DANONE, NESTLÉ & CO. gefährden 800.000 Kinderleben pro Jahr

Aggressives Marketing gefährdet Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern

Aggressives Marketing für Muttermilchersatz führt dazu, dass weniger gestillt wird. In Ländern des globalen Südens hat dies gravierende Folgen für die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern. Wir starten in Deutschland und Frankreich eine Unterschriftenaktion, die sich an Nestlé und Co. richtet. Die weltweit größten Hersteller von Muttermilchersatz gefährden pro Jahr rund 800.000 Kinderleben. Fast 40 Jahre nach der Verabschiedung des Milch-Kodex der Weltgesundheitsorganisation WHO verstoßen sie weiter gegen internationale Vereinbarungen. Das geht aus dem neuen Bericht „Gegen Profitgier, für Kinderleben – Let them choose“ der humanitären und entwicklungspolitischen Organisation Aktion gegen den Hunger hervor.

Mangelnde Aufklärung der Eltern

„Es ist ein Skandal, wie aggressives Marketing ein falsches Bild zeichnet: Müttern wird suggeriert, dass Muttermilchersatzprodukte besser und gesünder seien als zu stillen. Dabei kostet die Ernährung mit Milchersatz viele Babys in Schwellen- und Entwicklungsländern das Leben!“, kritisierte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director bei Aktion gegen den Hunger. Der Grund: Dort, wo es keinen Zugang zu sauberem Wasser gibt, Kühlmöglichkeiten fehlen und es um die Hygiene generell schlecht bestellt ist, führen falsch verwendete Muttermilchersatzprodukte oft zu Durchfallerkrankungen – eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern.

Verstöße gegen den Milch-Kodex der WHO

Der Milch-Kodex der WHO wurde 1981 ins Leben gerufen, um Kinderleben zu schützen. 135 Länder der Welt haben ihn teilweise oder ganz übernommen. Allerdings wird die Einhaltung kaum kontrolliert. Der Bericht „Let them choose“ listet beispielhaft zahlreiche Verstöße in Kamerun, Burkina Faso und Bangladesch auf:
• Krankenhauspersonal und Apotheken erhalten Geld, Geschenke oder technische Hilfen, damit sie Muttermilchersatzprodukte empfehlen.
• Vertreter großer Hersteller gehen in Gesundheitsstationen ein und aus.
• Werbeanzeigen machen falsche Gesundheitsversprechungen („health claims“).
• Idealisierende Darstellungen auf den Verpackungen reizen zum Kauf an.
• Produkte und Gebrauchsanweisungen sind nicht in Landessprache verfasst.

Gegen Profitgier, für Kinderleben - #LetThemChoose

Wir fordern die sechs größten Hersteller von Muttermilchersatz, Nestlé, Danone, FrieslandCampina, Kraft Heinz, Abbott und Reckitt Benckiser, dazu auf, sich öffentlich von aggressiven Marketingmethoden zu distanzieren und den Milch-Kodex endlich vollständig in allen Punkten umzusetzen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, startet die Organisation in Deutschland und Frankreich eine Unterschriftenaktion: „Wir hoffen, dass der Druck der Öffentlichkeit Wirkung zeigt“, so Friedrich-Rust weiter. „Es ist nicht hinnehmbar, dass aggressive Marketingstrategien, die wiederholt von allen Mitgliedsstaaten der WHO verurteilt wurden, Säuglingsmilch weiterhin als bessere Wahl idealisieren, dadurch das Stillen verunglimpfen und damit gleichzeitig zu einer höheren Säuglingssterblichkeit und einer schlechteren Gesundheit von Millionen von Kindern beitragen.“

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