Ein Ehepaar in Georgien steht vor ihrer Hütte.

GEORGIEN (SÜDKAUKASUS)

WIE WIR HELFEN
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1994

Mitarbeiter*innen:  39

Bevölkerung:  3,72 Mio

Erreichte Menschen 2019:  8.667

Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 steht Georgien vor großen humanitären und sozialen Herausforderungen. Insbesondere in den ländlichen Gebieten leben viele Menschen in Armut.

Wie ist die Situation in Georgien?

Die politische Krise um die Abspaltung der georgischen Regionen Abchasien und Südossetien bleibt auch ein Vierteljahrhundert nach dem Zerfall der Sowjetunion ungelöst. Das hat die wirtschaftliche Entwicklung ausgebremst und die Spannungen zwischen den lokalen Bevölkerungsgruppen verschärft. Die Separatistenregionen befinden sich aufgrund ihrer finanziellen Abhängigkeit von Russland in einer prekären Lage. 40 Prozent der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und produziert vorwiegend für den Eigenbedarf. Eine ineffiziente Nutzung der Ackerflächen, veraltete Technik und mangelhafte Strukturen ließen die Produktivität sinken.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Georgien?

Der Konflikt und die instabile Wirtschaftslage Georgiens führen zu hoher Armut bei einigen Teilen der Bevölkerung. Trotz Reformbemühungen lebt noch immer ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Viele Georgier*innen können sich und ihre Familien nicht ausreichend ernähren. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betreffen einen Großteil der Bevölkerung, insbesondere in den ländlichen Gebieten. 

In den letzten Jahren hat zudem ein invasiver Schädling die Lebensgrundlagen der Landbevölkerung weiter beeinträchtigt und stark geschwächt, was zu hohen Verlusten bei der landwirtschaftlichen Produktion geführt hat. Besonders betroffen von diesen Problemen sind Binnenvertriebene, ethnische Minderheiten, Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben sowie Frauen und Jugendliche.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Georgien?

In Georgien setzt sich Aktion gegen den Hunger seit 1994 für besonders schwache Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Binnenvertriebene ein. Unsere Teams vor Ort arbeiten täglich daran, gemeinsam mit der Regierung und lokalen Partnern, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern:

  • Wir schaffen Zugang zu sauberem Trinkwasser, richten sanitäre Anlagen ein und informieren über Hygienemaßnahmen.
  • Wir vermitteln Wissen zu landwirtschaftlichem Anbau und stärken damit die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden.
  • Wir setzen Nahrungsmittelsicherungsprogramme um, die darauf ausgerichtet sind, Menschen Zugang zu Grundnahrungsmitteln und einer sicheren Lebensgrundlage zu ermöglichen.  
  • Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördern wir die Teilnahme und Integration von Binnenvertriebenen in den Arbeitsmarkt. Das geschieht durch gezielte Beschäftigungs-, Bildungs- und Unternehmensinitiativen und eine verbesserte Anbindung an den öffentlichen und privaten Sektor.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

Lebensgrundlagen
5.937
Menschen konnten ihre Lebensgrundlagen auf eine sichere Basis stellen

Jetzt spenden und weltweit helfen

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

Laufende Projekte

EPIC – Wirtschaftliche Teilhabe von gefährdeten Binnenvertriebenen und lokalen Gemeinden 
  • Direkt Begünstigte: 530
  • Laufzeit: Januar 2018 – Juni 2021 
  • Mittelherkunft: GIZ GmbH  
  • Fördervolumen: 1.120.400 Mio. € 

Das Projekt zielt darauf ab, die Teilhabe und wirtschaftliche und soziale Eingliederung von Binnenvertriebenen und gefährdeten Mitgliedern der Aufnahmegemeinden zu unterstützen. Ihr Zugang zu Beschäftigung, unternehmerischen Tätigkeiten und Bildungsmöglichkeiten wird durch das Projekt verbessert. Der Ansatz trägt der Tatsache Rechnung, dass viele Binnenvertriebene mit einem hohen Maß an Isolation sowie sozialer und wirtschaftlicher Ausgrenzung konfrontiert sind. Im Rahmen des Projekts wird deswegen die von Aktion gegen den Hunger entwickelte Methode "Employment & Entrepreneurship Shuttle" eingesetzt, um die persönliche und berufliche Entwicklung von Binnenvertriebenen und gefährdeten Mitgliedern der lokalen Bevölkerung zu fördern, wobei der Schwerpunkt auf Frauen und Jugendlichen liegt. 

Das Projekt wird auch die Entwicklung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) unterstützen, die von Binnenvertriebenen geführt werden, um den Unternehmensumsatz zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen. Nicht zuletzt werden die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt mit relevanten Akteuren und Entscheidungsträgern geteilt um den Wissenstransfer an öffentliche Einrichtungen, insbesondere an lokale Behörden und staatliche Stellen, zu ermöglichen. 

Das Projekt wird von einem Konsortium von Organisationen— Aktion gegen den Hunger, Atinati und DVV International – durchgeführt. Alle drei Organisationen sind seit langem in den Zielregionen präsent und verfügen über eine langjährige Erfahrung bei der Umsetzung innovativer und wirksamer Wirtschafts- und Bildungsprogramme für Binnenvertriebene und andere gefährdete Gruppen. 

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:  

  • Durchführung von Veranstaltungen und Workshops mit relevanten lokalen und staatlichen Akteuren zu innovativen Ansätzen für Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum 
  • Durchführung einer Informationskampagne und verschiedener Schulungen (Employment & Entrepreneurship Shuttle, Education & Integration Programme) für Binnenvertriebene und gefährdete Aufnahmegemeinden 
  • Förderung des Engagements des Privatsektors und Entwicklung neuer und bestehender Unternehmen, u. A. durch regionale Marktbewertung, Gewinnung von Akteur*innen aus dem Privatsektor als Mentor*innen, finanzielle Start-up Hilfe, Entrepreneurship Forum 
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