Haiti – Im Kampf gegen Cholera

Morgengrauen in Ennery, einem Ort im Norden von Haiti. Heute findet ein großes Dorffest statt, zu dem auch viele Menschen aus den Nachbardörfern kommen. Auch Elysée ist dabei. Er ist Experte im Bereich Wasser und Hygiene im Cholera-Team von Aktion gegen den Hunger und ist mit einer mobilen Waschstation vor Ort.

An der Station werden Passanten eingeladen, sich die Hände zu waschen, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern. Jedes Mal wenn viele Menschen zusammenkommen, an Markttagen oder Festen, führen unsere Mitarbeiter Hygiene-Schulungen und Aufklärungsgespräche durch, um die Menschen daran zu erinnern, dass Cholera noch immer eine Gefahr darstellt.

Bereits nach dem Erdbeben 2010 breitete sich Cholera in Haiti aus. Die Infektionskrankheit, die zu starkem Durchfall führen kann, wird durch Bakterien ausgelöst, die zumeist über verunreinigtes Trinkwasser oder infizierte Lebensmittel aufgenommen werden. „Man kann innerhalb von wenigen Stunden an Cholera sterben. Wenn der Patient jedoch von Beginn an behandelt wird, ist die Therapie einfach: Die betroffene Person muss vor allem ausreichend Flüssigkeit erhalten“, erklärt Maria Bonita, Projektverantwortliche im Bereich Wasser, Sanitäreinrichtungen und Hygiene. „Das Hauptproblem sind die Umstände in Haiti.“

Cholera taucht vor allem nach Naturkatastrophen auf, wenn der Zugang zu sauberem Trinkwasser und funktionierenden Sanitäreinrichtungen eingeschränkt ist. Im Oktober diesen Jahres sorgte der Wirbelsturm Matthew und die darauffolgenden Regenfälle im Norden Haitis für große Flächen von stehenden Gewässern, in denen sich die Cholera-Krankheitserreger vermehren konnten. Bald darauf wurden auch Brunnen durch die Bakterien kontaminiert. Besonders in ländlichen Gebieten, wo Latrinen schlecht isoliert oder überhaupt nicht vorhanden sind, verbreitet sich die Krankheit besonders schnell.

Seitdem die Krankheit auf Haiti ausgebrochen ist, ist Aktion gegen den Hunger im Einsatz. Dabei arbeiten unsere Teams eng mit den lokalen Kommunen zusammen. Während die Behandlung der Erkrankten von den örtlichen Krankeneinrichtungen übernommen wird, führen unsere Mitarbeiter Schulungen durch und sorgen für die Desinfektion von Haushalten, in denen die Krankheit ausgebrochen ist.

Die Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger rekonstruieren die Abläufe der vergangenen Tage des Patienten.
Die Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger rekonstruieren die Abläufe der vergangenen Tage des Patienten: Wie kam es zu der Ansteckung, wo ist der Patient vor und nach seiner Ansteckung hingegangen.

Im Gespräch mit Familienmitgliedern und Nachbarn können unsere Experten Kontakte feststellen.
Im Gespräch mit Familienmitgliedern und Nachbarn können unsere Experten Kontakte feststellen. Denn die Personen, die der betroffenen Person nahe gekommen sind, könnten sich angesteckt und ebenfalls mit Cholera infiziert haben.

Im Haus und in der Umgebung wird Chlor zur Desinfektion gesprüht.
Im Haus und in der Umgebung wird Chlor zur Desinfektion gesprüht.

Latrinen, die sich im Radius von zehn Metern befinden, werden ebenfalls desinfiziert.
Latrinen, die sich im Radius von zehn Metern befinden, werden ebenfalls desinfiziert.

Familienangehörige und Personen aus der Umgebung des infizierten Haushaltes werden für eine Informations- und Aufklärungsveranstaltung über Cholera versammelt.
Familienangehörige und Personen aus der Umgebung des infizierten Haushaltes werden für eine Informations- und Aufklärungsveranstaltung über Cholera versammelt. Themen sind unter anderem die Grundregeln der Hygiene wie Händewaschen, Erklärungen über die Verbreitung der Krankheit und die Identifizierung der Symptome.

Unsere Mitarbeiter verteilen Cholera-Hilfspakete.
Unsere Mitarbeiter verteilen Cholera-Hilfspakete: Fünf Seifenstücke, 150 Wasserreinigungstabletten zur Desinfektion von Wasser, fünf Fläschchen mit Medizin für Personen mit Symptomen, einen Eimer und eine Informationsbroschüre mit Informationen zu Cholera.

2016 war Haiti das Projektland des Laufs gegen den Hunger. Erfahren Sie in unserem Lauf gegen den Hunger Film mehr über die Verbreitung von Cholera in Haiti und wie Aktion gegen den Hunger vor Ort hilft.

Fotos: Léa Vollet

20. JULI 2017
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