Trümmer in Beirut nach Explosion

Libanon: 6 von 10 Menschen haben nicht genügend zu essen

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut verschlechtert sich die Ernährungssituation im Libanon weiter. Schon in den letzten zwei Jahren war die Ernährungsunsicherheit in dem politisch und wirtschaftlich instabilen Land immer weiter angestiegen.  

Starke Zunahme von Mangelernährung befürchtet 

„Die Explosion in Beirut hat verheerende Konsequenzen für die Bevölkerung. Besonders stark betroffen sind Bevölkerungsgruppen, die schon zuvor unter existenziellen Problemen zu leiden hatten, wie die 1,5 Millionen syrischen Geflüchteten im Land. Wir sind in großer Sorge und befürchten eine signifikante Zunahme von Mangelernährung in den kommenden Monaten. Unsere Teams vor Ort tun alles, um den betroffenen Menschen zu helfen“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger. 

„Der Hafen von Beirut nimmt allmählich wieder den Betrieb auf, hat aber bisher nicht einmal ein Drittel seiner Kapazität erreicht. Es kommen immer noch nicht genug Lebensmittelimporte ins Land und das ist für die Versorgung der Bevölkerung fatal“, erklärt Aurélie du Chatelet, Advocacy-Referentin von Aktion gegen den Hunger in Beirut.  „Auch die Hyperinflation stellt im Moment ein großes Problem dar. Die Lebensmittelpreise haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Bald werden Brot, Medikamente und Treibstoff nicht mehr subventioniert. Die Wirtschaft war schon vorher hart von der anhaltenden politischen Krise im Land getroffen – die Explosion im Hafen könnte das Fass nun zum Überlaufen bringen“, so du Chatelet. 

Humanitäre Hilfe geht trotz Lockdown weiter 

Die Mobilisierung für den koordinierten Hilfseinsatz in Beirut geht weiter. Trotz des in der vergangenen Woche ausgerufenen erneuten Lockdowns dürfen humanitäre Helferinnen und Helfer sich in der Stadt bewegen und ihren Einsatz fortsetzen. Die Nothilfe für die am stärksten getroffenen Menschen hat Priorität, an oberster Stelle steht die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Lebensmitteln. Auch der Wiederaufbau von Geschäften und Kleinbetrieben soll so weit wie möglich gefördert werden. 

Aktion gegen den Hunger ist seit 2006 im Libanon tätig und auch in Beirut im Einsatz – nach der Explosion mobilisierten wir sofort unsere lokalen Teams, um beim Aufräumen der Trümmer und der akuten Nothilfe zu unterstützen. Ein Plan für den mittelfristigen Wiederaufbau wird momentan ausgearbeitet. Unser 150-köpfiges Team im Libanon ist einer der wichtigsten Akteure für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den informellen Siedlungen, in denen 1,5 Millionen syrische Geflüchtete leben. 

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Vassilios Saroglou
25. AUGUST 2020
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