Zentral­afrikanische Republik: Versprochene Finanzhilfen lassen auf sich warten

Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den vergessenen Krisen: Vor einem guten halben Jahr - am 17. November 2016 - kam die Internationale Gemeinschaft in Brüssel zusammen, um sich über Finanzhilfen für das kriegsgeplagte Land zu einigen.

Sechs Monate nach der Konferenz folgten den Versprechen jedoch noch immer keine konkreten Taten: Die Hilfszusagen wurden bislang nicht ausgezahlt. Aktion gegen den Hunger und die Norwegische Flüchtlingshilfe schlagen deswegen Alarm.

Der Wiederaufbau- und Friedensplan für die Zentralafrikanische Republik sah eigentlich einen Finanzbedarf von 2,9 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2017 bis 2021 vor. Doch bis jetzt wurden nur etwa 16 Prozent der Finanzierungsversprechen eingehalten.

„Diese Zahlen spiegeln leider die chronische Unterfinanzierung humanitärer Operationen in der Zentralafrikanischen Republik wider“, sagte Arnaud Lavergne, Länderdirektor von Aktion gegen den Hunger in der Zentralafrikanischen Republik. Die Hälfte der Bevölkerung in der Zentralafrikanischen Republik ist von humanitärer Unterstützung abhängig. Zudem wird die Mehrheit der grundlegenden Sozialeinrichtungen, wie Gesundheitsvorsorge, Bildung, Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneeinrichtungen, von internationalen Organisationen sichergestellt.

Neue Gewaltwelle

Seit dem fehlgeschlagenen Staatsstreich bewaffneter Kräfte im Dezember 2013 kommt das Land nicht zur Ruhe. Die instabile Lage macht es so gut wie unmöglich, wirtschaftliches Wachstum oder eine Verbesserung des Gesundheitssystems zu erzielen. Mehr als drei Millionen Menschen sind in den letzten vier Jahren vom Konflikt betroffen.

Und die Gewalt im Land steigt seit September 2016 wieder an: Fast täglich liefern sich bewaffnete Gruppen Auseinandersetzungen. Mittlerweile sind auch Gebiete betroffen, die bislang verschont geblieben waren. „Diese neue Welle der Gewalt trifft auch humanitäre Akteure wie Hilfsorganisationen, die direkt vor Ort sind“, sagte Maureen Magee, Länderdirektorin der Norwegischen Flüchtlingshilfe in der Zentralafrikanischen Republik.

Aufruf an die internationale Gemeinschaft

Aktion gegen den Hunger und die Norwegische Flüchtlingshilfe rufen daher die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich dringend stärker zu engagieren. Sie muss die Versprechen einhalten, die sie gegenüber der zentralafrikanischen Bevölkerung eingegangen ist. Den Zusagen aus Brüssel müssen endlich Taten folgen.

Foto: William Daniels

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