Frau im Jemen

JEMEN

Nothilfe
Die Situation im Jemen ist eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit: Nach elf Jahren Bürgerkrieg ist ein großer Teil der Bevölkerung weiter auf Hilfeleistungen angewiesen und von Hunger bedroht – darunter vor allem Kinder. Nun eskaliert der Konflikt in der Region weiter und stellt die Menschen vor noch größere Herausforderungen im Kampf ums Überleben.
WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Psychosoziale Unterstützung Psychosoziale Unterstützung
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2013

Mitarbeiter*innen:  92

Bevölkerung:  40,6 Mio.

Erreichte Menschen 2024:  720.056

Unterernährungsrate:   keine Daten

Nach vielen Jahren Bürgerkrieg war im Jemen seit April 2022 eine fragile Waffenruhe eingekehrt. Erstmals seit acht Jahren saßen zumindest einige der Kriegsparteien am Verhandlungstisch – eine diplomatische Lösung des Konflikts schien wieder vorsichtig möglich. Die Instabilität in der Region und die Eskalation Anfang 2026 hat die humanitäre Situation allerdings nur noch verschlimmert und die Lieferung von Nahrungsmitteln, Treibstoff und anderen lebensnotwendigen Gütern, die größtenteils importiert werden, gestört. Besonders betroffen sind Küstengemeinden, deren Fischerei stark eingeschränkt ist.

Die Auswirkungen: Etwa 23,1 Millionen Menschen sind zum Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter vor allem Frauen und Kinder. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist von Ernährungsunsicherheit betroffen. 2,5 Millionen Kinder unter 5 Jahren leiden unter akutem Hunger. Fast die Hälfte aller Kinder hat so wenig zu essen, dass sie unter Entwicklungsstörungen leiden. Zehntausende Jungen und Mädchen sind bereits an akuter Mangelernährung gestorben. Vielen droht das gleiche Schicksal, wenn sie jetzt keine Hilfe erhalten. 

Wie ist die Situation im Jemen?

Der Krieg und die lange Blockade des Hafens Hodeïda haben die Infrastruktur nahezu vollständig zerstört. Der Konflikt im Jemen hält an, auch wenn die Gewalt zwischenzeitlich leicht abgenommen hat. Zivile Opfer durch Landminen, lokale Konflikte und mangelnde Rechtsstaatlichkeit bleiben hoch. Doch die Eskalationen in der gesamten Region schlagen sich stark auf die Lebensmittelpreise nieder. Nahrungsmittel sind für die meisten Menschen kaum noch bezahlbar, da viele aufgrund der zusammengebrochenen Wirtschaft keine Arbeit mehr finden.

Die hohe Rate an übertragbaren Krankheiten, die geringe Ernährungsvielfalt und wiederkehrende Naturkatastrophen haben die Situation verschärft. Mangelhafte medizinische Versorgung und die explodierenden Preise für Dinge des täglichen Bedarfs bedrohen das Überleben fast der gesamten jemenitischen Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser sind zerstört. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung und Schutzbekleidung. Der Jemen ist seit vielen Jahren auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln und Medikamenten angewiesen. Der Rückzug internationaler Geber aus dem Nordjemen und die drastischen Kürzungen internationaler humanitärer Hilfe gefährdet derweil lebenswichtige Programme.

HUNGER DARF KEINE WAFFE SEIN

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Jemen?

Millionen von Menschen im Jemen leiden Hunger und benötigen humanitäre Hilfe.  

Vor allem die mangelhafte Wasserversorgung stellt ein großes Problem für die jemenitische Bevölkerung dar: Ein Großteil der Menschen hat keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dadurch können sie weder ihren Durst ausreichend stillen, noch Essen zubereiten oder für die persönliche und häusliche Hygiene sorgen.  

Für die von Mangelernährung betroffenen Menschen, vor allem Kinder und schwangere Frauen, sind grassierende Krankheiten wie Cholera besonders gefährlich, da ihr Immunsystem durch die chronische Unterversorgung mit Nährstoffen geschwächt ist. Der Jemen ist das am stärksten von Cholera betroffene Land der Welt. Viele Kinder im Jemen leiden neben Mangelernährung auch an Atemwegserkrankungen, Malaria oder Dengue-Fieber. 

Mehr als die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Sanitäranlagen, Wasser und dringend benötigten Gesundheitsleistungen. Die Folgen der Corona-Pandemie sowie die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs haben die bereits bestehenden Schwachstellen des Landes verstärkt. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar und werden durch die jüngsten Ausschreitungen in der gesamten Region erneut verstärkt.

Bereits vor dem Krieg wurde der Hauptteil der Nahrungsmittel sowie Medikamente im Jemen importiert. Die Verknappung der Lebensmittel hat dazu geführt, dass Nahrung für die Menschen unerschwinglich geworden ist. Hunger und vermeidbare Krankheiten fordern mittlerweile Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte aller Todesopfer seit Beginn des Krieges.  

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Jemen?

Trotz der Sicherheitsrisiken und Schwierigkeiten, die Notleidenden zu erreichen, leistet unser Team seit Jahren tagtäglich lebensrettende Nothilfe. Wir unterstützen verstärkt Gesundheitszentren, klären über Hygienemaßnahmen auf und verteilen Geld an die Menschen, die durch den Krieg ihre Arbeit verloren haben und ihre Familien nicht mehr ernähren können. Die Mitarbeiter*innen von Aktion gegen den Hunger kämpfen unermüdlich dafür, das Leid der Menschen zu lindern und Leben zu retten: 

  • Wir verteilen Lebensmittel, diagnostizieren Mangelernährung und behandeln akut mangelernährte Kinder in unseren Gesundheitsstationen und durch mobil einsetzbare Teams.
  • Wir überwachen den Ernährungszustand von Schwangeren und stillenden Müttern und informieren sie darüber, wie sie sich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nährstoffreich ernähren können.
  • Wir stellen die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicher, indem wir Wassertank-LKWs einsetzen, Wasserstellen und Brunnen reparieren und Keramikfilter verteilen. Darüber hinaus informieren und schulen unsere Mitarbeitenden Gemeinden darin, wie sie durch einfache Hygienepraktiken Krankheiten vorbeugen können und verteilen Desinfektions- und Hygienesets.
  • Wir verteilen Essensgutscheine und organisieren Bargeld-Transfers, um den dringenden Nahrungsmittelbedarf der Menschen decken zu können.
Unterstützen Sie unsere Hilfe im Jemen und weltweit!

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