Aktion gegen den Hunger Toilette

Welttoilettentag: Mangelnde Hygiene und Unterernährung gehen Hand in Hand

1,5 Millionen Todesfälle bei Kindern jährlich vermeidbar

Mangelnde Hygiene und Unterernährung hängen eng zusammen. Mehr als 890 Millionen Menschen weltweit verfügen über keine sanitären Anlagen und müssen ihr Geschäft im Freien verrichten. Viele Kleinkinder sterben, weil sie mit Erdreich in Berührung kommen, das durch Fäkalien verunreinigt wurde. 1,5 Millionen Todesfälle bei Kindern wären jedes Jahr vermeidbar. „Wir denken bei Mangelernährung immer an die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, doch unsere Arbeit vor Ort hat uns gezeigt, dass es um mehr geht: Durchfall und Darmerkrankungen führen zu Mangelernährung und Wachstumsverzögerungen“, sagte Celia González, Expertin für Wasser- und Hygienemaßnahmen bei Aktion gegen den Hunger.

Ein Teufelskreis: Mangelnde Hygiene - Erkrankungen - Mangelernährung

Viele Kinder wachsen in einer unsauberen Umgebung auf. Sobald die Kleinkinder zu krabbeln beginnen, kommen sie mit Schmutz und Fäkalien in Berührung. Dadurch steigt das Risiko für Störungen des enterischen Nervensystems: Diese Krankheit verursacht keine offensichtlichen Symptome, zerstört aber die Darmzotten, die die Aufnahme von Nährstoffen erleichtern und verursacht eine Entzündung des Darms. Der Körper wendet alle Energie dazu auf, gegen die Entzündung anzukämpfen. Wachstum und kognitive Entwicklung kommen zu kurz. "Diese Faktoren könnten beispielsweise das Versagen oraler Impfstoffe bei Kindern erklären", sagte Antonio Vargas, Experte für Gesundheit und Ernährung bei Aktion gegen den Hunger.

Aktion gegen den Hunger arbeitet an Lösungen

Gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen haben wir Lösungen erarbeitet:  Das Programm nennt sich ‚Babywash‘ und soll den Zyklus zwischen Unterernährung und Infektionen in den ersten 1.000 Lebenstagen eines Kindes durchbrechen. Zu den Maßnahmen, die dafür umgesetzt werden, gehören:

  • die Schaffung einer sicheren Umgebung während des Krabbelns
  • das regelmäßige Waschen von wiederverwendbaren Windeln
  • die Verfügbarkeit von Hygiene- und Reinigungsartikeln
  • der Bau von Latrinen für Kinder unter fünf Jahren
  • die Trennung von Tieren und Haushalten
  • die sachgerechte Entsorgung von Hausmüll

1,8 Millionen Menschen weltweit trinken aus verunreinigten Wasserquellen

Bis heute verfügen 4,5 Milliarden Menschen über keine richtige Toilette. 1,8 Milliarden Menschen trinken aus mit Fäkalien verunreinigten Wasserquellen, ein Fünftel der Schulen weltweit hat keine sanitären Einrichtungen. Ein Großteil des weltweit entstehenden Abwassers geht ungefiltert in die Umwelt zurück und jeder Zehnte isst Nahrungsmittel, die mit Abwasser bewässert wurden.