Menschen tragen ein Bündel Äste auf ihren Köpfen in Äthiopien.

ÄTHIOPIEN

WIE WIR HELFEN
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1985

Mitarbeiter*innen:  691

Bevölkerung:  128 Mio.

Erreichte Menschen 2024:  3.540.837

Unterernährungsrate:   19,7 %

Nach Nigeria ist Äthiopien mit rund 118 Millionen Einwohnenden das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Zuletzt boomte die Wirtschaft – die Armut ging sowohl in den städtischen als auch in den ländlichen Regionen zurück. Doch mittlerweile gehört Äthiopien zu den Ländern mit den schlimmsten humanitären Krisen der Welt. Das hat gleich mehrere Gründe: Nach einer anhaltenden Heuschreckenplage sind die Nachwirkungen der Corona-Pandemie noch deutlich spürbar und die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich durch Überschwemmungen und anhaltende Dürre in weiten Teilen des Landes. Zudem erschüttern seit Ende 2020 gewaltsame Spannungen den Norden Äthiopiens um die Region Tigray. Der Konflikt dort zählt zu den tödlichsten Konflikten weltweit. Auch humanitäre Organisationen kamen zuletzt kaum in die Region, in der die Menschen immer wieder am Rande einer Hungersnot stehen. Armut, Perspektivlosigkeit und Hunger erschweren den Menschen in ganz Äthiopien das Leben. Rund 26 Millionen Äthiopierinnen und Äthiopier sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, über die Hälfte davon sind Kinder. 8,6 Millionen Frauen, Männer und Kinder leiden unter akutem Hunger. Äthiopien belegte im Jahr 2021 Platz 175 von 191 im Human Development Index. 

Was sind die Gründe für die humanitäre Krise in Äthiopien?

In Äthiopien arbeitet ein Großteil der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Anhaltende Dürre, besonders im Süden und Südosten des Landes, sowie schwere Überschwemmungen führten in den vergangenen Jahren zunehmend zu Missernten und Viehsterben. Die Dürre bedroht rund 10 Millionen Menschen, darunter etwa 4,4 Millionen Kinder. Das Land am Horn von Afrika kämpfte neben COVID-19 auch mit einer Cholera-Epidemie im Nachgang an die historische Dürre des Jahres 2016.  

Vor allem die Situation in Äthiopiens Norden reißt die wirtschaftlichen Erfolge wieder ein. Im November 2020 hatten Truppen der Regierung aus der Hauptstadt Addis Abeba in der nördlichen Region Tigray eine Offensive gegen die dortige Rebellengruppe TPLF begonnen. Seitdem mussten tausende Menschen, auch aus der Zivilbevölkerung, ihr Leben lassen. Der Konflikt beeinflusst auch die angrenzenden Regionen Afar und Amhara. Familien mussten ihr Zuhause verlassen. In den drei Regionen benötigen schätzungsweise 13 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe. In den vergangenen zwei Jahren standen die Menschen im Norden wiederholt am Rande der Hungersnot. Währenddessen sind viele Krankenhäuser und Schulen in den betroffenen Regionen durch Angriffe nicht funktionstüchtig. Die Region Tigray war zuletzt nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, was auch uns die nötigen Hilfsmaßnahmen erschwert hat. 

Derzeit herrscht ein Waffenstillstand – die Konfliktparteien haben sich darauf geeinigt, die Kriegshandlungen ruhen zu lassen und gemeinsam eine Lösung zu entwickeln. Endlich rollen auch wieder vermehrt LKWs mit Hilfsgütern ins Land – das war lange Zeit nur sehr eingeschränkt und unter hohem Risiko möglich. Doch der Frieden ist fragil. Aktion gegen den Hunger setzt alles daran, jede Minute zu nutzen und so viele Menschen wie möglich zu unterstützen.

Was sind die humanitären Herausforderungen in Äthiopien? 

Trockenperioden, Überschwemmungen, eine wachsende Bevölkerung und schwere Konflikte führen zu einer rapide steigenden Ernährungsunsicherheit. Die Spannungen im Land treiben Menschen aus ihrer Heimat zur Flucht innerhalb des Landes. Hinzu kommen Geflüchtete aus anderen Ländern: Durch die instabile Situation im angrenzenden Südsudan suchen hunderttausende Menschen aus dem Nachbarland Schutz in Äthiopien. Das stellt die humanitäre Hilfe vor große Herausforderungen.  

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Äthiopien?

Aktion gegen den Hunger ist seit 1985 in Äthiopien aktiv. In den letzten Jahren haben unsere Teams die Hilfe für Flüchtlinge in den Camps und Grenzregionen weiter ausgebaut und verbessert: 

  • Wir verteilen Lebensmittel und behandeln akut mangelernährte Kinder.
  • Schwangere und stillende Frauen erhalten Ernährungshilfen und psychosoziale Betreuung.
  • Wir verbessern die Wasser- und Sanitärversorgung, um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen und unterstützen beim Schutz vor COVID-19.
  • Wir stärken die Lebensgrundlagen der Menschen durch Nahrungsmittelsicherungsprogramme. 
  • Mit robustem Saatgut, Dünger und passendem Werkzeug helfen wir den lokalen Bäuerinnen und Bauern, sich widerstandsfähiger gegen Dürren zu wappnen.
  • Speziell in Tigray haben wir Notprogramme gestartet, um den Menschen beizustehen. 

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

Wasser, Sanitär und Hygiene
762.813
Menschen haben Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen erhalten
Lebensgrundlagen
141.550
Menschen konnten ihre Lebensgrundlagen auf eine sichere Basis stellen
Ernährung und Gesundheit
668.956
Menschen haben Nahrungsmittel erhalten

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

Laufende Projekte

NEWSLETTER ABONNIEREN

Abonnieren Sie jetzt unseren E-Mail-Newsletter und erhalten Sie regelmäßig und kostenlos Informationen aus erster Hand!