
Sudan-Konferenz: Jetzt müssen Taten folgen
Berlin, 16.04.2026. Trotz Zusagen von 1,5 Milliarden Euro auf der Sudan-Konferenz bleibt die Not extrem – jetzt braucht es neben finanziellen Mitteln politischen Druck für eine humanitäre Waffenruhe, den Schutz der Zivilbevölkerung und sicheren Zugang für Hilfe. Aktion gegen den Hunger kommentiert die Ergebnisse.
Auf der Sudan-Konferenz gestern in Berlin sagten zahlreiche Staaten Hilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zu. Angesichts von mehr als 13 Millionen Vertriebenen und rund 34 Millionen Menschen, die im Sudan auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, reicht das jedoch bei Weitem nicht aus. Neben zusätzlichen Mitteln braucht es vor allem entschlossenen politischen Druck, um eine humanitäre Waffenruhe zu erreichen, die Zivilbevölkerung zu schützen und humanitären Zugang sicherzustellen.
Kommentar von Aktion gegen den Hunger
Dazu erklärt Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger, der zusammen mit Geschäftsführer Jan Sebastian Friedrich-Rust für Aktion gegen den Hunger an der Sudan-Konferenz teilnahm:
„Die Hilfszusagen auf der Sudan‑Konferenz in Höhe von 1,5 Milliarden Euro sind ein Hoffnungsschimmer, um das Leid der Menschen im Sudan zu lindern. Auch Deutschlands Beitrag von rund 230 Millionen Euro ist ein wichtiges Signal. Gleichzeitig reichen diese Zusagen bei Weitem nicht aus: Laut dem humanitären Hilfsplan werden 2,9 Milliarden US‑Dollar benötigt. Aktuell sind 33,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Doch finanzielle Zusagen allein genügen nicht. Die internationale Gemeinschaft muss konsequenten politischen und diplomatischen Druck auf alle relevanten Parteien ausüben, um eine humanitäre Waffenruhe zu erreichen und damit einen wirksamen Schutz der Zivilbevölkerung, der zivilen Infrastruktur sowie humanitärer Helferinnen und Helfer und Hilfsgüter sicherzustellen. Dazu gehören der ungehinderte humanitäre Zugang und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Entscheidend ist jetzt, dass den Zusagen Taten folgen."
Aktion gegen den Hunger im Sudan
Aktion gegen den Hunger ist seit 2018 im Sudan tätig. Seit Beginn des Konflikts am 15. April 2023 haben die Teams von Aktion gegen den Hunger fast zwei Millionen Menschen in Darfur, Kordofan, am Blauen Nil, am Weißen Nil und am Roten Meer unterstützt. Wir führen weiterhin unsere Programme in den Bereichen Gesundheit, Behandlung von Unterernährung, Bargeldhilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitäre Versorgung und Sensibilisierung für sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt durch.
Hinweis an die Redaktionen
- Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.
- Der Bericht „What it takes to eat“ wurde diese Woche von Aktion gegen den Hunger gemeinsam mit anderen NGOs veröffentlicht. Er macht deutlich, wie der Krieg den Zugang zu Lebensmitteln abschneidet und ganze Gemeinden in eine Hungersnot treibt. Er ist hier als Download verfügbar.
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