Frauen im Tschad laufen durch den Sand.

TSCHAD

WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1982

Mitarbeiter*innen:  325

Bevölkerung:  20,3 Mio.

Erreichte Menschen 2024:  599.484

Unterernährungsrate:   32 %

Die Republik Tschad ist ein Binnenstaat in Zentralafrika. Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1960 ist das Land politisch instabil und beeinflusst durch die sozialen Unruhen und Konflikte in den Nachbarländern. Der Tschad ist eines der ärmsten Länder der Welt, obwohl Erdölvorkommen zu einem Wirtschaftsaufschwung führten. Die Arbeitslosenquote ist hoch. Die Gesundheitsversorgung unzureichend und die Bildungschancen sind niedrig.

Wie ist die Situation im Tschad?

Viele Faktoren sind für die kritische Lage im Tschad verantwortlich: Eine hohe Kindersterblichkeitsrate, Nahrungsmittelunsicherheit, Krankheiten wie Cholera oder Hepatitis E und Sicherheitskrisen. Zudem ist das Land von den regionalen Konflikten in Nachbarländern betroffen. Viele Familien flüchten von dort in den Binnenstaat. Seit Frühjahr 2023 kommen hunderttausende Menschen dazu, die Schutz vor den Kämpfen im benachbarten Sudan suchen.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Tschad?

Der Tschad ist geprägt von struktureller Armut, einer instabilen Regierung und einer schwierigen humanitären Lage. Gleichzeitig kommen immer mehr Geflüchtete aus angrenzenden Staaten wie der Zentralafrikanischen Republik, Nigeria und dem Sudan in das Land. Die Situation in den Aufnahmelagern für die flüchtenden Menschen aus dem Sudan ist 2023 besonders prekär. Täglich kommen neue Familien an, die Schutz suchen. Die Lager müssen ständig erweitert werden, damit genug Platz ist für alle, die ein sichereres Leben suchen. Die Menschen in der Region Lake, die an den Tschadsee grenzt, können aufgrund der Sicherheitslage und des äußerst schwierigen Zugangs nur schwer mit Hilfsgütern erreicht werden. Trotzdem geben unsere mobilen Teams alles, um insbesondere Mütter und Kinder zu versorgen. 

Auch Naturkatastrophen tragen zur Not bei: Die Menschen in der trockenen Sahelregion leiden zwischen den Ernten regelmäßig unter Mangelernährung und unsicheren Versorgungsbedingungen. 57 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu Trinkwasser: über 90 Prozent fehlt die Möglichkeit, sanitäre Anlagen wie Latrinen zu nutzen. 

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Tschad?

Aktion gegen den Hunger ist seit 1982 im Tschad aktiv. Einerseits unterstützen wir mit Nothilfemaßnahmen in Krisensituationen wie Hungersnöten, Naturkatastrophen oder Epidemien. Andererseits liegt unser Augenmerk auf langfristigen Maßnahmen:

  • Unsere Teams setzen Gesundheits- und Ernährungsprogramme für Kinder unter fünf Jahren sowie für stillende und schwangere Frauen um.
  • Wir unterstützen Frauen im Arbeitsleben und bilden sie aus, damit sie Kleinbetriebe aufbauen, führen und so für sich selbst sorgen können.
  • Im Bereich der politischen Öffentlichkeitsarbeit setzen wir Maßnahmen um, die dazu beitragen, die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken.
  • Wir verbessern die Wasser- und Sanitärversorgung und entwickeln Programme für Nahrungsmittelsicherheit.
  • Geflüchteten aus den Nachbarländern geben wir in Lagern an der Grenze einen ersten Unterschlupf und unterstützen sie dabei, eine sichere Bleibe für sich und ihre Familien zu finden.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Menschen im Tschad dauerhaft widerstandsfähig gegen Ernährungsunsicherheit zu machen, damit zukünftige Hungersnöte vermieden werden.

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