Wir helfen seit: 2018
Mitarbeiter*innen: 126
Bevölkerung: 28,6 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 77.704
Unterernährungsrate: 9,6
Nach dem schweren Erdbeben in Venezuela: Jede Sekunde zählt
Ein starkes Erdbeben hat Venezuela erschüttert und die ohnehin fragile humanitäre Situation im Land weiter verschärft. Erste Berichte deuten auf erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sowie zahlreiche Verletzte und Betroffene hin. In einem Land, das bereits seit Jahren von einer tiefen wirtschaftlichen, politischen und humanitären Krise geprägt ist, trifft diese Naturkatastrophe besonders hart.
Venezuela steht damit vor einer akuten Notlage: Viele Menschen haben bereits zuvor nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinischer Versorgung, Lebensmitteln und Strom. Das Erdbeben verschärft diese ohnehin prekäre Situation nun zusätzlich und erhöht den Bedarf an schneller humanitärer Hilfe massiv.
Wie ist die Situation in Venezuela?
Venezuela liegt an der Nordküste Südamerikas und grenzt im Westen an Kolumbien. Seit 2013 befindet sich das Land in einer anhaltenden multidimensionalen Krise. Nach Einschätzungen der Vereinten Nationen ist Venezuela eines der Länder mit erheblichen humanitären Bedarfen, in dem große Teile der Bevölkerung auf Unterstützung angewiesen sind (OCHA).
Die wirtschaftliche Situation ist seit Jahren stark belastet: Hyperinflation, Versorgungsengpässe, Stromausfälle und ein eingeschränkter Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen prägen den Alltag vieler Menschen. Millionen Menschen haben das Land verlassen, was zu einer der größten Flucht- und Vertreibungskrisen weltweit geführt hat. Laut UNHCR und dem Regionalen Flüchtlings- und Migrantenreaktionsplan (R4V) betrifft dies rund 7,7 Millionen Venezolaner*innen (UNHCR).
Viele Haushalte sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders betroffen sind Kinder, Schwangere und stillende Frauen sowie ältere und chronisch kranke Menschen.
Unsere Hilfe in Katastrophensituationen
Wenn die Erde bebt, muss es ganz schnell gehen. In Situationen wie dieser handeln unsere Nothilfe-Teams nach einem eingespielten Plan:
- Wir sondieren die Lage, um die dringendsten Bedarfe zu ermitteln.
- Im Anschluss arbeiten wir meist mit lokalen Partnern zusammen, um schnellstmöglich Nothilfe leisten zu können.
- Insbesondere werden nun Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel und Material für Notunterkünfte benötigt.
Aktuell steht vor allem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser im Fokus, da beschädigte Infrastruktur und eingeschränkte Zugänge das Risiko für Krankheitsausbrüche erhöhen. Auch die medizinische Versorgung ist kritisch: Viele Krankenhäuser sind beschädigt oder überlastet, sodass improvisierte medizinische Einrichtungen und Notfallmedikamente dringend benötigt werden.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Venezuela?
Die humanitäre Lage in Venezuela bleibt weiterhin äußerst angespannt. Parallel dazu ist die Ernährungssituation im Global Hunger Index als ernst bis sehr ernst eingestuft.
Die sozioökonomischen und humanitären Auswirkungen der anhaltenden Krise sind erheblich. Wirtschaftliche Instabilität, eingeschränkte öffentliche Dienstleistungen und Versorgungsengpässe prägen den Alltag vieler Menschen. Zu den zentralen Herausforderungen zählen Arbeitslosigkeit, Inflation sowie wiederkehrende Wasser- und Stromausfälle.
Der Zugang zu Lebensmitteln, sauberem Wasser, Medikamenten und medizinischer Versorgung ist in vielen Regionen weiterhin eingeschränkt. Ernährungsunsicherheit bleibt besonders für Kinder, Schwangere und stillende Frauen sowie ältere und chronisch kranke Menschen ein zentrales Risiko.
Auch das Gesundheitssystem ist vielerorts stark belastet. Medizinische Einrichtungen sind häufig unterversorgt, während der Zugang zu Medikamenten und grundlegender Versorgung nicht flächendeckend gewährleistet ist.
So helfen wir vor Ort
Aktion gegen den Hunger ist seit 2018 in Venezuela aktiv und unterstützt auch migrantische Communities in den Nachbarländern. Unsere Arbeit verbindet akute Nothilfe mit langfristigen Ansätzen zur Stärkung von Resilienz und lokalen Strukturen.
Im Jahr 2025 wurde die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen weiter intensiviert. Durch die aktive Teilnahme an Koordinationsgremien und ein verbessertes Rechenschaftssystem konnten Bedarfe präziser erfasst und Maßnahmen gezielter umgesetzt werden.
Gemeinsam mit lokalen Partnern verbessern wir den Zugang zu Gesundheit, Ernährung sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienediensten – mit besonderem Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit und Gleichbehandlung:
- Identifikation und Unterstützung besonders gefährdeter Menschen
- Behandlung akut mangelernährter Kinder unter fünf Jahren sowie schwangerer und stillender Frauen
- Unterstützung älterer Menschen und chronisch Kranker zur Sicherung der Grundversorgung
- Verbesserung der Ernährung und Wasserversorgung in Schulen, insbesondere in Grenzregionen
- Versorgung von Migrant*innen mit Nahrungsmitteln, Hygienekits und medizinischer Ersthilfe
- Ergänzende psychosoziale Unterstützung für besonders belastete Menschen
- Verbindung von akuter Nothilfe mit Maßnahmen zu früher Erholung und Resilienzstärkung
Jetzt helfen – jede Spende zählt
Das Erdbeben trifft ein Land, das bereits zuvor am Rand einer humanitären Notlage stand. Jede Unterstützung hilft, Leben zu retten und dringend benötigte Hilfe zu leisten. Unterstützen Sie unsere Nothilfe in Venezuela und weltweit jetzt mit Ihrer Spende. Jeder Euro hilft!