Frauen und Männer beim Unkraut jähten und Umgraben eines lehmigen Bodens.

FAO Bericht: Zahl der Hungernden steigt wieder

Erstmals seit Jahren steigt die Zahl der Mangelernährten

Die neuen Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind in höchstem Maße alarmierend: Erstmals seit Jahren hat die Zahl der Hungernden wieder zugenommen. Laut dem Bericht waren 2016 insgesamt 815 Millionen Menschen weltweit mangelernährt – fast 40 Millionen mehr als 2015. Elf Prozent der globalen Bevölkerung hungern, die meisten davon leben in Afrika.

Ein Armutszeugnis für die internationale Gemeinschaft

„Die Zahlen der FAO sind ein Armutszeugnis für die internationale Gemeinschaft. Das ist hoffentlich ein Weckruf“, sagte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director bei Aktion gegen den Hunger. „Wenn die Verantwortlichen nicht endlich entschieden gegen Hunger und Mangelernährung vorgehen, sind die international vereinbarten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung nicht mehr einzuhalten.“

Mangelernährte Kinder verlieren Anschluss an Gesellschaft

Die Auslöser von Hunger und Mangelernährung sind vielfältig: Dazu gehören Armut, Ungleichheit, kriegerische Konflikte, Vertreibung, der Klimawandel, die Verletzung von Menschenrechten und die fehlende Förderung von Frauen. Mangelernährung hat nicht nur Folgen für das Gesundheitswesen der betroffenen Länder, sie schwächt auch das Wirtschaftswachstum: „In Südasien und in Afrika südlich der Sahara sind rund zwei Drittel aller Kinder von Hunger und Armut bedroht. Sie verlieren den Anschluss an die Gesellschaft“, warnte Friedrich-Rust.

Handlungsbedarf auf politischer Ebene

Dennoch unternehmen die politisch Verantwortlichen viel zu wenig. Weniger als ein Prozent der Mittel für die Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit fließt in Programme zur Ernährungssicherung. Es wird geschätzt, dass bis 2025 sieben Milliarden US-Dollar zusätzlich benötigt werden, um wenigstens einen Teil der Nachhaltigkeitsziele im Hinblick auf Hunger und Mangelernährung zu erreichen. „Wir bedauern, dass die Internationale Gemeinschaft bislang weit hinter ihren eigenen Zusagen zurückgeblieben ist“, sagte Friedrich-Rust. „Wenn wir uns auf internationaler Ebene gemeinsam wirklich dafür einsetzen, dann können wir Hunger und Mangelernährung bis zum Jahr 2030 weitgehend besiegen.“

Aktion gegen den Hunger fordert stärkeren Einsatz

Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, sich finanziell stärker für Ernährungssicherung einsetzen. Dies gilt auch für die Regierungen der von Hunger betroffenen Länder. Diese rufen wir außerdem dazu auf, das Humanitäre Völkerrecht durchzusetzen, so dass Helferinnen und Helfer ungefährdet Zugang zu notleidenden Menschen erhalten.

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