Hände greifen in einen Sack voll Weizen und lassen ihn zurückrieseln

Ukrainekrieg und Welthunger: Millionen Menschen werden leiden

In der Ukraine, insbesondere in den umkämpften Regionen, leiden die Menschen schon jetzt Hunger. Bereits 2021 benötigten 1,5 Millionen Menschen in der Ostukraine Unterstützung mit Lebensmitteln und bei der Sicherung ihres Lebensunterhalts. Wenige Wochen nach Beginn des Konflikts ist diese Zahl rapide gestiegen. Städte wie Mariupol sind gerade von jeglicher Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser abgeschnitten. Je länger die Kriegshandlungen andauern, desto mehr Frauen, Männer und Kinder werden von Hunger und Mangelernährung betroffen sein.  

Doch die Krise trifft nicht nur die Menschen in der Ukraine, der Krieg hat auch katastrophale Auswirkungen auf viele andere Regionen der Welt: Die Ukraine und Russland gelten als Kornkammern für Länder, die auf den Import von Getreide angewiesen sind. Sie produzieren zusammen ein Drittel des weltweiten Weizens. Fehlt diese Nahrungsquelle, werden viele Millionen Menschen darunter leiden. 

Jetzt helfen

Ukrainischer und russischer Weizen: Die Welt ist darauf angewiesen 

Rund 40 Prozent der ukrainischen Exporte von Weizen, Mais und pflanzlichen Ölen gehen nach Afrika und in den Mittleren Osten. So sind viele der Länder am Horn von Afrika auf ukrainisches Getreide angewiesen: Ruanda etwa bezieht 92 Prozent seines Weizens aus der Ukraine.

Drei Frauen transportieren Lebensmittel auf dem Kopf.
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Viele Menschen in Ländern Afrikas sind auf ukrainisches und russisches Getreide angewiesen, um sich und ihre Familien zu versorgen. 

Andere Länder erhalten wiederum den Großteil ihres Weizens aus Russland, dem größten Weizenexporteur der Welt: Nigeria, Indonesien oder der Jemen, ein Land, in dem durch den seit Jahren herrschenden Krieg schon jetzt eine Hungerkrise herrscht.

Export schon jetzt stark eingeschränkt 

Die Kriegshandlungen bringen schon jetzt die Ausfuhr von Getreide und Speiseöl aus beiden Ländern zum Stocken. Laut Welternährungsprogramm (WFP) können aktuell 13 Millionen Tonnen Weizen und 16 Millionen Tonnen Mais nicht aus der Ukraine exportiert werden.  

Dabei wird es voraussichtlich nicht bleiben: Bisher ist kein Ende der Kampfhandlungen in Sicht. Eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt der Aussaat. Doch Bäuerinnen und Bauern können ihrer Arbeit nicht nachgehen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass künftige Ernten ausfallen werden.  

Die Isolation Russlands wiederum verhindert Ausfuhren von russischem Weizen in Länder, die auf das Getreide angewiesen sind.

Teurer Weizen = mehr Welthunger 

All das wird zu erheblichen Spannungen auf den internationalen Märkten führen. Bereits jetzt sind die Preise für exportierte Lebensmittel stark angestiegen. Innerhalb der ersten Kriegswoche schoss der Weizenpreis auf 400 Euro pro Tonne. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lag er bei der Hälfte – bei 200 Euro pro Tonne. Schon die Coronavirus-Pandemie hat für hohe Preise gesorgt. Der Krieg lässt die Lage weiter eskalieren. Familien wissen nicht, wie sie sich ernähren sollen.  

Auch humanitäre Hilfsprogramme sind stark von russischem und ukrainischem Weizen abhängig. Der Anstieg der Weizenpreise wird daher auch die Kosten für humanitäre Hilfe weltweit rapide erhöhen.

Ein Mann aus Äthiopien gießt keimende Pflanzen mithilfe einer zur Gießkanne umfunktionierten Wasserflasche
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Neue Anbaumethoden und Strategien wie Hydroponik können die Ernährungssicherheit in Gegenden, die auf Importe angewiesen sind, zukünftig stärken.

Kurzfristige Hilfe und langfristige Ernährungsstrategien 

Um zu verhindern, dass Millionen Menschen unter den Auswirkungen des Krieges auf die weltweite Ernährungssicherheit leiden, fordern wir, dass landwirtschaftliche Produkte nun prioritär als Nahrungsmittel verwendet werden. Kurzfristig müssen wir darauf verzichten, sie beispielsweise als Agrartreibstoffe zu nutzen, und sie vor allem vor Börsenspekulation schützen! Langfristig wiederum müssen zu große Abhängigkeiten von bestimmten Ländern vermieden und globale Ernährungssysteme nachhaltiger gestaltet werden. 

Wie schaffen wir weltweite Ernährungssicherheit? Ganz wichtig wird dabei das Konzept der Agrarökologie sein. Wir brauchen eine ökologisch nachhaltige und klimaschonende Anbauweise – und zwar an regionale Gegebenheiten angepasst. So können Produkte regional angebaut, weiterverarbeitet und konsumiert werden.  

Ein kleines Kind sitzt in Nepal auf Säcken mit Nahrungsmitteln
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Viele Familien, besonders Kinder, trifft der Krieg in der Ukraine in bereits schweren Zeiten. Gemeinsam können wir ihnen Hoffnung schenken.

Der Krieg in der Ukraine ist eine humanitäre Katastrophe – sowohl für die Menschen im Land als auch weit über die Landesgrenzen hinaus. Wichtig ist es jetzt, die Rohstoffmärkte weltweit zu stabilisieren – und den Menschen, die schon jetzt unter Hunger und Mangelernährung leiden, mehr denn je unter die Arme zu greifen.  

Aktion gegen den Hunger unterstützt Frauen, Männer und Kinder sowohl in der Ukraine als auch in Ländern, die von Getreideimport abhängig sind. Helfen Sie uns dabei?

Jeder Beitrag zählt: Schenken Sie Familien Hoffnung!
9. JUNI 2022

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