Zyklon Gezani in Madagaskar überflutet ganze Stadtteile von Tomasina

Madagaskar: Zyklon Gezani stürzt das Land in eine humanitäre Notlage

Am Dienstag, 10. Februar, traf der intensive tropische Zyklon Gezani auf die Ostküste Madagaskars. Innerhalb weniger Momente fegten außergewöhnlich heftige Windböen mit einer Geschwindigkeit von schätzungsweise 180 bis 200 km/h durch die Stadt Toamasina. Der Alltag in der Stadt kam schnell zum Erliegen, als heftige Winde Häuser zerstörten, Stadtteile überschwemmten und weitreichende Strom- und Telekommunikationsausfälle verursachten.
 

„Ganze Stadtteile sind nun überflutet oder verwüstet. Die Straßen sind mit Trümmern, entwurzelten Strommasten und heruntergefallenen Kabeln verstopft, was jede Bewegung in der Stadt schwierig und gefährlich macht. Die Strom- und Kommunikationsnetze sind in fast der gesamten Region ausgefallen“, erklärt Rija Randrianarisoa, Notfallmanagerin von Aktion gegen den Hunger in Toamasina.
 

Nach dem Zyklon bleiben viele Geschäfte und Lebensmittelgeschäfte geschlossen. „Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist aufgrund der teilweise noch blockierten Straßen und logistischer Einschränkungen weiterhin stark beeinträchtigt, obwohl die RN2 (Nationalstraße) inzwischen wieder geöffnet wurde. Diese Situation lässt Befürchtungen hinsichtlich Versorgungsengpässen und Preissteigerungen auf den lokalen Märkten aufkommen“, sagt Randrianarisoa.
 

Die Zahl der Todesopfer, aber auch der materiellen Verluste sind besonders alarmierend. Nach der ersten Einschätzung des Tropensturms Gezani durch das Ministerium für Inneres und Dezentralisierung und das Nationale Amt für Risiko- und Katastrophenmanagement (BNGRC), die am 11. Februar veröffentlicht wurde, gab es Dutzende von Toten, Vermissten und Verletzten. Derzeit liegt die Zahl der Todesopfer bei 31 – darunter 29 in Toamasina II – sowie vier Vermisste und 35 Verletzte. Hunderttausende Menschen sind betroffen, mehrere Tausend mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Aufnahmezentren untergebracht.

Auswirkungen von Zyklon Gezani in Madagaskar
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Zyklon Gezani trifft eine Bevölkerung, die zu großen Teilen bereits in Not lebt. Vor allem Menschen, die in einfachen Unterkünften leben, sind stark getroffen. Die Bedarfe an humanitärer Hilfe steigen.

In den von Teams von Aktion gegen den Hunger und BNGRC besuchten Notunterkünften wurden Toiletten, Duschen und Wassertanks installiert. Diese Einrichtungen reichen jedoch nicht aus, um den wachsenden Zustrom von Opfern zu bewältigen. Da ständig neue vertriebene Familien eintreffen, könnten mehrere Standorte schnell überfüllt sein, was sowohl die Gesundheitsrisiken als auch die sozialen Spannungen erhöht.

Zyklon auf Madagaskar: Humanitäre Hilfe in einer schwer getroffenen Region

Während die humanitären Hilfsmaßnahmen allmählich Gestalt annahmen, begannen die ersten Sanierungsarbeiten in den frühen Morgenstunden des 11. Februar, als die Stadt noch in Dunkelheit gehüllt war. Die Feuerwehr und der Zivilschutz reagierten sofort und wurden dabei trotz begrenzter logistischer Ressourcen vom Militär und der Gendarmerie unterstützt. 

Teams aus Antananarivo trafen ein, um die bereits in Toamasina mobilisierten Kräfte zu unterstützen. Aktion gegen den Hunger stellte sofort Werkzeuge wie Kettensägen zur Verfügung, um die Aufräumarbeiten des Zivilschutzkorps und der Feuerwehr zu unterstützen. Auch die BNGRC erhielt logistische Unterstützung in Form eines Generators und einer Starlink-Satellitenverbindung, um trotz Stromausfällen und Netzinstabilität die Koordination aufrechtzuerhalten.

Der Bedarf, der auf mehrere Millionen Dollar geschätzt wird, betrifft hauptsächlich Notunterkünfte für mehr als 6.800 Menschen, den Zugang zu Trinkwasser, die Bereitstellung grundlegender Gesundheitsversorgung sowie Nahrungsmittelhilfe und Geldtransfers. Hinzu kommen der Schutz gefährdeter Menschen und die vorrangige Räumung und Wiederherstellung grundlegender Versorgungsleistungen.

Jede Spende kann in Notsituationen wie dieser den Unterschied machen. Jetzt helfen und spenden:

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Um diesen dringenden Bedarf zu decken, planen die Teams von Aktion gegen den Hunger, in den kommenden Tagen Küchen- und Hygiene-Sets in mehreren Unterkünften, insbesondere in Toamasina II, zu verteilen. Die Organisation wird außerdem mit dem raschen Wiederaufbau und der Reparatur von Häusern beginnen, indem sie Geld für Unterkünfte bereitstellt oder Unterbringungskits verteilt, die von der Europäischen Union (ECHO) und dem Start Network finanziert werden, um die Überbelegung der Aufnahmezentren zu verringern und die Wiederaufnahme des Schulbetriebs zu ermöglichen. Darüber hinaus werden mobile Wasseraufbereitungsanlagen eingesetzt, deren E/node/3insatzort auf der Grundlage der Ergebnisse laufender Bewertungen des Zugangs zu Wasser festgelegt wird.

Der Zyklon Gezani hat eine Region in Not hinterlassen, deren Bevölkerung bereits tief gezeichnet ist. Die Behörden und humanitären Akteure sind zwar bereits mobilisiert, doch das Ausmaß der Schäden deutet auf eine lang anhaltende Krise hin. Um die Folgen dieser Katastrophe zu bewältigen, sind umfangreiche, besser koordinierte Hilfsmaßnahmen und zusätzliche Finanzmittel erforderlich, um den Wiederaufbau zu unterstützen und die Bedürfnisse der am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen zu decken.

13. FEBRUAR 2026
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