Heuschrecken vernichtet Vegetation in Ostafrika.

Heuschreckenplage verschärft Hungerkrise in Ostafrika

Im vergangenen Jahr hielt eine lange Dürreperiode die Menschen in Ostafrika monatelang in Atem. Nahrung und Wasser waren knapp. Viele Familien kämpften tagtäglich ums Überleben.

Als der Regen kam, war der Boden so trocken, dass Ernten und Häuser überschwemmt wurden. Und damit nicht genug: Der Regen schuf perfekte Bedingungen für die Vermehrung und Ausbreitung von Heuschrecken.

Heuschrecken sind die ältesten und gefährlichsten Schädlinge der Welt. So groß wie eine Hand fressen sie alles, was grün ist, und vernichten ganze Felder und Weiden. Ihr Appetit ist unersättlich – ein Schwarm von der Größe von Los Angeles kann an einem Tag so viel Nahrung aufnehmen wie die gesamte Bevölkerung Kenias. Ihre Zerstörungskraft ist enorm und raubt den Frauen, Männern und Kindern in Ostafrika die Lebensgrundlage.

„Nach der Dürre vom letzten Jahr haben sich die Bedingungen gerade erst verbessert. Der Regen sorgte auch dafür, dass es genügend Weideflächen für unsere Tiere gab, die die Heuschrecken nun zerstören. Unsere Tiere werden sterben. Auch wir werden sterben!“
Learao
– Learao, Hirte im Dorf Ndonyilengala in Kenia

Heuschreckenschwärme breiten sich weiter aus

Für Somalia und Äthiopien ist es die schlimmste Heuschreckeninvasion seit 25 Jahren – für Kenia seit 75 Jahren. In diesen drei Ländern sind 10 Millionen Menschen von einer schweren Hungerkrise bedroht. Wenn sich die Schwärme durch die kommende Regenzeit im März weiter vermehren und ausbreiten, sind weitere 3,24 Millionen Frauen, Männer und Kinder in Uganda und im Südsudan akut gefährdet. 

Die Gemeinden versuchen die Heuschrecken mit lauten Geräuschen zu vertreiben. Sie pfeifen und schlagen mit Töpfen. Die effektivste Methode, um die Schädlinge zu bekämpfen, ist jedoch das Sprühen von Pestiziden.

 
 

 

Aktion gegen den Hunger leistet Nothilfe

Zur Bewältigung der Krise leisten unsere Teams vor Ort sofortige Hilfe für Familien, die unter Hunger leiden. Wir erweitern die Geldtransferprogramme, damit diese Lebensmittel kaufen können. Wir bereiten Lieferungen für die Regenzeit vor, damit wir schnell reagieren können, wenn der Hunger zunimmt und lebensbedrohlich wird, und arbeiten mit den nationalen Gesundheitsministerien zusammen, um auf die steigende Zahl von Mangelernährten vorbereitet zu sein. Gemeinsam mit lokalen Behörden und Organisationen wie der FAO überwachen wir außerdem den Zugang zu den Märkten, die Verfügbarkeit von Wasser für Mensch und Tier sowie die Zunahme von Durchfallerkrankungen.  

Doch die Zeit drängt: „Frühzeitiges Handeln rettet Leben“, sagt Hajir, Regionaldirektor von Aktion gegen den Hunger für Ostafrika. „Wir arbeiten seit Jahrzehnten in diesen Gemeinden, und wir wissen, was funktioniert. Wenn wir jetzt nicht schnell handeln, werden wir in den kommenden Monaten mit einer noch katastrophaleren Situation konfrontiert sein.“


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19. MÄRZ 2020
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