Ein Mädchen sitzt in eine Decke gehüllt neben einem Rollkoffer vor zwei Bussen an der Grenze während der Flucht aus der Ukraine.

Krieg in der Ukraine
verursacht Leid und Hunger

Es herrscht Krieg in Europa. Der Konflikt in der Ukraine eskaliert: Schwere Explosionen erschüttern die Städte. Familien flüchten in ihre Keller oder versuchen, das Land zu verlassen, um sich vor den Raketen zu schützen.

Bewaffnete Konflikte sind die Hauptursache für Hunger. Menschen werden vertrieben, Versorgungsketten unterbrochen, die Nahrungsmittel gehen aus und werden unerschwinglich. Genau das passiert gerade in der Ukraine – mit Einfluss auf viele andere Teile der Welt. 

Aktion gegen den Hunger leistet Nothilfe in der Ukraine und in den Nachbarländern. 

Ukraine: Die Menschen sind dringend auf Unterstützung angewiesen  

Bereits vor der Eskalation des Konflikts waren 2,9 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders im Osten des Landes, etwa in Luhansk und Donetsk, wo der Konflikt schon seit 2014 massive Auswirkungen auf die Bevölkerung hat, steigt die Anzahl der hungernden Familien seit Jahren an. Nun steigt der humanitäre Bedarf im Land enorm. Es häufen sich Angriffe auf zivile Infrastruktur und die Zahl der zivilen Opfer steigt.

Die Situation ist dramatisch: In der Ukraine droht eine humanitäre Katastrophe, Schätzungen zufolge könnten 18 Millionen Menschen im Land und in den Nachbarländern humanitäre Hilfe benötigen. 

Jetzt spenden

Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 haben laut UN-Angaben über 11 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Mehr als 5,9 Millionen sind bereits über die Grenzen geflohen. Da Männer nicht ausreisen dürfen oder im Land bleiben wollen, sind es vor allem Frauen, Kinder und Kranke, die aus dem Land flüchten. 

Menschen an den Grenzen erzählen ihre Geschichten

An den Grenzen finden sich vor allem Frauen und Kinder ein, die oft in Windeseile das Nötigste zusammengepackt haben und nun auf Unterstützung angewiesen sind. Sie werden mit warmen Mahlzeiten und Getränken versorgt und können in den Aufnahmelagern kurz zur Ruhe kommen.

Während die Kinder in mit Spielsachen und Kuscheltieren eingerichteten Spieleecken zumindest ein klein wenig Normalität zurückerhalten, erzählen uns ihre Eltern ihre Geschichten – von ihren Verwandten und Freunden, ihren Jobs, ihrem Leben, das sie zurücklassen mussten. Eine davon ist Alexandria, die im Video von der Flucht mit ihrer kleinen Tochter und der Angst um ihre noch in der Ukraine verbliebenen Eltern berichtet:

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Im Einsatz: Was wir tun, was wir planen

Aktion gegen den Hunger unterstützt seit den ersten Tagen des Krieges Hilfslieferungen an die polnisch-ukrainische Grenze. Derzeit sind unsere Teams an den Grenzen in Polen, Moldawien, Rumänien und der Ukraine im Einsatz, um gemeinsam mit lokalen Partner*innen Nothilfe zu leisten und Nahrungsmittel, Hygiene-Sets und mehr an flüchtende Menschen auszugeben.  Gleichzeitig werden weitere Bedarfe an den Grenzen ermittelt und größere humanitäre Hilfsmaßnahmen im Land geplant. 

Nothilfe für die Ukraine: Zwei Mitarbeiterinnen von Aktion gegen den Hunger bei der Packaktion von Wir packen's an.
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Wir haben unter anderem die Initiative „Wir packen’s an” mit Hilfslieferungen unterstützt, um gleich zu Beginn des Konflikts akute Bedarfe an der polnisch-ukrainischen Grenze und in umliegenden Orten auf ukrainischer Seite zu decken. Teams von Aktion gegen den Hunger sind nun im Einsatz, um Decken, Nahrungsmittel sowie Waren des täglichen Bedarfs, aber auch Kinderwägen und Rollstühle zu verteilen, Bedarfe zu ermitteln und größere humanitäre Hilfsmaßnahmen zu planen.

So hilft Aktion gegen den Hunger in der Ukraine 

In der Ukraine sondieren wir gerade die Lage und arbeiten mit Partnerorganisationen zusammen:

  • In der westlichen Ukraine konzentrieren wir uns auf die Mitarbeit in mobilen Kliniken und unterstützen Familien mit Bargeldhilfen, damit sie sich Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs kaufen können.  
  • In der östlichen Ukraine und im Donbass arbeiten wir mit lokalen humanitären Organisationen zusammen, um die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und überlebenswichtigen Gütern wie Hygieneprodukten und Medikamenten aufrechtzuerhalten. 
  • Rund ein Drittel der ukrainischen Erwachsenen leidet aufgrund des Krieges bereits an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Unsere Teams leisten psychosoziale Hilfe im Land.

Unsere Arbeit in Polen

In Polen kommen die meisten Flüchtenden aus der Ukraine an – bis Mitte April haben über 2,4 Millionen Menschen die polnisch-ukrainische Grenze passiert. Entsprechend groß ist der Bedarf an Unterstützung in den Aufnahmestationen in Korzcowa und Przemysl.

  • Wir verteilen wärmende Mahlzeiten sowie Hygienekits.
  • Wir helfen beim Aufbau von Toiletten und Duschen.
  • Unsere Teams leisten in Zusammenarbeit mit Psycholog*innen psychosoziale Hilfe.

Moldawien: Unterstützung seit Beginn an

Mit nur 2,6 Millionen Einwohner*innen ist Moldawien ein sehr kleines Land – und eines der ärmsten in Europa. Unsere Teams sind seit Beginn des Konflikts an den Grenzen im Einsatz. In Palaca an der Grenze betreiben wir zwei Küchen, um warme Mahlzeiten an Geflüchtete zu verteilen. Zwei mobile Küchen sind gerade in Arbeit.

Rumänien: Arbeit mit lokalen Partnern

In Bukarest sowie an der Grenze im Norden des Landes unterstützen wir ankommende Familien zusammen mit lokalen Partnerorganisationen mit psychosozialer Hilfe und Bargeld, um ihnen ein wenig Selbstbestimmtheit zurückgeben zu können.

Auf den Krieg folgt Hunger – über Ländergrenzen hinweg

Der Konflikt wird die Welt auch über die Grenzen Europas hinaus treffen. Rund 40 Prozent der ukrainischen Exporte von Weizen, Mais und pflanzlichen Ölen gehen nach Afrika und in den Mittleren Osten. Der Libanon etwa bezieht 55 Prozent seines Weizens von dort. Russland wiederum liefert als größter Weizenexporteur der Welt unter anderem in den Jemen, nach Nigeria oder Indonesien. Nach Schätzungen der FAO stammen 30 Prozent des in Afrika verbrauchten Weizens aus der Ukraine und Russland.    

Durch die Kriegshandlungen steigen die Preise für exportierte Lebensmittel stark an. Der Weizenpreis stieg schon kurz nach Ausbruch des Konflikts auf 400 Euro pro Tonne, während der Durchschnittspreis im Jahr 2021 noch 200 Euro pro Tonne betrug. Damit werden auch Menschen in Ländern leiden müssen, die auf diese Nahrungsmittel angewiesen sind. Sie sind aufgrund von Klimaextremen oder Krisen im eigenen Land von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.

Gemeinsam für eine Welt ohne Leid und Hunger  

Eines ist klar: Die Kampfhandlungen in der Ukraine stellen einen Bruch des Völkerrechts dar. Es werden unschuldige Frauen, Männer und Kinder in Gefahr gebracht, die bereits seit Jahren unter der angespannten Lage leiden und die nun direkt oder indirekt durch den Krieg bedroht werden. Der Schutz der Zivilbevölkerung hat oberste Priorität. 

Aktion gegen den Hunger zeigt volle Solidarität mit den unmittelbar von den Kriegshandlungen Betroffenen und mit allen Menschen, die unter den Auswirkungen von Kriegen leiden. Wir fordern eine Rückkehr zur Diplomatie, um unschuldige Menschenleben zu retten. Wir stehen zusammen für ein geeintes Europa und eine Welt ohne Hunger! 

Lassen Sie uns keine Zeit verlieren und helfen Sie gemeinsam mit uns! Jeder Betrag hilft!

Jetzt Nothilfe leisten
12. MAI 2022

Helfen Sie den Geflüchteten aus der Ukraine!

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