Eine Gruppe Syrischer Flüchtlingskinder in einem Camp in Libanon.

Unsere Geschichte

40 Jahre Aktion gegen den Hunger

1979 wird Aktion gegen den Hunger in Frankreich von einer Gruppe französischer Intellektueller als Reaktion auf die Notlage in Afghanistan gegründet. Zu dieser Gruppe gehören Françoise Giroud, Bernard-Henri Lévy, Marek Halter, Alfred Kastler (Nobelpreisträger in Physik), Guy Sorman, Jacques Attali sowie weitere Mediziner*innen, Journalist*innen und Schriftsteller*innen. Während der Kampf gegen den Hunger zuvor lediglich ein Element der allumfassenden humanitären Hilfe war, wird mit Aktion gegen den Hunger eine Organisation gegründet, deren Ziel es ist, den Hunger weltweit zu beenden.

Politische Einflussnahme und aktive Hilfe

Als Hilfsorganisation der „zweiten Generation“ setzt Aktion gegen den Hunger zum einen konkrete Hilfsmaßnahmen um und verfolgt zum anderen das Ziel, politische Akteur*innen zu beeinflussen. Dadurch wird die Art, wie humanitäre Expert*innen auf internationale Krisen reagieren und wie sie mit zentralen Entscheidungsträger*innen, Institutionen und Organisationen interagieren, von Grund auf verändert. Aktion gegen den Hunger ist heute als eine der führenden Organisationen im weltweiten Kampf gegen den Hunger anerkannt.

Den Hunger weltweit beenden

Aktion gegen den Hunger hat 40 Jahre Erfahrung in Notsituationen, die durch Konflikte, Naturkatastrophen und chronische Ernährungsunsicherheit entstanden sind. Wir sind weltweit im Einsatz, um notleidende Menschen mit Nahrung zu versorgen, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und um Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen bereitzustellen. Mit unseren Hilfsprogrammen erreichen wir Jahr für Jahr mehr als 20 Millionen Menschen. Wir blicken zurück auf eine bewegte, 40-jährige Geschichte – die uns zu der Organisation gemacht hat, die wir heute sind.

Aktion gegen den Hunger ist in krisengeschüttelten Ländern im Einsatz, in die sich andere nicht wagen.
Nelson Mandela
Nelson Mandela 2004

1979 bis 1989: Gründung und Ausbau

Das erste Jahrzehnt unserer Arbeit ist von den schlimmen Hungerkatastrophen in Uganda, Äthiopien, Sudan und Somalia geprägt. Um den Herausforderungen in den betroffenen Ländern und weltweit gerecht zu werden, werden wir in immer mehr Ländern aktiv. Im Jahr 1989 ist unser Netzwerk bereits in über 20 Ländern tätig. Gleichzeitig sind wir zu Expert*innen im Kampf gegen den Hunger geworden.

1990er: Pionierarbeit im Kampf gegen die Unterernährung

Damals gibt es noch keine medizinische Behandlung gegen die Auswirkungen von akuter Unterernährung. Unsere Forschungsteams von Aktion gegen den Hunger entwickeln 1993 die Formel F100 zur schnellen und wirksamen Behandlung von stark unterernährten Kindern. Damit revolutionieren wir den Kampf gegen den Hunger.

Ein paar Jahre später entwickeln Forscher*innen daraus Plumpy’Nut, eine therapeutische Fertignahrung, die ein unterernährtes Kind in 45 Tagen von einem medizinisch kritischen Zustand zur Genesung verhelfen kann. Diese Paste auf Erdnussbasis ist jahrelang haltbar, braucht keine Kühlung und kann unmittelbar genutzt werden. Als erste Organisation weltweit testen wir Plumpy’Nut in unseren Projekten – das Mittel erweist sich als sehr wirksam. Mit dieser Erfahrung wirken wir maßgeblich an den internationalen Standards zur Behandlung von Unterernährung mit.

Es werden Büros in Spanien und Großbritannien (1995) sowie den Vereinigten Staaten (1997) eröffnet.

2000er: Die gemeindebasierte Behandlung

Mit dem neuen Millennium findet ein Umdenken statt: Die Behandlung von unterernährten Menschen erfolgt bis dahin hauptsächlich in stationären Intensiveinrichtungen. Nun verlegen wir sie in lokale Gesundheitszentren und die Gemeinden selbst. Aktion gegen den Hunger und unsere Partner*innen entwickeln einen Ansatz, den wir „gemeindebasierte Behandlung akuter Mangelernährung“ (CMAM = community-based management of acute malnutrition) nennen. Dadurch können wir noch mehr betroffene Kinder erreichen. Bis heute haben 70 Regierungen dieses Modell übernommen.

Wir eröffnen unsere Geschäftsstelle in Kanada (2005).  

2010er: Empowerment vor Ort

In den letzten zehn Jahren haben wir von Aktion gegen den Hunger das Wissen und die Expertise rund um die Behandlung von Unterernährung immer stärker in die Gemeinden verlagert. Anstatt ausschließlich Ärzt*innen und Pflegepersonal in Krankenhäusern zu beschäftigen, bilden wir vor Ort Gesundheitspersonal aus. Diese können in den Gemeinden akute Mangelernährung erkennen und direkt behandeln. Wir bringen auch Vätern und Müttern bei, wie sie Unterernährung zu Hause erkennen können – zum Beispiel mithilfe unseres MUAC-Bands. So bleibt das Wissen über gute Ernährungspraktiken in den Gemeinden und wird dort weitergegeben.

2014 wird Aktion gegen den Hunger Deutschland gegründet. Auch in Italien entsteht eine Geschäftsstelle.  

Die Herausforderungen

7.600 Mitarbeiter*innen in 50 Ländern und Regionen – mithilfe von Forscher*innen, Spender*innen, Anwält*innen und Partner*innen weltweit – haben in den letzten Jahrzehnten einen enormen Fortschritt im Kampf gegen den Hunger erzielt. Seit 1990 hat sich der Anteil von unterernährten Kindern weltweit halbiert und mehr Kinder denn je erleben ihren fünften Geburtstag.

Die Hilfe von Aktion gegen den Hunger richtet sich immer nach den Grundbedürfnissen der Betroffenen und wächst durch die Beteiligung der Menschen, mit denen wir vor Ort zusammenarbeiten. Wir sind bekannt für die Effizienz unserer Hilfsprogramme. 90 Prozent der unterernährten Kinder, die unsere Behandlung erhalten, werden gerettet.

Doch auf diesen Erfolgen können wir uns nicht ausruhen: Die Zahl der Menschen, die Hunger leiden, steigt in den letzten Jahren wieder. Bewaffnete Konflikte und der Klimawandel bedrohen unsere Errungenschaften der letzten 40 Jahre. Jeden Tag sterben Kinder an Hunger – und weniger als eins von vier akut mangelernährten Kindern hat Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen.

Das können und wollen wir ändern: Wir haben das Wissen, die Erfahrung und die Expert*innen, um das Leben dieser Kinder zu retten. Wir wollen eine globale Bewegung werden. Wir wollen uns zusammentun mit Regierungen, Spender*innen, anderen NGOs, der UN, der Zivilgesellschaft und den Medien. Wir wollen gemeinsam gegen den Hunger aktiv werden. Dank Ihrer Stimme und Ihrer Unterstützung können wir jeden Tag weiter gegen den globalen Hunger kämpfen!

15. JANUAR 2020
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