Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger desinfiziert Schlafzimmer.

Was ist eigentlich Ebola?

Was ist Ebola?

Ebola ist eine virale Fieberkrankheit, die selten, aber äußerst lebensbedrohlich ist. Im Verlauf der Erkrankung kann es zu Blutungen kommen (hämorrhagisches Fieber). Die Erreger gehören zur Familie der Filoviren. Bisher sind fünf Arten des Virus bekannt: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Die Erkrankung wird allgemein als Ebolafieber bezeichnet. Sie ist zum ersten Mal 1976 in einem Dorf in der Nähe des kongolesischen Flusses Ebola ausgebrochen, wonach die Krankheit benannt wurde. Seitdem hat das Virus immer wieder schwere Epidemien ausgelöst. Zuletzt zwischen 2014 und 2016 in Westafrika und 2018 in der Demokratischen Republik Kongo.

Wie äußert sich das Ebola-Virus und wie gefährlich ist es?

Das Ebola-Virus zählt zu den gefährlichsten Erregern der Welt. Die Anfangssymptome ähneln einer Grippe und äußern sich in Form von Durchfall, Erbrechen, Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Nach etwa einer Woche entwickeln sich weitere, zum Teil schwere Symptome wie Bindehautrötungen, Schluckbeschwerden, Kopf-, Brust-, Muskel- sowie Gelenkschmerzen. Auch Bewusstseinsstörungen, Atemnot und innere sowie äußere Blutungen können auftreten. 25 bis 90 Prozent der Infizierten sterben an den Folgen der Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu sterben, hängt vor allem von der Art des Virus, dem körperlichen Zustand und der medizinischen Versorgung ab. Dabei gilt das Zaire-Virus als besonders gefährlich. Vereinzelt klagen Genesene auch später über unterschiedliche Beschwerden, die unter dem Begriff Post-Ebola-Syndrom zusammengefasst werden. Die Betroffenen leiden dabei unter Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Sehstörungen.

Wo entsteht Ebola und wie verbreitet es sich?

Die lebensgefährliche Krankheit ist bisher in Staaten Zentralafrikas wie Kongo und Süd-Sudan sowie Westafrikas wie Sierra Leone und Liberia aufgetreten. Es wird vermutet, dass Fledermäuse oder Flughunde die Virusträger sind. Durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder durch den Konsum entsprechender Tierprodukte kann sich das Virus auf den Menschen übertragen. Von Mensch zu Mensch erfolgt die Ansteckung vor allem über den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Blut, Speichel, Schweiß oder Exkrementen. Auch Schmierinfektionen über kontaminierte Gegenstände wie zum Beispiel Spritzen oder Bettwäsche sind möglich. 

Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und 21 Tagen. Sobald bei den infizierten Menschen Symptome auftreten, gelten sie als infektiös. Auch von Verstorbenen geht weiterhin eine Infektionsgefahr aus.

Welchen Infektionsschutz gibt es und wie wird Ebola behandelt?

Bisher gibt es keine wirksamen Impfungen oder Medikamente und somit keine einheitlichen Standards, um das Virus zu behandeln. Seit November 2019 ist jedoch in der Europäischen Union erstmalig der Impfstoff Ervebo zugelassen worden, der als sehr effektiv und sicher gilt. Dieser wird beim besonders gefährdeten Gesundheitspersonal und Personen angewendet, die Kontakt mit Infizierten hatten. Ein weiterer Impfstoff und Antikörperpräparate werden zurzeit noch in Studien erforscht. Da es noch keine spezielle Behandlung gibt, werden Patient*innen mit unterstützenden Maßnahmen therapiert. Dazu gehört:

  • die Verabreichung von Schmerzmittel, um das Fieber zu lindern
  • Trinklösungen und Elektrolyte, um die Patient*innen mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen
  • die psychologische Betreuung von Familienangehörigen und Betroffenen

Um die Epidemie erfolgreich zu bekämpfen, ist vor allem die Einhaltung von strengen Hygieneregeln und eine konsequente Kontaktvermeidung mit Erkrankten essenziell. Dafür müssen Infizierte in speziellen Gesundheitszentren behandelt und Leichen unter bestimmten Schutzmaßnahmen bestattet werden.

Was macht Ebola so gefährlich?

Das Ebola-Virus ist hoch ansteckend. Besonders für medizinisches Personal oder trauernde Familienangehörige, die in direktem Kontakt mit den infizierten Verstorbenen kommen, besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Zur Infektionskontrolle muss das Krankenpersonal daher immer eine persönliche Schutzausrüstung tragen. 

Gerade in ärmeren Ländern, wo oft nur schwach ausgebaute Gesundheitssysteme ohne ausreichende medizinische Ausrüstung vorhanden sind, ist dies nicht immer leicht umzusetzen. Spezifische Symptome oder Organversagen erfordern teure Therapieverfahren oder Geräte, die es dort nicht gibt. Das führt zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Eine erfolgreiche Bekämpfung kann nur gelingen, wenn diese mit professionellen Sicherheitsstandards, umfassende Desinfektion und Isolation einhergeht – ansonsten drohen Krankenstationen zum Nährboden des Virus zu werden, in denen es sich rasend schnell ausbreiten kann. 

Umso wichtiger ist es daher, dass die Menschen in Risikogebieten durch Gesundheitskampagnen über die Gefahren von Ebola und mögliche Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Denn nur wenn sie wissen, wie sie die Krankheit erkennen und sich schützen können, kann diese langfristig eingedämmt werden. Daher ist auch Aktion gegen den Hunger in der Demokratischen Republik Kongo aktiv, um wichtige Aufklärungsarbeit über Ebola und entsprechende Hygienemaßnahmen in betroffenen Kommunen und Gemeinden zu leisten und dadurch Leben zu retten. 

26. MAI 2020
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