Bundestag

Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung

Grünes Licht für globale Verantwortung?

Im Koalitionsvertrag vereinbaren die Bündnispartner der deutschen Bundesregierung zu Beginn ihrer Legislaturperiode, an welchen Leitlinien sich die gemeinsame Politik orientieren soll. Die Koalitionsverhandlungen der 2021 neu gewählten Ampelkoalition fanden vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie, einer eskalierenden Klimakrise und dramatisch ansteigenden globalen Hunger- und Armutszahlen statt. 

Angesichts der Verschlechterung der weltweiten humanitären Situation haben wir im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP eine Reihe von Forderungen und Vorschlägen an die Regierungsparteien gerichtet. Wir haben analysiert, welche unserer Impulse in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurden, welchen Stellenwert humanitäre Fragen in dem Dokument haben und welche Aufgaben sich daraus für den neuen Bundeskanzler Scholz und sein Kabinett – besonders vor dem Hintergrund der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2022 – ergeben.

Unser Fazit: Jetzt ist es an der Zeit zu handeln! 

Die vergangene Regierung hat in ihrer internationalen Zusammenarbeit einen Schwerpunkt auf globale Ernährung gelegt und sich dabei als einer der größten bilateralen Geber für Ernährungssicherung etabliert. Dennoch konnte diese ambitionierte Strategie im Bereich Entwicklung und humanitäre Hilfe vor dem Hintergrund widersprüchlicher Prioritäten nicht konsequent umgesetzt werden.

Die Ankündigung der neuen Regierung, all ihre Politik am Pariser Klimaabkommen und an den Nachhaltigen Entwicklungszielen auszurichten, bewerten wir als gut und wichtig. Nun müssen allerdings konkrete Umsetzungspläne folgen, die diesen Worten Gewicht verleihen. Denn Hunger und Mangelernährung sind die Folgen zahlreicher Faktoren wie Klimaschocks, Fragilität und sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit, zuletzt noch verstärkt durch die COVID-19-Pandemie. Die Antworten auf Hunger- und Ernährungskrisen müssen dieser Komplexität gerecht werden. Das funktioniert nur, wenn alle Ressorts, konstruktiv zusammenarbeiten.

Das Jahr 2022 wird zeigen, ob die Koalition es schafft, ihre alten und neuen Ressorts an den gemeinsamen Zielen auszurichten: ob ihr der Spurwechsel zu 1,5 Grad gelingt und ob sie sich innerhalb und außerhalb Europas für Klimagerechtigkeit und eine Welt ohne Hunger einsetzt. 

Menschen stehen auf einem Feld und bereiten den nächsten Anbau vor
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Klimaschutz ganz praktisch: Im Osten Kameruns praktizieren kamerunische Bäuer*innen und zentralafrikanische Flüchtlinge in Schulungsfeldern bereits resiliente und nachhaltige agropastorale Anbaumethoden. Das Projekt wird von Aktion gegen den Hunger unterstützt.

4. JANUAR 2022
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