Zwei Mitarbeiterinnen verteilen Lebensmittel

G7: Hilfsorganisationen fordern mehr Engagement gegen Hunger

Bundesregierung muss beim G7-Gipfel auf mehr Mittel und neue Ansätze in der humanitären Hilfe drängen

Seit fünf Jahren steigt die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden. Im vergangenen Jahr litten 155 Millionen Menschen in 55 Ländern unter akutem Hunger, das sind 20 Millionen Menschen mehr als in 2019, wie der „Global Report on Food Crisis“ berechnet. 133.000 Menschen in Burkina Faso, Südsudan und im Jemen erleben aktuell sogar eine Hungersnot. Hungertreiber sind insbesondere Krisen und Konflikte, aber auch die Klimakrise und die wirtschaftlichen Auswirkungen der von COVID-19 vernichteten Existenzgrundlagen. Angesichts dieser katastrophalen weltweiten Entwicklung fordern sechs Hilfsorganisationen von der Bundesregierung, dass sie sich beim morgen beginnenden G7-Gipfel für eine vorausschauende, effektive humanitäre Hilfe und eine nachhaltige Bekämpfung von Hunger einsetzt.

Aktion gegen den Hunger, International Rescue Committee, NRC Flüchtlingshilfe, Save the Children, die Welthungerhilfe und World Vision Deutschland begrüßen, dass die G7-Außen- und Entwicklungsminister*innen bereits Anfang Mai den „Pakt gegen Hungersnöte und humanitäre Krisen“ („Famine Prevention and Humanitarian Crises Compact“) verabschiedet haben, der mehr Geld für lebensrettende Hilfsprogramme, vorausschauende und flexibel gestaltete Hilfe und die Stärkung friedenssichernder Diplomatie vorsieht.

Jetzt müssen die Staats- und Regierungschef*innen der G7 diesen Plan konkretisieren und eine gemeinsame Umsetzung angesichts drohender Hungersnöte rasch abstimmen. Die Bundesregierung sollte darauf hinwirken, die Leerstellen in dem Pakt zu füllen: Zugang zu humanitärer Hilfe muss gesichert werden, die humanitären Maßnahmen ausreichend finanziert und politische Lösungen für die Ursachen von Hunger und Mangelernährung gefunden werden. Die dramatischen Situationen in Konfliktländern wie Syrien, Südsudan oder der Zentralafrikanischen Republik sind ein Prüfstein für die in dem Pakt angekündigten diplomatischen Lösungen, um Hungersnöte zu vermeiden und Zivilist*innen vor den Auswirkungen von Gewalt und Unsicherheit zu schützen.

Die sechs Organisationen drängen darauf, dass Humanitäre Hilfe von langfristigen und strukturbildenden Maßnahmen für den Kampf gegen Hunger und Mangelernährung begleitet werden. Dabei muss ein besonderer Schwerpunkt auf Frauen und Mädchen gelegt werden. Beim G7-Gipfel 2015 in Elmau (Deutschland) haben sich die G7-Staaten verpflichtet, 500 Millionen Menschen aus dem Hunger zu befreien. Die G7-Außen- und Entwicklungsminister*innen haben sich dieses Jahr nochmals zu dem Ziel bekannt. Um es auch tatsächlich zu erreichen, müssen die G7-Staaten ihre ernährungsbezogenen Entwicklungsausgaben verdoppeln. Deutschland muss sicherstellen, dass der Bogen zum Elmau-Gipfel geschlossen und Ernährungssicherung durch die deutsche G7-Präsidentschaft 2022 noch stärker auf der globalen politischen Agenda verankert wird.

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Vassilios Saroglou
10. JUNI 2021
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