
Erdbeben in Venezuela: Aktion gegen den Hunger baut Hilfe aus
Aktion gegen den Hunger weitet die Hilfsmaßnahmen in Caracas, La Guaira und weiteren betroffenen Regionen aus. Im Mittelpunkt stehen die Versorgung mit lebenswichtigen Hilfsgütern, der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen sowie medizinische und psychosoziale Unterstützung.
Nach den zwei schweren Erdbeben am vergangenen Mittwoch in Venezuela ist eine deutliche Ausweitung der humanitären Hilfe dringend erforderlich. Während Such- und Rettungsmaßnahmen weiterhin andauern, rücken die akuten Bedarfe der betroffenen Bevölkerung zunehmend in den Vordergrund: Tausende Menschen sind obdachlos, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und leben unter äußerst prekären hygienischen Bedingungen.
„Viele Familien organisieren ihr Leben derzeit in Zelten und provisorischen Unterkünften. Der Zugang zu sauberem Wasser und grundlegender Hygiene ist entscheidend, um Gesundheit und Würde der Menschen zu schützen“, sagt Dunia de Barnola, Landesdirektorin von Aktion gegen den Hunger in Venezuela. „Die Erdbeben liegen inzwischen einige Tage zurück, doch die Not wird sich weiter verschärfen, je mehr betroffene Gebiete zugänglich werden.“
La Guaira und Caracas: Krise bei Wasser, Hygiene und Gesundheit verschärft sich
Die Küstenregion La Guaira und die Hauptstadt Caracas zählen weiterhin zu den am stärksten betroffenen Gebieten. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt, Tausende Menschen verbringen die Nächte im Freien unter der ständigen Gefahr weiterer Nachbeben. In vielen Orten fehlt es nach wie vor an sicheren Unterkünften.
Vor allem in dicht besiedelten Gebieten verschärft sich die Lage zusehends. Fehlender Zugang zu sauberem Wasser, unzureichende sanitäre Einrichtungen und große Mengen an Schutt erhöhen das Risiko von Krankheitsausbrüchen, insbesondere dort, wo sich weiterhin Verschüttete unter den Trümmern befinden.
Gleichzeitig steht das Gesundheitssystem massiv unter Druck. Viele Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt, einige Behandlungen finden mittlerweile im Freien statt. Feldlazarette versuchen, Versorgungslücken zu schließen und zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen.
Aktion gegen den Hunger baut Hilfseinsätze aus
Aktion gegen den Hunger hat die Hilfsmaßnahmen in Caracas, La Guaira und weiteren betroffenen Regionen in enger Abstimmung mit den lokalen Behörden deutlich ausgeweitet. Die Unterstützung erreicht sowohl offizielle Notunterkünfte als auch provisorische Siedlungen, in denen viele Familien nach dem Verlust ihrer Häuser Zuflucht gefunden haben.
In den vergangenen Tagen haben die Teams der Organisation lebenswichtige Hilfsgüter verteilt. Dazu gehören sauberes Wasser, Nahrungsmittel, Medikamente, Hygieneartikel sowie Planen und Schlafmatten für Notunterkünfte.
Darüber hinaus unterstützt Aktion gegen den Hunger Rettungsteams mit dringend benötigter Grundausstattung. Zudem erreichen die Teams zunehmend schwer zugängliche Regionen, darunter entlegene Berggebiete. Dort werden die Bedarfe erfasst, um weitere Hilfsmaßnahmen in den kommenden Tagen gezielt auszuweiten.
Psychologische Hilfe und Schutz besonders gefährdeter Gruppen
Die psychischen Belastungen der betroffenen Menschen sind bereits deutlich spürbar. Aktion gegen den Hunger hat deshalb frühzeitig spezialisierte Teams mobilisiert, die psychologische Erste Hilfe leisten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz besonders gefährdeter Gruppen, insbesondere von Frauen, Kindern und älteren Menschen. In überfüllten Notunterkünften steigt das Risiko von Gewalt und insbesondere geschlechtsspezifischen Übergriffen.
Die humanitäre Lage dürfte sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen. Unterbrochene Grundversorgung, erschwerter Zugang zu Hilfe und die wachsende Zahl von Menschen in informellen Siedlungen lassen den Bedarf kontinuierlich steigen.
„Angesichts dieser Situation werden wir unsere Maßnahmen weiter ausbauen und die Koordination vor Ort stärken. Unser Ziel ist klar: Hilfe muss die Menschen genau dort erreichen, wo sie am dringendsten benötigt wird“, betont Benedetta Lettera, Programmleiterin von Aktion gegen den Hunger für Lateinamerika.
Die lokalen Märkte in Städten wie Caracas funktionieren weitgehend. Dadurch können dringend benötigte Güter direkt vor Ort beschafft werden, was schnelle und effiziente Hilfe ermöglicht. „Spenden sind deshalb besonders wichtig: Sie ermöglichen nicht nur eine unmittelbare Reaktion auf die dringendsten Bedarfe, sondern stärken zugleich die lokale Wirtschaft. Jede Unterstützung kommt direkt den betroffenen Gemeinden zugute“, so Lettera.
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