
Hobok liegt im Süden der Borena-Zone, nur wenige Kilometer von der kenianischen Grenze entfernt. Die Gemeinde ist schwer erreichbar, die Infrastruktur begrenzt. Die meisten Familien leben von der Viehzucht. Wasser ist daher nicht nur lebensnotwendig, sondern entscheidet über Gesundheit, Ernährung und Einkommen der gesamten Gemeinschaft.
Bereits vor 25 Jahren wurde in Hobok ein Wassersystem gebaut. Es war ein wichtiger Schritt, doch das System war dieselbetrieben und damit stark abhängig von Treibstoff, der teuer, schwer verfügbar und kaum zu transportieren war. In der Folge fiel die Anlage immer wieder aus. Über Wochen oder sogar Monate hinweg hatten die Menschen keinen verlässlichen Zugang zu Wasser. Familien mussten mit einem einzigen Kanister pro Tag auskommen – für Trinken, Kochen und Hygiene. Auch das Vieh, die wichtigste Einkommensquelle, konnte oft nicht ausreichend versorgt werden.

Eine Frau trägt Wasser zurück in ihr Dorf in Hobok, Borena – jeden Tag eine lebenswichtige Aufgabe.
Ein nachhaltiger Ansatz: Solarenergie und lokale Verantwortung
Im Rahmen eines vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts wurde das bestehende Wassersystem gemeinsam mit der Gemeinde umfassend saniert und vollständig auf Solarenergie umgestellt. Die neue Anlage arbeitet unabhängig von Treibstofflieferungen, ist zuverlässiger und deutlich kostengünstiger im Betrieb.
Zusätzlich wurde die Infrastruktur rund um die Wasserstelle erweitert. Neue Zapfstellen erleichtern den Zugang für Haushalte, bestehende Wasserpunkte und Viehtränken wurden saniert und das Leitungsnetz ausgebaut. Eine Sickergrube sorgt dafür, dass Abwasser sicher abgeleitet wird und die Umweltgesundheit verbessert wird.
Parallel dazu wurde ein lokales Wasser-Management-Komitee eingerichtet. Die Mitglieder erhielten Schulungen zu Wartung, Verwaltung und Finanzmanagement. Ein eigenes Bankkonto stellt sicher, dass Einnahmen aus dem Betrieb für Reparaturen und Instandhaltung genutzt werden können.

Die solarbetriebene Pumpanlage in Hobok ermöglicht eine zuverlässige und nachhaltige Wasserversorgung – unabhängig von Treibstoff.
Die Ergebnisse: Stabilität für 2.900 Menschen
Mit der Solarisation und Erweiterung der Anlage hat sich die Wasserversorgung in Hobok grundlegend verändert.
Erreichte Wirkung
- 2.900 Menschen haben nun zuverlässigen Zugang zu sauberem Wasser
- 582 Haushalte profitieren direkt
- 1.800 Tiere können an einer sanierten Tränke versorgt werden
- deutliche Reduktion wasserbedingter Krankheiten
- mehr Stabilität für Viehzucht und Ernährung
Zusätzlich konnte das Wasserkomitee innerhalb von zwei Monaten bereits 100.000 ETB sparen – wichtige Rücklagen für Wartung und Reparaturen.
Das Projekt zeigt deutlich: solare Wassersysteme können in abgelegenen Regionen langfristig funktionieren, wenn sie lokal getragen werden.
Die Lage in Borena: Eine Region am Limit
Hobok ist kein Einzelfall. Die gesamte Borena-Zone ist stark vom Klimawandel betroffen. Langanhaltende Dürren, unsichere Regenzeiten und der Verlust von Wasserressourcen prägen das Leben der Menschen.
Zentrale Herausforderungen der Region
- extreme Trockenheit, verschärft durch den Klimawandel
- wiederkehrende Dürreperioden
- massive Viehverluste, in einigen Jahren bis zu 80 Prozent
- steigende Unterernährung, besonders bei Kindern
- große Entfernungen zu Gesundheitsdiensten
- unzureichende Infrastruktur
Die Menschen in Borena gehören zu denjenigen, die am wenigsten zur Klimakrise beitragen, aber am stärksten unter ihren Folgen leiden.
Unsere Arbeit in Borena
Aktion gegen den Hunger arbeitet 2010 in der Borena-Zone. Gemeinsam mit lokalen Teams setzen wir Programme in den Bereichen Wasser, Ernährung, Gesundheit und Existenzsicherung um. Dazu gehören der Bau und die Sanierung von Wassersystemen, die Behandlung und Prävention von Mangelernährung, die Unterstützung von Gesundheitsstationen sowie Maßnahmen zur Stärkung der Lebensgrundlagen für Familien, die von der Viehzucht leben.
Die verschiedenen Maßnahmen greifen ineinander: Sauberes Wasser verbessert die Gesundheit, gesunde Kinder können sich besser entwickeln, und stabile Lebensgrundlagen reduzieren Abhängigkeiten von Nothilfe.
Warum kontinuierliche Unterstützung entscheidend ist
Internationale Kürzungen – insbesondere die stark reduzierten Mittel von USAID – treffen die Region zusätzlich und stellen unsere Arbeit zunehmend vor Herausforderungen. Weniger Finanzierung bedeutet weniger Wasserprojekte, weniger Gesundheitsversorgung und weniger Unterstützung für Familien, deren Existenz ohnehin bedroht ist.
Gerade deshalb sind langfristige und verlässliche Unterstützung und starke lokale Partnerschaften entscheidend, um Projekte wie in Hobok auch in Zukunft umsetzen zu können.
