Mutter mit Kind auf dem Arm

Kongo: Aktion gegen den Hunger pausiert Hilfsaktivitäten aufgrund der Gewalteskalation

Nach dem Wiederaufflammen der Gewalt im Gebiet Djugu in Ituri in der Demokratischen Republik Kongo, sieht sich die humanitäre Organisation Aktion gegen den Hunger gezwungen, die Hilfsaktivitäten ab dem 20. November 2021 auszusetzen. Die Organisation appelliert an die zuständigen Autoritäten und die Konfliktparteien, die Bedingungen für einen sicheren humanitären Einsatz und den Zugang zu Hilfsgütern sicherzustellen, damit Tausende von Menschen weiter mit lebenswichtigen Hilfsmaßnahmen unterstützt werden können.

Die Teams von Aktion gegen den Hunger wurden im Laufe des Tages evakuiert und warten nun darauf, dass sich die Lage beruhigt. Dies ist im gegenwärtigen Kontext eine schwierige Entscheidung, da sich die humanitäre Lage ständig verschlechtert und die Folgen einer Einstellung der Hilfe für die Bevölkerung dramatisch sind.

Frau mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern
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Diese vertriebene Frau hat dringend benötigte Lebensmittel von Aktion gegen den Hunger erhalten. Ohne diese Unterstützung müssen Menschen wie sie hungern.

Kinder müssen besonders leiden

„Wir mussten in diesem Jahr unsere Unterstützung für lokale Gesundheitszentren bereits für drei Monate aus Sicherheitsgründen unterbrechen. Die Situation hat sich in unserer Abwesenheit massiv verschlechtert“, sagt Giovanni Sciolto, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger im Kongo. „In dieser Zeit sind 78 Kinder, die bereits wegen schwerer akuter Unterernährung behandelt wurden, erneut erkrankt, weil sie keine angemessene Nachsorge und Behandlung erhalten haben“.

Andauernde Konflikte und eine prekäre Sicherheitssituation gehören zu den Hauptursachen für Hunger im Kongo. 27 Millionen Menschen sind Ernährungsunsicherheit betroffen.

Aktuelle Berichte prognostizieren, dass im kommenden Jahr 860.000 Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt sein werden. Davon werden mehr als 220.000 Kinder an der schweren Form leiden, die ohne sofortige Behandlung zum Tod führt. Darüber hinaus befindet sich das Gebiet Djugu laut IPC-Klassifikation bereits in der Phase 4, also in einer akuten Notsituation kurz vor einer Hungersnot.

Die Bevölkerung wird wieder einmal einen hohen Preis für den bewaffneten Konflikt zahlen müssen.

Giovanni Sciolto

Wir werden unsere Aktivitäten wieder aufnehmen, sobald die Bedingungen erfüllt sind, um kongolesische Frauen, Kinder und Männer sicher zu unterstützen. Seit Jahren leiden die Menschen unter den Folgen der Gewalt und noch wissen nicht, wann sie endlich in Frieden und Würde leben können", erklärt Giovanni Sciolto.

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Kinder in einer Arztpraxis
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Ohne Behandlung werden viele Kinder in der Demokratischen Republik Kongo an Mangelernährung sterben.

22. NOVEMBER 2021
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