Menschen im Südsudan arbeiten auf einem Feld.

SÜDSUDAN

WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1985

Mitarbeiter*innen:  303

Bevölkerung:  14,3 Mio.

Erreichte Menschen 2019:  508.987

Unterernährungsrate:   keine Daten

Seit der Südsudan im Jahr 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärte, kämpft das Land mit einer anhaltenden Notsituation und Entwicklungsproblemen. Gerade einmal zwei Jahre nach der Unabhängigkeit brachen erneut gewalttätige politische Auseinandersetzungen aus. Zehntausende Menschen wurden getötet und über 1,9 Millionen aus ihren Dörfern vertrieben. Das Land verfügt über große Ölreserven und ist eines der ertragreichsten landwirtschaftlichen Gebiete Afrikas. Trotzdem hat die Bevölkerung mit extremer Armut zu kämpfen. Insgesamt ist etwa die Hälfte der Südsudanesinnen und Südsudanesen von Hunger bedroht. Doch es gibt auch Hoffnung für den jüngsten Staat der Welt: Das im September 2018 unterzeichnete Friedensabkommen bringt als Potential mit sich, dass zumindest die gewalttätigen Auseinandersetzungen ein Ende finden.

Was sind die Gründe für die humanitäre Krise im Südsudan?

Bewaffnete Konflikte beeinträchtigen das Leben im Südsudan. Aufgrund von Kämpfen flohen knapp zwei Millionen Menschen in Nachbarstaaten. 1,9 Millionen sind Binnenvertriebene. In den Gemeinden, in denen die Geflüchteten Zuflucht gefunden haben, werden die Ressourcen zunehmend knapp. Naturkatastrophen sowie der Konflikt mit dem Nachbarland Sudan treiben die Nahrungsmittelpreise in die Höhe und vergrößern die Not der Familien. Die trockene Jahreszeit, in der nur eine geringe oder gar keine Ernte zu erwarten ist, verschärft die Lage im Südsudan weiter. Viele Familien verlieren ihre Existenzgrundlage und können sich nicht ausreichend ernähren.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Südsudan?

Anhaltende Konflikte, schlechte Ernten, der Mangel an Nahrungsmitteln und kaum Regen führen zu einer akuten Unterernährung der südsudanesischen Bevölkerung. Im Februar 2017 wurde in zwei Bezirken des Bundesstaates Unity die Hungersnot ausgerufen. Rund 100.000 Menschen verhungerten. Fast die Hälfte der Bevölkerung war einer akuten Ernährungsunsicherheit ausgesetzt.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Südsudan?

Bereits seit 1985 ist Aktion gegen den Hunger im heutigen Südsudan im Einsatz:

  • Wir behandeln Mangelernährung.
  • Wir schulen Mütter und Freiwillige darin, Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen.
  • Wir geben Schulungen zu Ernährungstechniken in Krisenzeiten und über die Bedeutung und Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen.
  • Durch neue Brunnen und reparierte Pumpen stellen wir ausreichend sauberes Trinkwasser bereit. So ermöglichen wir Wege aus der chronisch unsicheren Versorgungslage der Region.
  • Darüber hinaus bauen wir gemeinsam mit den Gemeinden Latrinen und geben Hygieneschulungen, um den Kreislauf zwischen wasserbasierten Krankheiten und Mangelernährung zu durchbrechen.
  • Unsere Notfallteams reisen in die entlegensten Gebiete des Landes, um die Bedürfnisse der Menschen und der am schwersten von Mangelernährung betroffenen Regionen zu identifizieren. Diese Daten dienen als Grundlage dafür, die Hilfe der internationalen Gemeinschaft zur Lösung der Nahrungsmittelkrise im Südsudan effektiv einsetzen zu können.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

Wasser, Sanitär und Hygiene
110.854
Menschen haben Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen erhalten
Ernährung und Gesundheit
178.006
Menschen haben Nahrungsmittel erhalten
Lebensgrundlagen
11.806
Menschen konnten ihre Lebensgrundlagen auf eine sichere Basis stellen

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

Laufende Projekte

Humanitäre Hilfe zur Verbesserung der Ernährungslage in Subsahara Afrika
  • Direkt Begünstigte: rund 1.348.000  

  • Laufzeit: Juli 2021 – Juni 2024  

  • Mittelherkunft: Auswärtiges Amt, Aktion gegen den Hunger  

  • Fördervolumen: 17.204.300 Mio. € 

Es handelt sich um ein Regionalprojekt, welches in insgesamt 6 Ländern Subsahara-Afrikas umgesetzt wird (Äthiopien, Mali, Sudan, Südsudan, Somalia und Uganda). Das Ziel des Projekts ist es den Ernährungszustand, der von Krisen und Konfliktsituationen betroffenen Menschen zu verbessern. Da sowohl die unmittelbaren Auswirkungen, als auch die Ursachen von Mangelernährung bekämpft werden sollen, nutzt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz. Diese Vorgehensweise verknüpft verschiedene Sektoren miteinander: Es werden Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, (psychische) Gesundheit, Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH), Lebensmittelsicherheit sowie Katastrophenvorsorge umgesetzt.  

Zudem beinhaltet das Projekt eine Advocacy-Strategie. Fokus der Advocacy-Bemühungen im vorliegenden Projekt sind der Themenkomplex Klima und Hunger, die Stärkung lokaler Advocacy-Aktivitäten betroffener Gemeinschaften und die Ausweitung von evidenzbasierten lebensrettenden Maßnahmen im Bereich akuter Mangelernährung. Die Strategie soll unser Hauptziel einer Welt ohne Hunger auf der Ebene lokaler, regionaler und globaler Entscheidungstragenden verankern. Vor allem den Menschen, die von klimabedingtem Hunger betroffen sind, wird so durch Aktion gegen den Hunger global Gehör verschafft und eine klimafreundlichere Politik angestoßen.  

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:  

  • Ausstattung und Schulung von Gesundheitspersonal und Gesundheitshelfer*innen in den Gemeinden zur Prävention und Behandlung von Mangelernährung 
  • Unterstützung von gesunder Ernährung und Pflegepraktiken von Müttern, Säuglingen und Kleinkindern 
  • Schulung von Gesundheitshelfer*innen in den Gemeinden zur schnellen Behandlung von Krankheiten bei Kindern unter fünf Jahren, bzw. deren Überweisung an stationäre Einrichtungen  
  • Verteilung von lebenswichtigen Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln
  • Sensibilisierung für Gesundheitshygiene und Förderung von guten Hygienepraktiken  
  • Notversorgung mit Wasser und sanitären Anlagen  
  • Bargeldtransfers für von Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen, zur Überbrückung von extremen Hungerphasen  
  • Schulung von lokalem Regierungspersonal und krisenbetroffenen Gemeinden im Bereich Katastrophenvorsorge und gemeinsame Entwicklung von Katastrophen-Aktionsplänen 
  • Aufbau einer Evidenzbasis zu den konkreten Folgen von klimabedingtem Hunger  
  • Organisation einer Advocacy-Kampagne und internationalen Runden Tischen, um auf das Thema des klimabedingten Hungers aufmerksam zu machen und die Ausarbeitung von klimaresilienten politischen Strategien zu fördern  
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