Frau reitet auf einem Esel in Haiti.

HAITI

Nothilfe
Die Gewalt in Haiti nimmt seit Monaten zu. Im Februar 2024 eskalierte die Situation so sehr, dass mittlerweile in der Hauptstadt Port-au-Prince der Notstand ausgerufen wurde. Bereits zuvor lebten 90 Prozent der Bevölkerung aufgrund von Katastrophen und der Wirtschaftslage in Armut. Seit November 2024 hat eine neue Welle von Gewalt die Situation weiter verschärft. Das Team von Aktion gegen den Hunger ist vor Ort und ermittelt die akuten Bedarfe, um schnell Nothilfe zu leisten.
WIE WIR HELFEN
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1985

Mitarbeiter*innen:  83

Bevölkerung:  11,7 Mio.

Erreichte Menschen 2024:  186.272

Unterernährungsrate:   54,2 %

Haiti ist eines der ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre. Lange Jahre der Diktatur, politische Instabilität und wiederkehrende Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Dürren haben die Entwicklung erschwert. Auf dem Klima-Risiko-Index – der veranschaulicht, wie stark Länder von Wetterextremen betroffen sind – rangiert Haiti regelmäßig unter den ersten fünf der am meisten betroffenen Länder. Rund 90 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Hälfte der 11,6 Millionen Einwohnenden leidet unter akutem Hunger.

Wie ist die Situation in Haiti?

Die innenpolitische Situation in Haiti war in den vergangenen Jahrzehnten durch wiederholte Krisen wie Staatsstreiche, ausländische Interventionen, Ausbrüchen von gewalttätigen Konflikten, Verletzungen der Menschenrechte und chronischer Instabilität gekennzeichnet. Schon länger kontrollieren verschiedene Banden den Großteil der Hauptstadt Port-au-Prince. Im Februar 2024 eskalierte die Lage, nachdem diese die Interimsregierung im Land zu stürzen begonnen haben. Die Banden verhindern, dass Lebensmittel, Treibstoff und andere lebensnotwendige Güter die Bevölkerung erreichen, die sie am dringendsten benötigt. Entführungen, Plünderungen und sexualisierte Gewalt haben viele Teile des Landes überrollt, und gefährdete Gruppen wie Frauen und Kinder tragen die Hauptlast.

Seit dem 11. November 2024 hat eine neue Welle von Angriffen im Großraum Port-au-Prince fast 41.000 Menschen vertrieben. Von ihnen haben 90 Prozent in Aufnahmeeinrichtungen Zuflucht gefunden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat ihre Aktivitäten vor Ort aufgrund gezielter Angriffe auf Mitarbeitende zuletzt eingestellt.

Die zahlreichen Probleme des Landes sind vor allem strukturell bedingt: Eine schwache Regierung, fehlende Grundversorgungsleistungen und mangelnde Infrastruktur bedeuten, dass jede Katastrophe oder Krise in Haiti besonders schwere Auswirkungen hat. Auch gibt es immer wieder schwere Cholera-Ausbrüche, die vor allem für Kinder gefährlich werden.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Haiti?

COVID-19 hat das ohnehin geschwächte Land schwer getroffen und verschärfte politische Unruhen. Straßen werden teilweise von Bandenkriminellen kontrolliert. Das verschlechtert die Sicherheitslage für die Bevölkerung und humanitäre Helfer*innen und erschwert den sicheren Transport von Hilfsgütern.

Weiter wird das Land immer wieder mit voller Wucht von Extremwetter getroffen: Aufgrund der geografischen Lage wird Haiti häufig von starken Erdbeben erschüttert: 2010, 2018 und das stärkste Beben mit 7,2 auf der Richterskala im August 2021. Leider fehlt es an Vorsorge- und Bewältigungsmechanismen. Diese widrigen Umstände kombiniert mit schwachen Strukturen und einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen erschweren die Lebensbedingungen der Menschen in Haiti. 5,5 Millionen Menschen können sich nicht sicher sein, täglich Zugang zu Nahrung zu haben, fast die Hälfte davon sind Kinder. 

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Haiti?

Tausende von Menschen sind aufgrund der immer wieder verheerenden Katastrophen heimatlos oder in Baracken untergebracht. Aktion gegen den Hunger verteilt Chlorwasser in Cholera-Behandlungszentren und setzt sich dafür ein, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser erhalten. Wir haben öffentlichkeitswirksame Kampagnen zur Bedeutung des Händewaschens und der Essenszubereitung mit Chlorwasser im Kampf gegen Cholera durchgeführt. Wir sind weiterhin aktiv, indem wir:

  • Nothilfe nach Katastrophen wie Erdbeben oder Tropenstürmen leisten und die Betroffenen durch psychosoziale Hilfe unterstützen, das Erlebte zu verarbeiten.
  • Nahrungsmittel, Lebensmittelgutscheine und Barmittel an die betroffenen Menschen verteilen.
  • Schulungen für Mütter über gesunde Ernährung und Hygienepraktiken geben.
  • Sogenannte „Cash-For-Work“-Programme etablieren, bei denen die Menschen für Arbeiten, von denen die Gemeinde profitiert (beispielsweise Straßenreinigung oder dem Wiederaufbau der Infrastruktur), Geld erhalten.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

Wasser, Sanitär und Hygiene
413
Hygiene-Kits wurden verteilt sowie Wasserstationen und Latrinen gebaut
Ernährung und Gesundheit
53.955
mangelernährte Kinder wurden behandelt
Lebensgrundlagen
1.320
Haushalte erhielten Geldhilfen um Notfälle zu überbrücken
Unterstützen Sie unsere Hilfe in Haiti und weltweit!

Laufende Projekte

NEWSLETTER ABONNIEREN

Abonnieren Sie jetzt unseren E-Mail-Newsletter und erhalten Sie regelmäßig und kostenlos Informationen aus erster Hand!