Collage Nothilfe Gaza

Unvorstellbares Leid in Gaza:
Unsere Nothilfe

Die Lage im Nahen Osten ist weiterhin katastrophal. Seit dem Angriff auf Israel am 7. Oktober und den darauffolgenden unerbittlichen Kampfhandlungen im Gazastreifen hat sich die humanitäre Lage dort bis heute nicht beruhigt. Nach einer kurzen Waffenruhe Anfang 2025 gingen die Angriffe unerbittlich weiter und die Grenzen waren erneut geschlossen. Fast keine Hilfsgüter kamen an. Nun herrscht seit Herbst 2025 ein fragiler Waffenstillstand, der jedoch immer wieder gebrochen wird. Für die Menschen im Gazastreifen bleibt die Situation weiter mehr als kritisch. Fast alle leben nach wie vor in Vertriebenenlagern. Seit Beginn der Kampfhandlungen wurden mehr als 72.600 Menschen getötet, Hunderttausende Menschen verletzt. 

Es muss nun dringend gehandelt werden! Die Not der Menschen in Gaza ist unvorstellbar: Es fehlt an sauberem Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, Strom und Treibstoff sowie sicheren Unterkünften. Gleichzeitig treten Krankheiten wie Polio auf und eine Rattenplage befällt die überfüllten Geflüchtetenlager.

Gaza: Gesamte Bevölkerung leidet Hunger

Ganze Straßenzüge, Krankenhäuser und Wohnhäuser sind zerstört: Fast alle Gebäude sind beschädigt oder stehen nicht mehr. Der Großteil der Krankenhäuser kann nicht mehr betrieben werden, viele der Krankenhausgebäude sind in Gänze zerstört. Der Großteil der Menschen lebt in überfüllten, provisorischen Camps auf engstem Raum. Viele Familien mussten in den vergangenen Monaten mehrfach flüchten, weil auch die als sicher ausgewiesenen Zonen oft früher oder später angegriffen wurden. Nachdem sie während der kurzen Waffenruhe versuchten, in ihre Häuser zurückzukehren, waren sie danach erneut auf der Flucht. Nun ist es aufgrund der Zerstörung kaum möglich, eine sichere Unterkunft zu finden. Währenddessen wird die sogenannte sichere Zone immer kleiner – sie beträgt nur noch einen Bruchteil des gesamten Gebiets. Die Zerstörung ist allgegenwärtig und ein Wiederaufbau wird auch bei erneuter Waffenruhe viele Jahre dauern.

Genug zu essen gibt es noch immer kaum, denn der Großteil der Anbauflächen ist zerstört, Gewächshäuser beschädigt und das Vieh verendet. Die Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, doch die viel zu wenigen über die Grenzen eingeführten Hilfsgüter reichen bei weitem nicht aus. Der Hunger ist kaum zu stillen.

Der Großteil der Bevölkerung leiden unter akutem Hunger (IPC-Phase 3 oder höher), der Rest kämpft mit chronischer Nahrungsmittelknappheit. Spenden Sie jetzt online und helfen Sie den Menschen im Nahen Osten und weltweit!

 

Ja, ich möchte helfen 

 

Unser Kollege Vincent Stehli, für Programme bei Aktion gegen den Hunger zuständig, war vor ein paar Monaten in Gaza und berichtete von dem, was er erlebt hat und was ihm die Menschen von ihrer Not erzählten:

Aktion gegen den Hunger vor Ort in Gaza

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So helfen wir in Gaza  

Unsere Mitarbeitenden vor Ort befinden sich weiterhin im Gazastreifen, auch wenn unsere internationalen Kolleg*innen die Region erst einmal verlassen mussten. Doch unsere Teams unterstützen ihre Mitmenschen weiter. Sie arbeiten unter extremen Bedingungen, um Menschen in akuter Not mit Trinkwasser, wenigen verfügbaren Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe zu versorgen.

Doch die Herausforderungen sind nicht weg: Plünderungen, Treibstoffmangel und blockierte Lieferwege gefährden unsere Programme. Geplante Hilfslieferungen können nicht zugestellt werden. Und trotz Waffenruhe kommt es immer wieder zu Angriffen. Das Risiko für unsere Mitarbeitenden ist enorm – doch sie bleiben, um zu helfen.

Seit Oktober 2023 konnten wir in Gaza mehr als 1,3 Millionen Menschen mit unserer Nothilfe erreichen – etwa die Hälfte davon Kinder. Allein im Jahr 2026 haben nun mehr als 185.000 Menschen – fast 120.000 Kinder – Nothilfe von Aktion gegen den Hunger erhalten. 

  • Wir verteilen täglich an mehr als 50 Stellen im Gebiet sauberes Trinkwasser sowie Hygieneartikel wie Windeln und Seife.
  • Wir geben getrocknete bzw. eingemachte und frische Lebensmittel wie Konserven, Mehl, frisches Obst und Gemüse aus.
  • Wir verteilen Decken, Matratzen und Baumaterial für notdürftige Hütten an geflüchtete Menschen und arbeiten daran, beim Wiederaufbau zu unterstützen.
  • Wir bauen mobile Latrinen in Geflüchtetencamps und nahe den Krankenhäusern, die großteils nur noch in Ruinen stehen und höchstens teilbetrieben werden.
  • Wir unterstützen beim Saubermachen der Geflüchtetencamps und beim Entfernen von Trümmern und helfen, die Kanalisation wiederaufzubauen.
  • Wir unterstützen Familien mit Bargeldhilfen, damit sie sich in den noch bestehenden Märkten selbst versorgen können.
  • Wir leisten psychosoziale Unterstützung für die vielen Menschen, die derzeit in Gaza Schreckliches erleben müssen.
  • Wir unterstützen die örtlichen Landwirt*innen mit Saatgut und Werkzeugen und planen Hilfe beim Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur. Dabei helfen wir ihnen dabei, ihre Felder und Gewächshäuser wiederaufzubauen.
  • Wir planen die Unterstützung unsere Partner vor Ort beim Wiederaufbau, unter anderem mit benötigtem Material. 

Unterstützen Sie unsere Nothilfe in Gaza  und weltweit mit Ihrer Spende!

In der Katastrophe vor Ort

Aufgrund der noch immer in zu geringem Umfang über die Grenze gelassenen Hilfsgüter und der Angriffe trotz offizieller Waffenruhe sowie dem Abzug unserer internationalen Kolleg*innen konnten wir im Gazastreifen in den vergangenen Monaten nur unter schwierigsten Bedingungen humanitäre Hilfe leisten. Unsere Teammitglieder – die selbst mit ihren Familien mehrmals flüchten mussten – arbeiten aber unermüdlich weiter, um im Rahmen des Möglichen sauberes Wasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel zu organisieren und sie an die Menschen zu verteilen oder ihnen dabei zu helfen, ihre Lebensgrundlagen zwischen den Trümmern wiederaufzubauen. 

Die Waffen müssen dauerhaft schweigen – von allen Seiten – um das Leben der Menschen in Gaza nun schützen – damit es eine Zukunft für die Bevölkerung gibt.  

Unsere Mitarbeitenden leben zum Großteil selbst in Notunterkünften und helfen ihren Mitmenschen, wo immer sie können. Unterstützen Sie unsere Hilfe weltweit mit Ihrer Spende!

 

Jetzt Spenden

Die Wasser- und Stromversorgung sind noch immer großteils unterbrochen und es muss nun dringend für genug Treibstoff gesorgt werden, um die Trinkwasserversorgung wieder zu gewährleisten und die noch funktionierenden Krankenhäuser zu betreiben. Gerade an Treibstoff fehlt es immer wieder.

Polio, Cholera und mehr: Krankheiten gefährden Gazas Bevölkerung zusätzlich

Die Gefahr für Krankheiten wie Cholera und anderen Durchfallerkrankungen und auch der eigentlich als ausgerottet geltenden Polio ist weiterhin hoch. Die Hälfte der Fälle von Durchfall treten bei Kindern unter fünf Jahren auf. Sie sind besonders gefährdet, an den Folgen zu sterben. Hepatitis A, Läuse und Krätze verbreiten sich bereits rasant, in den Zeltlagern haben sich Ratten angesiedelt, die vor allem die Kinder beißen.

Auch die Zahl der Atemwegserkrankungen bleibt hoch. Das liegt auch daran, dass der Großteil der Bevölkerung – viele bereits mehrfach geflüchtet – auf engstem Gebiet in überfüllten Notcamps Schutz sucht. Hier gibt es oft nur eine Latrine für 500 Menschen oder nur eine Dusche auf 2000 Menschen. 

Auch Polio war in Gaza zurück. Die hochübertragbare Krankheit, auch als Kinderlähmung bekannt, konnte durch eine groß angelegte Impfkampagne eingegrenzt werden. Grund für das Auftreten und Verbreiten von über Wasser übertragbare Krankheiten wie Polio oder Cholera sind die Zerstörung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur, die dringend repariert werden muss sowie die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten und die engen Notsiedlungen, in denen sich Ratten und Insekten ansiedeln. Es muss nun dringend dafür gesorgt werden, dass sich diese Krankheiten – insbesondere die eigentlich gut bekämpfbare Polio – nicht weiter verbreiten. 

Die Zukunft einer ganzen Generation wird aufs Spiel gesetzt. Durch die Angriffe selbst, durch die auftretenden Krankheiten, aber auch durch zerstörte Schulen: Während der Angriffe waren Bildungsmöglichkeiten fast unmöglich. Dennoch versuchen Lehrer*innen und Freiwillige, so viele Kinder wie möglich in den Lagern zu unterrichten und ihnen damit ein wenig Normalität zurückzugeben. Doch die wiederholte Flucht, das Einpferchen auf engem Gebiet und die schwere Lebenssituation der Menschen erschweren alles.

Unsere Forderung 

Ein sofortiger, dauerhafter Waffenstillstand muss zwingend eingehalten werden. Nur so kann die dringend benötigte humanitäre Hilfe Menschen erreichen, deren Überleben auf dem Spiel steht. Die seit vielen Jahren im Gazastreifen arbeitenden Hilfsorganisationen müssen die Möglichkeit haben, ihre Arbeit weiterzuführen – in vollem Umfang. Die zwischenzeitlich eingerichteten Mechanismen waren nicht geeignet, eine hungernde, leidende Bevölkerung in diesem Stadium der Not auch nur ansatzweise ausreichend zu versorgen. Zu wenig sind die Hilfsgüter, zu schwer zu erreichen die lediglich vier Verteilungsstellen. Auch eine Luftbrücke und ein Abwerfen weniger Hilfspakete, die dazu eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, waren lediglich Symbolpolitik. Die Grenzübergänge müssen dauerhaft geöffnet bleiben – für Hilfe, Hoffnung und Menschlichkeit. 

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2. JUNI 2026
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