Mitarbeiterin von Aktion gegen den Hunger in der Demokratischen Republik Kongo

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Nothilfe
Eskalation in der DR Kongo
Der Ebola-Ausbruch im Mai 2026, der größte in der Geschichte des Landes, hat bereits Tausende Opfer gefordert und das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Seit den Gewaltausbrüchen im Herbst 2023 beruhigt sich die Lage nicht. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor den Angriffen und brauchen dringend Nahrung, Wasser, Unterkunft und Medikamente.
WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Psychosoziale Unterstützung Psychosoziale Unterstützung
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1995

Mitarbeiter*innen:  300

Bevölkerung:  113 Mio.

Erreichte Menschen 2025:  583.754

Unterernährungsrate:   38,5 %

Krankheit, Armut und Krieg: In der Demokratischen Republik Kongo spielt sich eine der längsten und komplexesten humanitären Krisen Afrikas ab. Rund 15 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Über 85 Prozent der Menschen leben in Armut und der jüngste Ebola-Ausbruch könnte rund 1 Million weitere Menschen in die Armut stürzen.

Flächenmäßig ist die Demokratische Republik Kongo der zweitgrößte Staat Afrikas. Reich an Bodenschätzen wie Kobalt, Diamanten und Gold, könnte das Land eine der wohlhabendsten Nationen Afrikas sein. De facto rangiert es jedoch unter den zehn ärmsten Ländern der Welt. 

Wie ist die Situation in der Demokratischen Republik Kongo?

Auf Jahrzehnte politischer und sozioökonomischer Instabilität folgte die Katastrophe des zweiten Kongokrieges. Diesem fielen von 1998 bis 2003 schätzungsweise 5,4 Millionen Menschen zum Opfer. Seitdem hat das Land mit wiederkehrenden Krisen zu kämpfen. Korruption und Ausbeutung sind weit verbreitet. In weiten Teilen des Staates herrscht Bürgerkrieg. Mittlerweile sind über sechs Millionen Menschen im Land auf der Flucht, davon sind etwa die Hälfte Kinder. In den Konfliktgebieten werden Menschen erpresst, entführt, zwangsrekrutiert oder zum Arbeiten gezwungen. Sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen und Kindern ist im ganzen Land sehr ausgeprägt.

15 Millionen Menschen sind dringend auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Aufgrund der zurückgegangenen globalen Finanzmittel kann aktuell nur rund der Hälfte dieser Menschen geholfen werden.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in der Demokratischen Republik Kongo?

Die humanitäre Situation in der Demokratischen Republik Kongo ist dramatisch: Krieg, Flucht und Hunger beherrschen das Land. Um die Ernährung ihrer Familien zu gewährleisten, versorgen sich die meisten Menschen so gut es geht selbst. Den Kleinbäuerinnen und -bauern fehlen jedoch nötige Ressourcen wie Werkzeug oder Saatgut, um von der Landwirtschaft leben zu können.  

Das Gesundheitssystem ist von der Regierung schlecht organisiert. Krankheiten wie Cholera und Masern sind im Kongo inzwischen endemisch, nur wenige Menschen sind geimpft. Die DR Kongo hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten bei Säuglingen und Müttern weltweit. Über 4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. Dazu kommen rund 1,5 Millionen schwangere und stillende Frauen, die unter akuter Mangelernährung leiden.

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist im Kongo ein schwerwiegendes Problem. Im Vergleich zu 2019 sind die Fälle sexualisierter Gewalt um 86 Prozent angestiegen. Heirat und Schwangerschaft in frühem Alter führen dazu, dass Mädchen die Schule abbrechen. Ohnehin ist die Bildungssituation für Kinder mangelhaft. Etwa 80 Prozent der Mädchen und Jungen besuchen gar keine Schule. Wird unterrichtet, dann zumeist unter schlechten Bedingungen und fehlender Ausstattung.  

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in der Demokratischen Republik Kongo?

Aktion gegen den Hunger ist seit 1995 in der Demokratischen Republik Kongo aktiv:

  • Unser Team setzt sich dafür ein, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten mithilfe von Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen einzudämmen.
  • Wir verteilen Nahrungsmittel und behandeln akut mangelernährte Kinder.
  • Betroffene von Krieg und Gewalt erhalten psychosoziale Betreuung.
  • Wir verbessern die Wasser- und Sanitärversorgung, um Krankheiten vorzubeugen.
  • Wir stärken maßgeblich die Lebensgrundlagen der Menschen durch Nahrungsmittelsicherungsprogramme und verteilen Saatgut, Dünger und Werkzeug.
  • Gemeinsam mit lokalen Bäuerinnen und Bauern entwickeln wir Strategien für eine effizientere Agrarwirtschaft und verbessern mit landwirtschaftlichen Projekten die Nahrungsmittelvielfalt.