
Aktion gegen den Hunger präsentiert Jahresbericht
Während weltweit immer mehr Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, sinkt zugleich die Bereitschaft, international Verantwortung zu übernehmen. Das verändert nicht nur die Lage der Betroffenen, sondern auch die Grundlagen der Arbeit von Aktion gegen den Hunger. Das zeigt die humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation in ihrem gerade erschienenen Jahresbericht.
„Die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit stehen vor tiefgreifenden Umbrüchen. Die Welt brennt, doch der Feuerwehr werden die Mittel gekürzt. Unsere Arbeit ist deshalb wichtiger denn je”, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.
Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 645 Millionen Menschen, also 7,8 Prozent der Weltbevölkerung, von Hunger betroffen. 309 Millionen Menschen in Afrika leiden unter Hunger. Damit ist jede fünfte Person auf dem Kontinent betroffen.
Der Preis der Kürzungen
Doch trotz dieser alarmierenden Zahlen erlitt die internationale Solidarität im letzten Jahr einen historischen Rückschlag: Nach der Auflösung von USAID wurden rund 83 Prozent der von der Behörde finanzierten Programme und Verträge gestrichen. Für Millionen Menschen bedeutete das den Wegfall dringend benötigter Hilfe, für humanitäre Organisationen den Verlust zentraler Finanzierungsquellen.
Ausgerechnet in dieser Situation zog auch Deutschland Mittel aus der humanitären Hilfe ab und kürzte den Etat um mehr als die Hälfte. Damit schrumpft die Unterstützung, während Hunger, Krisen und klimabedingte Notlagen weltweit weiter zunehmen.
Das UN-Nothilfebüro OCHA sieht sich gezwungen, Programme radikal zu priorisieren, sodass selbst lebensrettende Maßnahmen nur noch für einen Teil der Bedürftigen finanzierbar sind. Auch Aktion gegen den Hunger musste wichtige Programme einstellen. Für die Menschen in Not heißt das: weniger Nahrung, weniger medizinische Versorgung, weniger Schutz.
Solidarität unter gesellschaftlichem Druck
Gleichzeitig ist der Druck auf internationale Solidarität nicht nur finanziell spürbar. Weltweit geraten demokratische Räume in Bedrängnis. Polarisierung, Nationalismus und gesellschaftliche Spaltung nehmen zu, auch in Deutschland. Das verändert Debatten, verschiebt Grenzen des Sagbaren und stellt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend infrage. Diese Entwicklungen stellen den humanitären und entwicklungspolitischen Sektor vor tiefgreifende Herausforderungen.
„Entscheidend für die Zukunft der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit sind Innovation, starke lokale Partnerschaften und ein klarer Fokus auf Wirkung. Dieser Anspruch prägt unsere Arbeit”, erläutert Jan Sebastian Friedrich-Rust.
Trotz aller Herausforderungen: 21,2 Millionen Menschen erreicht
Die Teams von Aktion gegen den Hunger versorgten auch 2025 unter schwierigen Bedingungen mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung, stellten sauberes Wasser bereit, leisteten medizinische Hilfe und unterstützten Familien, die ihr Zuhause und ihre Sicherheit verloren haben. Gleichzeitig baut die Organisation gezielt langfristige Ansätze aus, um Menschen unabhängiger zu machen und lokale Strukturen zu stärken.
„Trotz der Herausforderungen haben wir viel, worauf wir stolz sein können: Im Jahr 2025 haben wir 21,2 Millionen Menschen in 52 Ländern erreicht und in 71 Notlagen Hilfe geleistet. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir uns dafür ein, die Ursachen und Folgen von Hunger zu bekämpfen. Denn wir sind nach wie vor überzeugt: Eine Welt ohne Hunger ist möglich”, ergänzt Jan Sebastian Friedrich-Rust.
Der Jahresbericht von Aktion gegen den Hunger ist hier verfügbar.
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