Zerstörte Häuser in Beirut nach Explosion

Libanon: Schwere Explosionen verschärfen humanitäre Krise

Nach den verheerenden Explosionen im Hafen von Beirut warnt Aktion gegen den Hunger vor den schwerwiegenden Folgen. Nach offiziellen Schätzungen sind 300.000 Menschen obdachlos geworden und benötigen dringend eine Unterkunft und Zugang zu Nahrung. Die Hilfsorganisation hat bereits erste Maßnahmen getroffen, um der Bevölkerung zu helfen. 

Katastrophe trifft krisengebeuteltes Land

Die Situation im Libanon war schon zuvor prekär: Die Armut hat aufgrund einer anhaltenden Wirtschaftskrise massiv zugenommen, die Preise für Lebensmittel und Güter des alltäglichen Bedarfs sind gestiegen. Das führt im Land, das zudem 2 Millionen Geflüchtete aus Syrien aufgenommen hat, zu sozialen Spannungen. Hinzu kommt, dass COVID-19 das Gesundheitssystem an seine Grenzen gebracht hat. 

„Die Krankenhäuser warnen, dass sie schon mit der Corona-Pandemie überfordert sind. Sie haben zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung und nicht genügend Schutzausrüstung. Zudem kommt es häufig zu Stromausfällen“, sagt Chiara Saccardi, die das Büro von Aktion gegen den Hunger im Nahen Osten leitet.

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Medizinische Hilfe dringend benötigt

Nach den Explosionen sind Hilfsmaßnahmen im Bereich Gesundheit unsere Priorität. Ersten Einschätzungen zufolge werden vor allem zusätzliches medizinisches Personal, mobile Gesundheitsstationen, Medikamente für akute und chronische Erkrankungen sowie Schutzausrüstung benötigt. Wichtig ist auch die psychische Gesundheitsversorgung der betroffenen Bevölkerung und der Helfer*innen, da viele Traumata erlitten haben. 

Drei Krankenhäuser im Stadtteil Achrafieh haben schwere Schäden erlitten und mussten den Betrieb vorläufig einstellen. Das Lagerhaus, in dem alle Impfstoffe und Medikamente des Landes aufbewahrt werden, sowie dutzende Einrichtungen der Primärversorgung wurden schwer beschädigt. Ein Teil der Vorräte wurde bereits an andere Orte gebracht, doch nach der Explosion muss das Lagerhaus repariert und saniert werden.

Aktion gegen den Hunger hilft vor Ort

Auch die Büros von Aktion gegen den Hunger haben durch die Explosionen Schäden erlitten. Wir sind erleichtert, dass es allen Mitarbeiter*innen gut geht. Die Teams stehen bereit und haben erste Maßnahmen getroffen, um den betroffenen Menschen zu helfen. Dabei arbeiten wir eng mit dem libanesischen Schutzkonsortium (Lebanese Protection Consortium, LPC) und anderen Hilfsorganisation zusammen, um die humanitären Bedarfe zu ermitteln und die Hilfseinsätze gemeinsam zu koordinieren.

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Vassilios Saroglou
7. AUGUST 2020
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