
17 Menschen bei Angriff auf Hilfskonvoi im Südsudan getötet
Bei einem Angriff auf einen deutlich gekennzeichneten humanitären Hilfskonvoi durch Unbekannte sind 17 Menschen getötet worden. Darunter sind fünf Mitarbeitende der lokalen Hilfsorganisation John Dau Foundation (JDF), einer Partnerorganisation von Aktion gegen den Hunger. Vier weitere JDF-Mitarbeitende sowie ihr Fahrer wurden schwer verletzt. Zudem wurden zwei Fahrzeuge zerstört.
„Aktion gegen den Hunger steht an der Seite der John Dau Foundation. Wir sind zutiefst erschüttert und verurteilen diesen sinnlosen Angriff auf humanitäre Helferinnen und Helfer auf das Schärfste. Den Familien, Freundinnen und Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen der Opfer sprechen wir unser tief empfundenes Beileid aus. Den Verletzten wünschen wir eine vollständige und schnelle Genesung“, sagte Ahmed Khalif, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger im Südsudan.
Tödlicher Angriff auf Rückweg von gemeinsamer Schulung
Der Angriff ereignete sich am 29. Juni 2026 zwischen Payuel Payam und Pajut im Duk County des Bundesstaates Jonglei. Die Betroffenen befanden sich auf dem Rückweg von einer Schulung, die von Aktion gegen den Hunger durchgeführt worden war. Die Organisation arbeitet mit der John Dau Foundation zusammen, um lebensrettende Hilfe zu leisten und gemeinsam nachhaltige Lösungen zur Bekämpfung der Ursachen von Hunger zu entwickeln. Die örtlichen Behörden haben Sicherheits- und Bergungsteams entsandt. Die Verletzten erhalten dringend benötigte medizinische Versorgung.
„Viele Mitarbeitende der JDF sind für uns weit mehr als Partner – sie sind Kolleginnen, Kollegen und Freunde. Gemeinsam werden wir uns weiterhin für die Menschen im Südsudan einsetzen und Frieden, humanitären Zugang sowie den Schutz von Helferinnen und Helfern fördern.“
Konsequenter Schutz für humanitäre Helferinnen und Helfer gefordert
Nach dem Vorfall hat Aktion gegen den Hunger umgehend ein Krisenteam aktiviert, die Sicherheitslage für die eigenen Mitarbeitenden überprüft und der Führung der John Dau Foundation Unterstützung angeboten. Außeneinsätze in der betroffenen Region wurden vorübergehend ausgesetzt, bis eine umfassende Sicherheitsrisikobewertung abgeschlossen ist.
„Dieser Angriff erinnert auf schmerzliche Weise an die zunehmenden Gefahren, denen humanitäre Helferinnen und Helfer weltweit ausgesetzt sind. Er ist moralisch nicht hinnehmbar und stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger. „Die internationale Gemeinschaft trägt dafür Verantwortung, humanitäres Personal zu schützen, damit lebensrettende Hilfe sicher und ohne Angst geleistet werden kann. Mitarbeitende an vorderster Front bringen täglich große Opfer, damit andere überleben können.“
Humanitäre Hilfe unter schwierigen Bedingungen
Der Südsudan gehört weiterhin zu den Ländern mit dem weltweit größten humanitären Bedarf. Chronische Armut, politische Instabilität und wiederkehrende Krisen werden durch den anhaltenden Konflikt im benachbarten Sudan zusätzlich verschärft.
Aktion gegen den Hunger ist seit 1985 im Südsudan tätig und erreicht mit innovativen Ernährungs- und Gesundheitsprogrammen jedes Jahr nahezu eine Million Menschen – darunter viele in schwer zugänglichen Regionen. Die John Dau Foundation wurde von einem der sogenannten „Lost Boys of Sudan“ gegründet - einer Gruppe von über 20.000 Kindern, die getrennt von ihren Familien vor dem Zweiten Bürgerkrieg im Südsudan geflohen sind. Die Stiftung setzt sich für die Verbesserung von Gesundheit und Ernährung im Land ein.
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