Zwei Menschen hocken auf dem Boden. Im Hintergrund die Zeltlandschaft des Flüchtlingscamps.

Stimmen aus Bangladesch: Geflüchtete Rohingya aus Myanmar schildern ihre Erlebnisse

Hunderttausende Flüchtlinge dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen

Seit dem Ausbruch der Kämpfe im Norden Myanmars im August sind nach Angaben der UN bereits über 400.000 Frauen, Männer und Kinder über die Grenze ins benachbarte Bangladesch geflohen. Viele mussten über Tage hinweg in provisorischen Unterkünften an der Grenze ausharren. Oftmals sind sie nur mit dem geflohen, dass sie gerade am Leib trugen. Nun stehen sie vor dem Nichts, leiden Hunger und Durst, sind durch die schrecklichen Erlebnisse traumatisiert und dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Verlust in der Gegenwart, Angst vor der Zukunft

Nurun, Hasina, Abdul und Kulsuma sind nach Bangladesch geflohen und haben in einer Notunterkunft im grenznahen Kutupalong Zuflucht gefunden. Ihre Geschichten von Verlust und Zunkunftsängsten sind so individuell wie exemplarisch für das Leid hunderttausender Frauen, Männer und Kinder.

Nurun Naha

Die 26-jährige Nurun hat die Grenze zu Bangladesch kurz nach der Gewalteskalation erreicht. Sie floh mit acht ihrer neun Kinder in das benachbarte Land. „Ich musste meinen Sohn zurücklassen und weiß nicht, wo mein Mann ist“ sagt sie voller Sorge. „Als die Gewalt zunahm, sind wir so schnell gelaufen, wie wir konnten und haben uns versteckt. Mitten in der Nacht. Das einzig Wichtige war, zu überleben.“

Nurun Naha ist unglaublich besorgt. Denn sie weiß nicht, ob es ihr achtjähriger Sohn über die Grenze geschafft hat. Sie hofft darauf, Mann und Kind in Bangladesch wiederzusehen.
„Als wir in Bangladesch ankamen, wussten wir nicht, wohin wir gehen sollten. Also sind wir am Straßenrand sitzengeblieben. Wir waren hungrig und die Kinder haben bitterlich geweint. Ein Fremder hat uns etwas zu Essen gegeben und uns eine Unterkunft angeboten. Da waren wir unglaublich dankbar! Ich schäme mich, von anderen Menschen Essen erbitten zu müssen. Ich wünschte, ich könnte zu Hause in Rakhine sein“, sagt Nurun traurig, während sie ihren 15 Tage alten Sohn anblickt.

Hasina