Fünf Fakten über die Hungersnot

Im Jemen, Südsudan, Somalia und Nigeria stehen mehr als eine Million Kinder vor einer Hungersnot. Aber was genau ist das eigentlich, eine Hungersnot?

1. Eine Hungersnot ist ein tödlicher Wendepunkt

Das Wort „Hungersnot“ wird genutzt, um die schlimmste Form einer Hungerkrise zu beschreiben. Sie wird nur dann ausgerufen, wenn folgende drei Kriterien zutreffen:

  • 20 Prozent der Bevölkerung stehen weniger als 2.100 Kilokalorien am Tag zur Verfügung
  • Mehr als 30 Prozent der Kinder sind von akuter Mangelernährung betroffen
  • 2 von 10.000 Menschen oder 4 von 10.000 Kindern sterben jeden Tag an Hunger

Kinder sind die ersten, die von Mangelernährung betroffen sind. Ohne Hilfe werden sie ihren nächsten Geburtstag nicht erleben.

2. Eine Hungersnot entsteht nicht über Nacht

Hungersnöte treten nicht plötzlich auf. Sie entwickeln sich langsam und bleiben meistens monatelang unbeachtet von der Öffentlichkeit und der Presse. Oft haben Familien bereits Monate, wenn nicht sogar Jahre, große Not erlebt, bevor eine Krise Schlagzeilen macht. Traurigerweise werden weitreichende Notfallmaßnahmen erst dann ergriffen, wenn die Situation den kritischen Punkt bereits erreicht hat.

Die momentane Hungerkrise hätte verhindert werden können, wenn die internationale Gemeinschaft früher eingegriffen hätte. Laufende Analysen, Daten und Warnsysteme haben uns eindeutige Zeichen gegeben und aufgezeigt, wo umfangreiche humanitäre Unterstützung am dringendsten in den vier Ländern gebraucht wird, die im Moment kurz vor der Hungersnot stehen.

Aktion gegen den Hunger und viele weitere Hilfsorganisationen sind vor Ort und retten Leben. Aber der Bedarf ist groß. Die internationale Gemeinschaft muss die bereits zugesagten Hilfen zügig zur Verfügung stellen.

3. Hungersnöte sollte es im 21. Jahrhundert nicht mehr geben

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts starben jedes Jahrzehnt Millionen Menschen während einer Hungersnot. Seitdem wurden große Fortschritte gemacht und katastrophale Hungersnöte mit mehr als einer Million Todesopfern konnten verhindert werden.

Mit der Einführung internationaler Menschenrechte und einer zunehmend vernetzten Welt kann man immer weniger die Augen davor verschließen, dass Kinder vor Hunger sterben. Der starke Rückgang der Todesfälle ist auch humanitären Organisationen und einer immer engagierteren Zivilgesellschaft zuzuschreiben, die seit den 1970er Jahren hart daran arbeiten, politische Entscheidungsträger in die Verantwortung zu nehmen. Das ist eine große Leistung!

Aber auch wenn es Fortschritte gibt, blicken heute mehr als eine Million Kinder im Jemen, Nigeria, Somalia und Südsudan dem Hungertod ins Auge. Durch bewaffnete Konflikte und ihre negativen Auswirkungen auf den Zugang zu Nahrung stehen fast 20 Millionen Menschen vor dem Nichts.

4. Ein menschengemachtes Problem – eine menschliche Lösung

Hungersnot und Hunger sind nicht unvermeidbar. Sie sind von Menschen verursacht und können auch von Menschen gelöst werden. Fehlendes Einschreiten verletzt die Rechte von Millionen von Kindern.

„Hungersnöte sind menschengemacht. Ihre Warnsignale sind nicht zu übersehen. Die Welt hat eine kollektive Verantwortung, heute etwas zu unternehmen, damit andere Menschen nicht noch tiefer ins Unglück sinken. Jetzt muss gehandelt werden. Wir können Kindern nicht ihrer Zukunft berauben.“ Jean-Michel Grand, Direktor bei Aktion gegen den Hunger Großbritannien.

5. Noch können wir Leben retten und die schlimmste Tragödie abwenden

Humanitäre Organisationen wie Aktion gegen den Hunger retten Leben und helfen Tausenden Kindern, zu überleben.

Der Bedarf ist gewaltig, und das Überleben von mehr als einer Million Kinder hängt von schnellen Maßnahmen ab. Ohne politische Lösungen, die Einhaltung des internationalen humanitären Rechts, flexible Finanzierung und einen sicheren, bedingungslosen Zugang zu den betroffenen Menschen wird das Leiden weiter zunehmen, werden noch mehr Kinder sterben.

Aber wir müssen mehr tun, als die Menschen nur am Leben zu erhalten. Wir müssen auch in die Zukunft schauen und uns fragen, was als nächstes kommen soll. Wir müssen Lösungen erarbeiten, durch die sich die Gemeinden wieder voll entwickeln und solche Krisen später selbst bewältigen können.

Foto: Aktion gegen den Hunger Südsudan

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