Psychologen zur Bekämpfung von Mangel­ernährung

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Können Psychologen helfen, Mangelernährung zu bekämpfen? Diese Idee mag skurril erscheinen. Doch bereits vor zehn Jahren entschied Aktion gegen den Hunger, das Thema geistige Gesundheit in einige Programme gegen Mangelernährung zu integrieren. Ein Jahrzehnt später wollen wir diesen Ansatz noch stärker verfolgen.

In westlichen Gesellschaften ist es normal, dass Menschen nach einem Schicksalsschlag wie dem Tod eines Kindes oder einer Vergewaltigung psychologisch betreut werden. In Ländern, in denen der Zugang zu psychologischer Unterstützung weniger verbreitet ist, bleibt diese Begleitung in Situationen großen Leids meist aus. Dabei kann dies große Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden, aber auch auf die Ernährung haben, vor allem bei Kindern.

Depression und Mangelernährung

Traumatische Erlebnisse wie Krieg, Vertreibung oder Naturkatastrophen können Folgen wie Traumata, Depressionen, Stress oder Trauer nach sich ziehen. Dies beeinflusst wiederum die Möglichkeiten der Eltern, sich um ihre Kinder zu kümmern. Das heißt, die psychologischen Probleme der Eltern können indirekt Mangelernährung bei den Kindern hervorrufen.

Tatsächlich ist das Risiko höher, dass ein Kind weniger gut wächst oder sich schwerer von akuter Mangelernährung erholt, wenn die Eltern unter Depression leiden, im Schockzustand sind oder wenig Zeit haben. Dieses Phänomen ist vor allem in Ausnahmezuständen problematisch, in denen Nahrungsmittelknappheit die Situation der Familien häufig weiter erschwert.

Die Verbindung zwischen Eltern und Kindern ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung. So ist es bei der Betreuung von Kindern nicht nur wichtig, wie die Kinder ernährt und medizinisch versorgt werden, sondern auch, wie die Eltern oder Betreuer sie emotional unterstützen.

Die Bedeutung von Kultur

Der lokale Glaube darüber, was gut und was schlecht für Kinder ist, beeinflusst stark, wie diese betreut werden. Aktion gegen den Hunger setzt deswegen bei tiefliegenden Überzeugungen sowie soziokulturellem Glauben an. So lernen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kultur verstehen und können erkennen, welche Faktoren Mangelernährung fördern. An diesen Stellen kann dann gezielt über Aufklärung und Trainings angesetzt werden.

Foto: Andrew Parsons

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