Niger: Frau hält ihr Kind in den Armen.

NIGER

Nothilfe
Militärputsch in Niger
Nach dem Putsch in Niger bewerten wir die Situation vor Ort täglich neu. Mittlerweile konnten wir unsere humanitären Hilfsprogramme, die wir in einigen Regionen aus Sicherheitsgründen vorübergehend unterbrechen mussten, wieder aufnehmen. Etwa 4,6 Millionen Menschen im Land sind aktuell dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Unsere Teams bauen Brunnen, um den Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern, sanieren Latrinen und verteilen Lebensmittel, Saatgut-Pakete und Bargeldhilfen an Menschen in Not. Wir tun alles uns mögliche, um diese Hilfe vor Ort auch weiterhin gewährleisten zu können.
WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1997

Mitarbeiter*innen:  183

Bevölkerung:  27 Mio.

Erreichte Menschen 2024:  484.727

Unterernährungsrate:   12,9 %

Der Wüstenstaat im Westen Afrikas ist reich an Bodenschätzen – die Menschen hingegen sind bitterarm. Fast 50 Prozent der Menschen im Niger leben unterhalb der Armutsgrenze. Im Ranking des Human Development Index (HDI) belegt das Land den letzten Platz aller Länder weltweit. Niger gilt als politisch instabil und ist extrem anfällig für Klimakatastrophen und Hungersnöte. 

Wie ist die Situation im Niger?

Die Zeit nach der Unabhängigkeit im Jahr 1960 war durch zahlreiche Staatsstreiche und wechselnde autoritäre Regime geprägt. Um den zahlreichen humanitären Problemen begegnen zu können, war die Regierung zuletzt immer auf humanitäre Hilfe von außen angewiesen. Eine der weltweit höchsten Geburtenraten, eine mangelhafte humanitäre Infrastruktur und eine unzureichende Grundversorgung führen zu wiederkehrenden Hungerkrisen und Epidemien. Dürreperioden, Überschwemmungen, ausgezehrte Böden sowie unterentwickelte Märkte für Saatgut oder Düngemittel erschweren die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern. Die Konflikte mit Boko Haram in der Region Diffa verschlimmern die Sicherheits- und Lebensbedingungen der Menschen zusätzlich. 

Im Jahr 2023 brachte ein Militärputsch das Land erneut zum Wanken. Zu den Folgen des Klimawandels wie Überflutungen, der ohnehin schon grassierenden Armut und den zuvor bereits andauernden Konflikten kommen nun Gewalt, aber auch Sanktionen, die auf den Putsch folgten, hinzu. Letztere erschweren – wenn auch nun wieder ausgesetzt – der Bevölkerung bis heute den Zugang zu Nahrungsmitteln. Die Lebensmittelpreise sind weiterhin hoch und machen Lebensmittel für die meisten Menschen unerschwinglich. Grenzschließungen zu den Nachbarländern fügen ihr Übriges hinzu und erschweren Import und Export. 

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Niger?

Weiterhin sind im ganzen Land äußerst hohe Mangelernährungsraten zu verzeichnen. Es bleibt das ärmste Land in der Region. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind aufgrund einer Dürreperiode derzeit wieder etwa 2,5 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Rund 47 Prozent der nigrischen Kinder gelten als mangelernährt und alarmierende 9,8 Prozent davon sogar als lebensbedrohlich mangelernährt. Zusätzlich nahm der Niger in den vergangenen Jahren regelmäßig Geflüchtete aus den Nachbarländern Mali und Nigeria auf. Hunderttausende Menschen, die von Terrororganisationen aus ihrer Heimat vertrieben wurden, leben heute in provisorischen Lagern in der Diffa-Region unter meist prekären Bedingungen. 

Seit dem Putsch hat sich die humanitäre Lage der Bevölkerung weiter verschlechtert. Etwa 4,6 Millionen Menschen sind auf Nothilfe angewiesen. Viele von ihnen leiden an Hunger. Die Leistung humanitärer Hilfe wird durch Blockaden von Städten und Regionen erschwert. Die anhaltende Unsicherheit (ausgehend von bewaffneten nichtstaatlichen Gruppen) macht den Zugang für Hilfsorganisationen oft unmöglich oder erheblich aufwändiger. Darüber hinaus hat die aktuelle Militärregierung verschiedene administrative und bürokratische Regelungen erlassen, die humanitären Organisationen die Arbeit weiter erschweren.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Niger?

Aktion gegen den Hunger ist seit 1997 im Niger aktiv. Obwohl der Zugang zu einzelnen Bevölkerungsgruppen durch Terrororganisationen und die Militärregierung aktuell erheblich erschwert ist, arbeiten unsere Teams täglich daran, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern:

  • Wir behandeln schwer mangelernährte Kinder und schulen die Mütter darin, Anzeichen von Mangelernährung frühzeitig zu erkennen. Dazu unterstützen wir die lokalen und regionalen Gesundheitszentren.
  • Verunreinigtes Wasser ist eine Hauptursache für Krankheiten. Daher verbessern wir die Wasser- und Sanitärversorgung, indem wir Brunnen und Latrinen bauen und Wasserpumpen rehabilitieren.
  • Zudem verteilen wir Hygiene-Kits und führen Schulungen zu Sauberkeit und Gesundheitspraktiken durch.
  • Wir leisten psychosoziale Betreuung für Geflüchtete und Vertriebene.
  • Wir unterstützen Menschen bei der Wiederherstellung und dem Erhalt ihrer Lebensgrundlagen: durch Cash-for-Work-Programme oder der Verteilung von widerstandsfähigem Saatgut und Werkzeugen für den Ackerbau. Außerdem unterstützen wir bei Vieh-Impfungen.
  • Unsere Teams stellen Schulstipendien für Mädchen bereit, damit sie sich eine Karriere aufbauen können.

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

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