Junge im Jemen steht vor Wasserkanistern

Fragen und Antworten rund um die humanitäre Katastrophe im Jemen

Wie ist die aktuelle Lage im Jemen?

Die Situation im Jemen hat sich zur größten humanitären Krise der Welt entwickelt. 22 Millionen Menschen – das entspricht 2/3 der Bevölkerung – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 8,4 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht. Krieg, die verheerende Cholera-Epidemie und Hunger führen zu unermesslicher Not.  

Lebensmittel sind unerschwinglich teuer geworden. Die Preise für alltägliche Dinge wie Nahrung, Wasser und Benzin sind um 600 Prozent gestiegen.

In etlichen Städten gibt es kein sauberes Wasser mehr, denn es fehlt der Treibstoff für die Pumpen. Auch die Abwassersysteme sind zusammengebrochen.
Noch nie hat es einen größeren Cholera-Ausbruch gegeben. Derzeit geht man von rund einer Million Fälle aus. Viele Krankenhäuser mussten schließen oder wurden zerbombt.

Dort, wo gekämpft wird, können die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen. Es ist unmöglich geworden, einen Arzt zu erreichen.

Wie ist die Situation der Kinder?

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Alle zehn Minuten stirbt ein Kind an den Folgen von Hunger oder Krankheit. Schwer mangelernährte Kinder sind anfällig für Infektionen. Ihr Immunsystem ist stark geschwächt. Viele sterben an einer Kombination aus Hunger und der Durchfallerkrankung Cholera.

Eine ganze Generation ist verloren. Schulen wurden geschlossen oder zerstört. Kinder können nicht zur Schule gehen. Die Zahl der Kinderhochzeiten steigt. Manche Mädchen werden schon im Alter von acht Jahren verheiratet, damit die Familie ein Mitglied weniger ernähren muss.

Was hat es mit den Blockaden auf sich?

Die Blockade der Häfen sollte die Rebellen im Norden des Landes treffen. Letztlich aber hat sie dramatische Konsequenzen für die Menschen des Landes. Die Kriegsparteien nehmen die Bevölkerung in Geiselhaft. Durch die geografische Lage haben sie ein leichtes Spiel: Denn aufgrund der Blockade der See- und Landwege kommt niemand und nichts in den Jemen hinein und auch niemand hinaus. Da die Menschen festsitzen, kommt es auch zu keinen Flüchtlingsbewegungen, die Zielländer beunruhigen könnten – ein öffentlicher Aufschrei bleibt daher aus.

Es ist höchste Zeit, dass die Blockade der Häfen vollständig aufgehoben wird, damit wieder Nachschub ins Land kommt. In Regionen ohne Strom arbeiten wir mit Generatoren, um in Krankenhäusern und Gesundheitszentren wenigstens eine Basisversorgung aufrecht erhalten zu können. Auch bestimmte Impfstoffe und Medikamente müssen gekühlt werden. Wenn der Treibstoff zur Neige geht, ist uns dies nicht mehr möglich.

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