Wir helfen seit: 1995
Mitarbeiter*innen: 172
Bevölkerung: 50 Mio.
Erreichte Menschen 2024: 722.038
Unterernährungsrate: 22 %
Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika. Der Agrarsektor und die Fischerei ernähren einen Großteil der Menschen. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung, Ankäufen von Ackerland durch ausländische Investor*innen und unregelmäßigen Regenzeiten verlieren viele Einwohner*innen ihre Lebensgrundlage. Zusätzlich erschweren der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser, hohe Mangelernährungsraten und die häufig drohende Nahrungsmittelknappheit das Leben von tausenden Familien. Hinzu kommt, dass durch den Bürgerkrieg im Südsudan immer mehr Menschen nach Uganda fliehen.
Was sind die Gründe für die humanitäre Krise in Uganda?
Seit den 1950er Jahren suchen Geflüchtete im friedlichen Uganda Schutz vor Konflikten in benachbarten Ländern. Zuletzt waren es hunderttausende Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan. Die Regierung bietet die Möglichkeit, außerhalb der Camps zu leben und eigenes Land zu erwerben. Doch die Anzahl an Geflüchteten die Zuflucht in Uganda suchen, sprengt die Aufnahmekapazitäten des Landes.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Uganda?
Der anhaltende Konflikt im angrenzenden Südsudan führt dazu, dass täglich tausende Menschen Zuflucht in den bereits überfüllten Lagern für Geflüchtete im Norden Ugandas suchen. Doch viele der Bewohner*innen dort sind bereits akut mangelernährt. 28,9 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren leiden unter chronischer Mangelernährung. Der Bedarf an sauberem Wasser, Zugang zu Sanitärversorgung und Latrinen ist groß. Gleichzeitig ist der Zustand der wenigen vorhandenen Wasserstellen und sanitären Einrichtungen alarmierend.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Uganda?
Aktion gegen den Hunger ist seit 1995 in Uganda im Einsatz und unterstützt Menschen in Not. So helfen unsere Teams:
- Wir ermöglichen den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen wie Brunnen und Latrinen.
- Wir fördern die lokale landwirtschaftliche Entwicklung mit Bargeldhilfen für Kleinunternehmer*innen und bereiten Familien auf zukünftige Notsituationen vor.
- Unser Fokus liegt sowohl auf einer langfristigen stabilen Entwicklung des Landes als auch auf der kurzfristigen Nothilfe.
Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.
Beendete Projekte
- Direkt erreichte Menschen: 2.950.000
- Laufzeit: Juli 2021 – Oktober 2025
- Mittelherkunft: Auswärtiges Amt
- Fördervolumen: 26,7 Mio. Euro
In sieben Ländern Subsahara-Afrikas – Äthiopien, Somalia, Südsudan, Uganda, Niger, Mali und Sudan – setzt sich dieses Projekt dafür ein, die Ernährungssituation von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten nachhaltig zu verbessern. Dabei steht nicht nur die akute Hilfe im Mittelpunkt, sondern auch die Bekämpfung der strukturellen Ursachen von Mangelernährung. Mit einem sektorübergreifenden Ansatz in den Bereichen Ernährung, (mentale) Gesundheit, WASH (Wasser, Sanitär, Hygiene), Ernährungssicherung und Katastrophenvorsorge sowie gezielter Advocacy-Arbeit wird auf mehreren Ebenen Wirkung erzielt – für weniger Hunger, mehr Würde und ein besseres Leben für die Betroffenen. Die Projektaktivtäten in Niger, Mali und Sudan sind im Juli 2024 im Kontext dieses Projektes ausgelaufen.
Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:
- Unterstützung von Kindern unter fünf Jahren mit akuter Mangelernährung (MAM/SAM) und ihren Betreuungspersonen
- Förderung der Gesundheit und Ernährung von schwangeren und stillenden Frauen
- Stärkung von weiblich geführten Haushalten, Binnenvertriebenen, Rückkehrer*innen und Geflüchteten
- Unterstützung vulnerabler Haushalte, insbesondere mit älteren Menschen, Menschen mit Behinderung oder ohne männliche Bezugsperson
- Aufbau von Kapazitäten bei Gesundheitspersonal und Freiwilligen vor Ort
- Unterstützung und Einbindung lokaler Schlüsselpersonen und Gastgemeinden in den Projektregionen
- Umsetzung integrierter Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, WASH, Ernährungssicherung und Katastrophenvorsorge
- Förderung lokaler und internationaler Advocacy-Arbeit zu klimabedingtem Hunger und Ernährungssicherheit
- Stärkung der Stimmen betroffener Gemeinschaften in politischen Entscheidungsprozessen – für klimafreundlichere und gerechtere Maßnahmen
- Direkt erreichte Menschen: 12.119 (1.455 Haushalte)
- Laufzeit: Mai 2025 – April 2026
- Mittelherkunft: WAHAFA (finanziert durch Auswärtiges Amt)
- Fördervolumen: 309.766 Euro
Im westugandischen Kasese-Distrikt sind Gemeinden regelmäßig von Überschwemmungen betroffen – mit gravierenden Auswirkungen auf Lebensgrundlagen und Infrastruktur. Das Projekt setzt genau hier an: Ziel ist es, die vorausschauende humanitäre Hilfe zu stärken, indem in den Subcounties Kyarumba und Kyondo lokal angepasste Notfallpläne (Anticipatory Action Plans) für Überschwemmungen entwickelt werden. Zusätzlich erhalten betroffene Gemeinden direkte Unterstützung durch frühzeitige Maßnahmen im Rahmen der „FUEL“ Komponente des Projekts, wenn die Notfallpläne aktiviert werden.
Zentral sind dabei die Identifikation relevanter Risikofaktoren und Frühwarnindikatoren sowie der Aufbau effektiver Frühwarnsysteme. Das Projekt verfolgt einen gemeindebasierten und partizipativen Ansatz, bei dem lokale Akteur*innen aktiv eingebunden und lokales Wissen in die Planung und Umsetzung integriert wird.
Die Durchführung erfolgt in Kooperation mit der lokalen Partnerorganisation KIIMA FOODS und der Welthungerhilfe (WHH) im Rahmen der WHH Anticipatory Humanitarian Action Facility (WAHAFA), kofinanziert durch das Auswärtige Amt (AA).
Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:
- Durchführung von Planungsworkshops mit relevanten Stakeholdern in beiden Sub-Counties zur Einführung in den Aufbau von Systemen der vorausschauenden humanitären Hilfe.
- Analyse und Verbesserung bestehender Frühwarnsysteme durch Einbindung lokaler Erkenntnisse und fundierter Fachmethoden sowie Identifizierung relevanter Risikofaktoren und Frühwarnindikatoren.
- Schulung von Projektteilnehmenden und Partner*innen zur Stärkung der Kapazitäten im Bereich des vorausschauenden Handelns (Anticipatory Action).
- Gemeinsame Auswahl und Planung antizipativer Maßnahmen mit betroffenen Gemeinden sowie Erstellung der Notfallpläne.
- Validierung und Simulation der erstellten Notfallpläne sowie Abstimmung mit Gemeinden und lokalen Behörden auf Distrikt- und Subcounty-Ebene zur nachhaltigen Integration in bestehende Strukturen vor Ort.
- Implementierung vorausschauender humanitärere Hilfe („FUEL“ Komponente) in von Überschwemmungen betroffenen Regionen (Verbreitung von Frühwarnmeldungen, Evakuierung von Haushalten und Nutztieren, Bargeldtransfers, Verteilung von WASH-Kits, Einrichtung mobiler Gesundheitskliniken)