrem arm, aber nun haben wir durch den Krieg alles verloren. Die meisten Pflanzensamen, die wir letztes Jahr gepflanzt haben, gingen ein. Die Erträge unserer Ernte sind aufgebraucht. Darum leidet meine jüngste Tochter an Mangelernährung. Ich habe sie zu einem Behandlungszentrum von Aktion gegen den Hunger gebracht, nun geht es ihr langsam besser. Und trotzdem bin ich noch immer verzweifelt auf der Suche nach Essen für meine ganze Familie. Jeden Tag wird es schwerer und schwerer“, erzählt Aguwol.


Uganda

Im Juli 2016 zwang eine neue Welle der Gewalt im Südsudan tausende Menschen zur Flucht. Viele von ihnen suchten Schutz in Uganda. Jeden Tag erreichen durchschnittlich zweitausend Flüchtlinge das Nachbarland. Die meisten kommen mit dem Boot und haben gerade einmal das bei sich, was sie tragen können.

„Ich habe dieses Foto im Aufnahmezentrum der Bidibidi Flüchtlingsunterkunft in Uganda aufgenommen. Diese Szene an der ‚Wartestation' fühlte sich sowohl chaotisch als auch ruhig an. Das Gefühl von Resignation der Familien war ergreifend. Sie wissen, dass sie in Sicherheit sind, aber auch, dass sie voraussichtlich für eine ganze Weile hier bleiben müssen“, berichtet Radhika Shah, Programmdirektor bei Aktion gegen den Hunger in Uganda.


Kambodscha

Anfang 2016 begann Aktion gegen den Hunger ein neues Programm in Kambodscha, um die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden im Kampf gegen den Hunger zu verbessern. Mangelernährung führt in manchen Regionen Kambodschas bei mehr als 44 Prozent der Kinder zu Wachstumsstörungen.

Die Familie auf dem Foto lebt in der Provinz Preah Vihear, im Norden Kambodschas. Wir schulen Familien, um ihr Wissen über Ernährung, Hygiene und Gesundheitspraktiken zu verbessern. So können sie ihren Kindern helfen, gesund aufzuwachsen.


Mali

„Ich ging zu Kindiaba. Sie ist die örtliche Gesundheitshelferin, die vor einigen Monaten in unser Dorf gezogen ist“, berichtet Namusa. „Kindiaba hat meinen Sohn Samakoun gewogen und seine Größe und Temperatur gemessen. Dann sagte sie mir, dass er an Mangelernährung erkrankt ist und eine spezielle Behandlung benötigt. Sie gab mir therapeutische Fertignahrung, um ihm zu helfen. Danach gingen wir einmal die Woche zur Folgeuntersuchung. Nach nur einigen Wochen hatte Samakoun sich erholt.“

Aktion gegen den Hunger bildet Gesundheitshelfer aus. Diese haben eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Mangelernährung in lokalen Gemeinden. Denn so können Eltern ihre Kinder direkt vor Ort behandeln lassen und müssen sie nicht in weit entfernte Krankenhäuser bringen.

 

Fotos: Florian Seriex, Guy Calaf, Samuel Hauenstein Swan, Lys Arango, Aktion gegen den Hunger Mali, Radhika Shah, Francisco Peral

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