
Ebola im Kongo: Ausbruch trifft besonders fragile Regionen
Nach der Bestätigung von Ebola-Fällen in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Aktion gegen den Hunger ist vor Ort tätig und warnt vor den schwerwiegenden Folgen dieser Epidemie für Gemeinschaften, die bereits stark durch den anhaltenden Konflikt geschwächt sind.
„Die Lage entwickelt sich sehr dynamisch. Die genaue Zahl der Erkrankten und Todesfälle lässt sich derzeit noch schwer beziffern, da der Ausbruch offenbar Anfang April begonnen hat, aber erst am 14. Mai identifiziert wurde. Zahlreiche Kontaktpersonen wurden bereits ermittelt – insbesondere in der Gesundheitszone Mongbwalu, in der wir tätig sind, sowie in den Randgebieten von Bunia. Zudem wurde kürzlich ein Fall in Goma bestätigt“, erklärt Julie Drouet, Landesdirektorin von Aktion gegen den Hunger in der DR Kongo. „Es handelt sich um den Bundibugyo-Virusstamm, für den bislang weder ein Impfstoff noch eine spezifische Behandlung verfügbar ist.“
„Mongbwalu, wo wir zu den wenigen vor Ort aktiven Organisationen zählen, ist ein Bergbaugebiet mit hoher Mobilität und intensiven Bevölkerungsbewegungen in der Region und darüber hinaus. Das erschwert die Eindämmung des Virus ebenso wie die Nachverfolgung der Infektionsketten erheblich.“
„Wir sind angesichts der Situation äußerst besorgt, da der humanitäre Bedarf bereits jetzt enorm ist. In der Provinz Ituri haben unsere Teams vor Ort bereits Schutzmaterial beschafft und verteilt, um das Ansteckungsrisiko in Gesundheitszentren zu verringern“, so Julie Drouet weiter.
Vor dem Hintergrund sinkender Finanzmittel für humanitäre Hilfe ruft Aktion gegen den Hunger die internationale Gemeinschaft und Geber zu verstärktem Engagement auf, um angemessen auf die Krise zu reagieren.
„Das Gesundheitspersonal ist in besonderem Maße einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Es ist dringend notwendig, die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie umfassend zu finanzieren, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und zugleich die humanitäre Hilfe in den betroffenen Regionen aufrechtzuerhalten. Die Bevölkerung darf in einer solchen Krise nicht im Stich gelassen werden.“
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