Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger versorgt Frauen und Kinder

Militärputsch im Sudan

Humanitäre Situation droht zusammenzubrechen

Aktion gegen den Hunger warnt, dass die derzeitigen Unruhen die humanitäre Lage im Sudan weiter verschlechtern könnten. Die instabile Lage beeinträchtigt den Zugang der Menschen zur Grundversorgung und zu lebenswichtigen Gütern. 

„Schon vor den aktuellen Entwicklungen lebten 80 Prozent der Menschen in Armut, über 20 Prozent der Menschen haben keinen gesicherten Zugang zu Lebensmitteln“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer der humanitären und entwicklungspolitischen Organisation Aktion gegen den Hunger, die seit 2018 im Sudan Projekte zur Sicherung von Lebensgrundlagen und Behandlung von Mangelernährung durchführt. Nach dem Militärputsch am 25.10.2021 hatten die USA Entwicklungshilfezahlungen in Höhe von 700 Millionen US-Dollar vorläufig eingestellt und auch die EU hat mit dem Stopp ihrer Zahlungen gedroht.

„Wir befürchten, dass sich diese Situation nun noch verschlechtern wird. Die zivile Bevölkerung des Sudans darf nicht den Preis für die politischen Unruhen ihres Landes zahlen“, so Friedrich-Rust. 

Frauen, Kinder und andere Minderheiten besonders gefährdet

„Frauen und Kinder sind in dieser Krise am meisten gefährdet“, sagt Sanjida Tawhid, die Landesdirektorin von Aktion gegen den Hunger im Sudan. „Im Sudan sind 50 Prozent der Fälle akuter Unterernährung bei Kindern auf wiederholte Durchfall- oder Wurminfektionen zurückzuführen, die durch mangelnden Zugang zu Wasser, schlechte sanitäre Einrichtungen und fehlende Hygienepraktiken verursacht werden. Zudem hat der Sudan mit 311 pro 100.000 Geburten eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt“, so Tawhid weiter.

Sudan ist Fluchtziel für Menschen aus Nachbarländern

Besonders prekär ist die Lage außerdem für die zahlreichen Geflüchteten im Sudan, die zu großen Teilen von humanitärer Unterstützung abhängig sind. Der Sudan ist eine der größten Auffanggemeinden Afrikas mit knapp einer Million Geflüchteter aus dem Südsudan, rund 60.000 Vertriebenen aus Tigray in Äthiopien sowie zahlreichen Menschen aus anderen Konfliktländern wie Eritrea, der Zentralafrikanischen Republik, dem Tschad, Syrien und dem Jemen.

Appell an internationale Gemeinschaft

„Als humanitäre Hilfsorganisation ist es unser Mandat, gerade auch in Krisenzeiten an der Seite von Menschen in Not zu stehen und Leben zu retten“, so Friedrich-Rust. „Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft, sich für einen umfassenden humanitären Zugang zur Zivilbevölkerung einzusetzen. Nur so können wir sicherstellen, dass sich Armut, Hunger und Mangelernährung im Sudan nicht noch weiter verschärfen und Menschenleben fordern werden.“

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in rund 50 Ländern und Regionen aktiv ist und über 25 Millionen Menschen unterstützt. Im Sudan ist Aktion gegen den Hunger seit 2018 im Einsatz und führt Ernährungsprogramme durch, um Mangelernährung zu behandeln und zu vermeiden. Im Jahr 2020 wurden über 67.000 Menschen mit den Programmen im Sudan erreicht.

28. OKTOBER 2021
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