
Venezuela: Wasser, Hygiene und Unterkünfte für Erdbebenopfer
Eine Woche nach den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5, die den nördlich-zentralen Teil Venezuelas erschütterten, tritt die Nothilfe in eine neue Phase ein. Während die Such- und Rettungsmaßnahmen sich ihrem Ende nähern, stehen Tausende Familien vor der Herausforderung, grundlegende Lebensbedingungen wiederherzustellen.
„Nach einer Woche Nothilfe besteht die größte Herausforderung nun darin, die Gesundheit und Würde der Menschen zu schützen, die alles verloren haben“, erklärt Benedetta Lettera, Programmleiterin von Aktion gegen den Hunger für Lateinamerika. „Derzeit konzentrieren wir uns auf die Notunterkünfte. Es gibt rund 25 Notunterkünfte sowie mehrere informelle Siedlungen. Unsere Priorität ist es, die Versorgung mit Nahrung, Wasser, Hygieneartikeln und psychologischer Unterstützung sicherzustellen, insbesondere für schwangere und stillende Frauen sowie andere besonders gefährdete Gruppen.“
Bedarfsanalysen von Aktion gegen den Hunger in Caracas, La Guaira, Miranda und Falcón zeigen in den wichtigsten Aufnahmezentren ähnliche Bedarfe: Mangel an Trinkwasser, unzureichende Sanitäranlagen, zunehmende Abfallansammlungen, fehlende Hygiene- und Menstruationshygieneartikel sowie ein wachsender Bedarf an psychosozialer Unterstützung.
Besonders angespannt bleibt die Lage in La Guaira, einem der vom Erdbeben am stärksten betroffenen Gebiete. Tausende Menschen leben weiterhin in Notunterkünften, Sporthallen, Schulen und provisorischen Siedlungen, nachdem sie ihr Zuhause verloren haben oder dieses schwer beschädigt wurde. Im Mittelpunkt stehen nun eine sichere Wasserversorgung, angemessene Hygienebedingungen, eine funktionierende Abfallentsorgung und bewohnbare Unterkünfte.
Fortschritte unserer Hilfe in der ersten Woche
In der ersten Woche der Nothilfe konzentrierte sich die Unterstützung von Aktion gegen den Hunger auf Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Dazu gehörten die Verteilung von Hygiene- und Menstruationshygienepaketen, Windeln für Säuglinge und pflegebedürftige ältere Menschen, Trinkwasser, Reinigungsmitteln und Materialien zur Abfallentsorgung. Bis heute hat Aktion gegen den Hunger mehr als 2.500 Menschen in einigen der am stärksten betroffenen Gebiete unterstützt.
Darüber hinaus hat die Organisation die hygienischen Bedingungen in mehreren provisorischen Siedlungen durch die Sammlung und sichere Entsorgung fester Abfälle verbessert. Gleichzeitig wurden Such- und Rettungsteams mit wichtiger Ausrüstung wie Helmen, Handschuhen, Werkzeugen, Taschenlampen und Schutzausrüstung unterstützt.
„In den kommenden Phasen der Nothilfe werden wir von der Verteilung von Hilfsgütern zum Aufbau von Notfallinfrastruktur übergehen, um den Zugang zu Nahrung, Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung sicherzustellen“, erklärt Angie Rivodo, WASH-Koordinatorin von Aktion gegen den Hunger in Venezuela. „Unser Ziel ist ein nachhaltiger Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser sowie der Aufbau der dafür notwendigen Infrastruktur.“
Bedarfe und Risiken in den kommenden Wochen
Mit dem Übergang zum frühen Wiederaufbau erwartet Aktion gegen den Hunger einen steigenden Bedarf in den Bereichen Notunterbringung, Schutz, Gesundheit und psychosoziale Unterstützung. Die Organisation bewertet Standorte für temporäre Unterkünfte, um den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und menschenwürdigen Lebensbedingungen für vertriebene Familien sicherzustellen.
Besonders herausfordernd bleiben die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Die psychosozialen Hilfsangebote verzeichnen bereits zahlreiche Fälle von Trauer, Angstzuständen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Schlaflosigkeit. Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen zählen Kinder, ältere Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderungen.
„Die kommenden Wochen werden entscheidend sein“, betont Benedetta Lettera. „Es ist wichtig, schnell zu handeln, um grundlegende Dienstleistungen sicherzustellen und menschenwürdige Lebensbedingungen für die betroffenen Familien zu gewährleisten.“
Das Engagement von Aktion gegen den Hunger
Aktion gegen den Hunger arbeitet seit 2018 in Venezuela und wird seine Nothilfe durch Bedarfsanalysen, die Verteilung lebenswichtiger Hilfsgüter und den Ausbau seiner Einsatzkapazitäten vor Ort weiter verstärken. Die Organisation arbeitet eng mit lokalen Behörden und anderen humanitären Organisationen zusammen, um die am stärksten betroffenen Menschen zu erreichen.
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