Amina mit Enkelkind

Syrien: Angst, Trauer, Hoffnung

Wie die 67-jährige Amina eine neue Berufung fand, als sie schon alles verloren glaubte

Als der Krieg in Syrien begann, weigerte sich Amina, ihre Heimatstadt Aleppo zu verlassen. Die Witwe und siebenfache Mutter blieb – auch wenn ihre Kinder nach Jordanien und in die Türkei flohen. Doch nach drei Jahren Bürgerkrieg wurde der 67-Jährigen klar: Auch sie musste fliehen um zu überleben.

Obwohl die meisten ihrer Kinder in der Türkei Zuflucht gefunden haben, blieb Amina nur die Flucht nach Jordanien. Auf dem Weg dorthin begleitete sie einer ihrer Enkelsöhne. Doch die Sicherheitskräfte ließen ihn nicht ins Land; der Teenager musste nach Syrien zurückkehren.

"Die Trennung ist schwer. Meine Familie ist in alle Winde verweht. Es zerreißt mein Herz, aber dass wir wieder zusammenkommen, erscheint mir undenkbar", sagt Amina. "Nach allem, was wir durchgemacht haben, fühle ich mich sehr einsam ohne meine Kinder."

Amina lebt nun im Flüchtlingslager Azraq. Es befindet sich im Norden Jordaniens und beherbergt fast 36.000 syrische Flüchtlinge.

Aktion gegen den Hunger setzt sich im Camp für sauberes Wasser und hygienische Lebensumstände ein. Unterstützt wird die Arbeit von UNICEF. Ein Fokus liegt auf dem Thema Aufklärung und Weiterbildung von Müttern: Es gibt regelmäßige Treffen, sodass sich die Frauen untereinander in Hygieneangelegenheiten und dem Umgang mit Wasser austauschen können.

Amina ist eine von mehr als 720 Müttern, die sich im Programm von Azraq angemeldet haben. Die Frauen treffen sich zweimal im Monat. "Ich wollte schon immer andere Frauen dabei unterstützen, unser Camp sauber zu halten, damit die Menschen gesund bleiben", sagte Amina. "Ich stelle sicher, dass sie genau wissen, was sie tun müssen, um ihre Kinder vor Krankheiten zu schützen. Wenn man in einem Flüchtlingslager lebt, ist das nicht einfach. Genau deshalb habe ich mit den Frauen zusammengearbeitet. Die Hygieneroutinen mussten geändert werden.“

Aktion gegen den Hunger und UNICEF unternehmen viel, um die Hygiene in dem Lager zu verbessern: Neben der Wasseraufbereitung, der Wasserversorgung und der täglichen Wartung von über 3.600 Waschstationen gibt es Schulungen speziell für Kinder. Der kinderfreundliche Bereich ist für jeden zugänglich. Die Kinder erfahren dort spielerisch, warum Hygiene so wichtig ist und wie man das kostbare Wasser möglichst sparsam nutzt.

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Die positiven Auswirkungen sind deutlich zu spüren. "Nach zwei Jahren Arbeit hier im Camp kann ich sagen: Die Hygienestandards haben sich stark verbessert", sagt Majd, Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger.

Auch Amina hat die Mitarbeit in der Müttergruppe viel gebracht: Die Arbeit half ihr, mit Verlust und Einsamkeit fertig zu werden. "Ich behandle diese Frauen wie meine eigenen Töchter, was mir ein gutes Gefühl gibt", sagt Amina. "Wir haben starke Bande geknüpft und geben uns gegenseitig Ratschläge.“

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