Junge in Senegal sitzt auf einem Karren.

Mauretanien und Senegal: 900.000 Menschen steuern auf kritische Ernährungssituation zu

Menschen droht humanitäre Notlage

Anhaltende Dürren, zu niedrige Erträge, Konflikte und immer knapper werdende Ressourcen. Die Situation in der Grenzregion von Mauretanien und Senegal ist alarmierend: 900.000 Menschen droht eine humanitäre Notlage. Aktion gegen den Hunger fordert eine nachhaltige Lösung für die Region und die betroffene Bevölkerung.

Die Prognosen für die im Juni anstehende Hungerzeit sind für die Sahelregion alarmierend. 900.000 Menschen steuern allein in Mauretanien und dem Senegal auf eine kritische Ernährungssituation zu. Zudem wird prognostiziert, dass in Mauretanien 31.000 Kinder an schwerer Unterernährung leiden werden. Dies entspricht einem Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Zu wenig Weideland, schwindende Wasserquellen und steigende Preise

Hauptproblem sind die knapper werdenden Ressourcen von Wasser und Weideland, die zu Konflikten und Hunger führen. Erhebungen von Aktion gegen den Hunger zeigen, dass es im Grenzgebiet von Mauretanien und Senegal an ausreichend Weideland mangelt. Das erschwert die Nahrungsmittelbeschaffung und Existenzsicherung der Bevölkerung um ein Vielfaches, da sie abhängig von grasendem Vieh wie Kühen, Kamelen und Ziegen sind. Schon jetzt steigt der Preis für Viehfutter und die vorhandenen Wasserstellen reichen nicht aus. Zudem ist ein Anstieg an Konflikten zwischen Menschen, die auf land- und viehwirtschaftliche Ressourcen und Erträge angewiesen sind, zu befürchten.

Die Lösung: eine gemeinschaftliche Weidelandnutzung

Aktion gegen den Hunger fordert eine sofortige und nachhaltige Lösung für die gesamte Region. Die sichere Versorgung mit Lebensmitteln ist ein elementares Mittel zur Konfliktprävention: „Der wachsende Wettbewerb um natürliche Ressourcen erfordert eine gemeinschaftliche und grenzüberschreitende Weidelandnutzung. Nur so können Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen verhindert werden. Lokale Ernährungsprogramme müssen sicherstellen, dass bedrohte Familien ausreichend versorgt sind und ihre Existenz sichern können", sagte Manuel Sánchez-Montero, Advocacy Direktor von Aktion gegen den Hunger.

“Allzu oft wird viel zu spät und unzureichend reagiert. Der Fokus liegt zudem auf der Nothilfe. Doch viel wichtiger ist es, die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu stärken", erklärte Elena Vicario, Landesdirektorin für Aktion gegen den Hunger in Mauretanien.

Aktion gegen den Hunger ist einer der größten humanitären und entwicklungspolitischen Akteure in der Region. Unsere Projekte zielen durch lokalen Getreideanbau und eine gemeinschaftliche Bewirtschaftung darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung maßgeblich zu stärken. Neben mittel- und langfristigen Maßnahmen sind wir auch auf Nothilfeeinsätze stets vorbereitet.

24. MAI 2019
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