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Global Nutrition Report 2018: Alle Staaten müssen mehr gegen Mangelernährung tun!

Global Nutrition Report in Bangkok vorgestellt

Mangelernährung in ihren unterschiedlichen Formen gibt es in jedem Land weltweit. Während die Industriestaaten insbesondere mit Übergewicht zu kämpfen haben, betreffen Hunger und Unterernährung in erster Linie Länder des Globalen Südens. Das zeigt die fünfte Ausgabe des Global Nutrition Reports, der heute in Bangkok vorgestellt wurde. Demnach sind 39 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung übergewichtig oder adipös, während gleichzeitig jedes Jahr rund 20 Millionen untergewichtige Babys geboren werden.

Über 150 Millionen Kinder litten 2017 an chronischer Mangelernährung

„Der Bericht zeigt, dass alle Staaten deutlich mehr unternehmen müssen, um Mangelernährung zu bekämpfen“, sagte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director von Aktion gegen den Hunger. „Zwar ist die Zahl chronisch untergewichtiger Kinder weltweit innerhalb von 17 Jahren gesunken, doch kommt diese Entwicklung viel zu langsam voran.“ Im Jahr 2000 waren knapp 33 Prozent aller Kinder chronisch mangelernährt, 2017 waren es noch gut 22 Prozent.Insgesamt litten 2017 über 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren an chronischer Mangelernährung, 50 Millionen Kinder waren laut Global Nutrition Report akut mangelernährt und mehr als 38 Millionen übergewichtig.

Ziel der Vereinten Nationen: Den Hunger bis 2030 besiegen!

Aktion gegen den Hunger verweist auch auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Hunger und Mangelernährung. „Ein Land mit unterernährten Kindern kann der Armut kaum entkommen“, so Jan Sebastian Friedrich-Rust. „Investitionen in die Ernährung sind ein wichtiger Indikator für gute Regierungsführung.“ Aktion gegen den Hunger fordert, das Thema Ernährung in den öffentlichen Haushalten noch wesentlich stärker zu berücksichtigen: „So lange nur etwa 0,5 Prozent der Entwicklungshilfe für die Ernährung bereitgestellt werden, ist es schwer, die selbstgesteckten Ziele zu erfüllen.“ Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sehen vor, Hunger und Mangelernährung bis 2030 zu besiegen.