Drei Jungen mit dem von ihnen gesammelten Schrott.

Bürgerkrieg in Syrien: Kinder sind die direkten Opfer

Zuflucht im Libanon

Taanayel ist ein kleines Dorf im Libanon, nur ein paar Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Zehn Flüchtlingsfamilien haben in unmittelbarer Nähe des Dorfes Zuflucht gefunden. Dicht aneinander gedrängt stehen die ärmlichen Zelte an einer unfertigen Straße. Viele Winter leben die Menschen nun schon fern ihrer Heimat, den extremen Witterungen fast schutzlos ausgeliefert.  

Vorbereitung auf den harten Winter

Abu ist das Oberhaupt des Lagers. Eine seiner Hauptaufgaben ist es, aufkommende Probleme zu lösen. Auf einem kleinen Plastikstuhl vor seinem Zelt sitzend erklärt er, wie schwierig es ist, sich auf den Winter vorzubereiten: „Man gewöhnt sich nicht an die Temperaturen und die Kälte. Wir nutzen Planen und nageln sie fest um zu verhindern, dass Kälte in die Zelte eindringt. Aber auch bei mehreren Schichten findet die Feuchtigkeit ihren Weg.“ Abu sitzt vor mit Sägespänen gefüllten Jutesäcken und ist in einen langen Ledermantel gehüllt. Fest presst er ihn gegen seine Schultern und nippt an einem Kaffee.

Zia und Mohanad mit ihren Arbeitsutensilien. ©Aktion gegen den Hunger/Florian Seriex

Hände, die harte Arbeit gewohnt sind

Es ist sehr schwer für syrische Flüchtlinge im Libanon, Arbeit zu finden. Die Hände der Männer in dem Lager weisen tiefe Furchen und Risse von jahrelanger landwirtschaftlicher Arbeit auf. In Syrien haben sie nie geruht. Heute sind diese Hände wärmesuchend in Hosen- und Jackentaschen vergraben und suchen die Nähe des Feuers, das unaufhörlich schwarzen, von Plastik vergifteten Rauch absondert.

Ein Junge stapelt den Müll auf dem Pick-up. ©Aktion gegen den Hunger/Florian Seriex

Kinderleben zwischen Müll und Überleben 

Das Brennmaterial stammt von einer nahegelegenen Mülldeponie und ersetzt das Holz für die Lagerbewohner, denen die Mittel fehlen, sich Brennholz zu kaufen. Das Müllsammeln ist auch Aufgabe der Kinder. Mit schmutzigen Gesichtern, zerrissener Kleidung stehen sie da und halten ihre Ausbeute in der Hand: ein Schatz aus Plastik und Metall – das Ergebnis von mehreren Stunden inmitten von Abfall.

Traurig sagt Abu: „Hier müssen alle arbeiten, sonst kommen wir nicht zurecht“. Statt zur Schule zu gehen, wühlen sich Jungen und Mädchen durch den Müll. Das jüngste Kind ist gerade mal drei Jahre alt. Ihr Auftrag: Alles sammeln, was man zu Geld machen kann. Um fünf Uhr morgens geht es los.

Jeden Tag kommt ein Mann am Steuer eines Pick-ups vorbei. Das Auto ist bereits mit Plastik und Altmetall beladen. Die Kinder stellen sich in einer Reihe auf – jedes mit seinem Beutel voller Müll in der Hand. Der Mann geht von einem  zum anderen und wählt die Materialien aus, die ihn interessieren. Für ihre Anstrengungen erhalten die Kinder dann ein paar Cent.

Der Kaufinteressent begutachtet den von den Kindern gesammelten Schrott. ©Aktion gegen den Hunger/Florian Seriex

Auf der Flucht: Ein Leben am Rande des Existenzminimums

Das ist es, was die syrischen Kinder in einigen Gegenden der Bekaa-Ebene von nun an lernen: Wie überlebt man? Wie verdient man ein bisschen Geld, um heute etwas zu essen?

Vor dem Pick-up hat sich eine Schlange gebildet. ©Aktion gegen den Hunger/Florian Seriex

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