Howas Geschichte

Howas Geschichte ist gekennzeichnet von großem Schmerz, doch auch von Entschlossenheit. Im Sommer 2016 erreicht sie das Flüchtlingslager Bidi Bidi in Yumbe, im Norden Ugandas. Sie floh vor den gewaltsamen Auseinandersetzungen, die in ihrem Heimatland Südsudan herrschen. Mit sich trug sie ihre zwei Enkelkinder, Zwillinge, die damals erst zwei Wochen alt waren. Die Säuglinge Atoma und Anae waren deutlich untergewichtig und litten an Durchfall. Ihre Mutter verstarb während der Geburt in einem ländlichen Gebiet, fernab von jeglicher Gesundheitsversorgung.

Tiefe Trauer erfüllte Howa, aber auch eine Bestimmtheit: Es war nun ihre Verantwortung dafür zu sorgen, dass ihre Enkelkinder gesund und in Sicherheit gebracht wurden. Um die Säuglinge auf der Flucht aus dem Südsudan zu ernähren, gab sie ihnen zwei Wochen lang Kuhmilch. Im Flüchtlingslager Bidi Bidi angekommen, erhielt Howa Unterstützung von Aktion gegen den Hunger. Unsere Mitarbeiter behandelten die Säuglinge, die durch die Behandlung an Gewicht zunahmen und sich erholten.

Howa verfolgte die Behandlung ihrer Enkelkinder und lernte dabei Wichtiges über die gesunde und angemessene Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern. Heute ist Howa ein Vorbild für andere Betreuer und Mütter in der Flüchtlingssiedlung und gibt Ratschläge. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles, was sie von Aktion gegen den Hunger gelernt hat, mit anderen zu teilen.

„Ich liebe es, mit anderen Müttern und Betreuern zu arbeiten“, sagt Howa. „Im Südsudan war ich Krankenschwester. Deswegen ist es mir ein Bedürfnis, bei der Behandlung der Kinder zu helfen. Es ist schön, dabei zuzuschauen, wie sie wachsen und wieder gesund werden.“

Bisher hat sie eine Mutter von Drillingen betreut sowie zwei weitere Großmütter, die sich um ihre Enkelkinder kümmern. Sobald die Zwillinge stark genug sind, möchte Howa als Trainerin für Mütter aktiv werden. Zudem möchte sie lokale Mütter-für-Mütter Gruppen unterstützen und als Mentorin für Betreuer von Waisenkindern zur Verfügung zu stehen.

Howa erzählt von dem Glück, Zuflucht gefunden zu haben: „Ich bin so dankbar für die Unterstützung und die Freundlichkeit, die man uns entgegen gebracht hat.“

Obwohl Howa fliehen musste, ihre Tochter verlor und als Flüchtling nur unsicher in die Zukunft schauen kann, hilft sie anderen, wo sie nur kann. Ihre Stärke und Fürsorge sind auch für das Team von Aktion gegen den Hunger eine Inspiration.

Fotos: Aktion gegen den Hunger Uganda

20. JULI 2017
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