In Somalia sitzt eine Frau zusammen mit ihren Kindern in ihrem Haus.

Madinas Geschichte

Mutter, Großmutter und Heldin im Kampf gegen den Hunger

Man sieht es ihr auf den ersten Blick nicht an aber so glücklich wie jetzt, war Madina nicht immer. Ihre Vergangenheit ist gezeichnet von Gewalt, Konflikten und Vertreibung. Doch sie ließ sich nicht unterkriegen. Madina ist Mutter, Großmutter und eine äußerst starke Frau.

Vor zwei Jahren eskalierte die Gewalt in Somalia und Madina war gezwungen ihrem Dorf den Rücken zu kehren. Sie und ihre Familie flohen in ein Flüchtlingslager im Südwesten Somalias etwa 150 km von ihrer alten Heimat entfernt.

"Als bewaffnete Truppen unser Dorf angriffen, konnte ich nur mit drei von meinen Kindern fliehen. Darunter auch mein jüngster Sohn. Er war damals erst zwei Wochen alt", erinnert sich Madina. "Ich musste vier meiner Kinder zurücklassen. Bis heute weiß ich nicht, wie es ihnen geht und wo sie sind."
Madina floh zusammen mit anderen Bewohner*innen ihres Dorfes. Sie alle mussten geliebte  Familienmitglieder, ihr Eigentum und ihre Existenzgrundlage zurücklassen.

Madinas Mann wurde getötet

"Mutter in einer Region zu sein, in der Gewalt und Krieg herrschen, stellt mich Tag für Tag vor enorme Herausforderungen", sagt sie. Ihr Mann wurde bei einem Angriff auf ihr Dorf getötet. Seitdem muss Madina ihre Kinder alleine versorgen. Sie arbeitet hart, um ihrer Familie und sich ein gutes Leben zu ermöglichen. "Ich bin sehr dankbar, dass ich drei meiner Kinder in der Nähe habe. Aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an meine Kinder denke, die ich zurücklassen musste. Das ist schwer zu ertragen."
Aktion gegen den Hunger ist in Somalia aktiv und leistet lebensrettende Hilfe für die vertriebenen Gemeinschaften.

Als Madina das Team im Gesundheitszentrum für Kinder und Mütter von Aktion gegen den Hunger besuchte, bemerkten die Mitarbeiter*innen sofort Madinas Begeisterung für das Wohlergehen von Kindern. Sie erkannten ihre Leidenschaft und ermutigten sie, sich für Aktion gegen den Hunger zu engagieren.

1.500 Mütter helfen im Kampf gegen den Hunger

Madina ist mittlerweile eine von 1.500 Müttern in der Region, die von Aktion gegen den Hunger geschult wurden. Mit dem MUAC-Band misst sie die Oberarmumfänge von Kindern unter fünf Jahren und kann so Unterernährung diagnostizieren.

"Wenn wir wieder in unser Dorf zurückkehren können, mache ich es zu meiner Aufgabe mich mit Fällen von Unterernährung zu befassen. Ich freue mich etwas zur Gesundheit der Kinder meiner Gemeinschaft beitragen zu können. Außerdem möchte ich Frauen über die Wichtigkeit von Hygiene informieren", sagt sie.

Das Gesundheitszentrum bietet auch Raum für die „Mutter-zu-Mutter-Selbsthilfegruppen“, an denen Madina teilnimmt. Hier treffen sich Mütter jeden Alters, um sich über ihre Erfahrungen mit der Schwangerschaft und dem Muttersein auszutauschen. Ebenso sprechen sie über die Wichtigkeit von Stillen, Händewaschen und gesunder Ernährung.

Ihr Sohn Abdinasir ist heute glücklich und gesund

"Die Selbsthilfegruppe war für mich der Mittelpunkt meines Heilungsprozesses. Nachdem ich Gewalt erlebt und ein Jahr lang in einem Flüchtlingslager gelebt habe, war für mich der Austausch mit anderen Müttern in der Gruppe enorm wichtig" erzählt Madina.

Madinas jüngster Sohn Abdinasir ist jetzt zwei Jahre alt. Als die Familie damals im Flüchtlingslager ankam, litt er unter akuter Mangelernährung. Ein so schwerer Fall, dass Madina um sein Leben fürchtete. Erfreulicherweise hat er sich erholt und lebt heute ein glückliches und gesundes Leben.

"Wissen ist Macht", sagt Madina. "Ich bin dankbar für die Unterstützung der Mitarbeiter*innen von Aktion gegen den Hunger. Sie zeigen Müttern verschiedene Methoden, wie man Mangelernährung verhindern kann, denn es ist ein großes Problem in der Gemeinschaft."

10. MAI 2019
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